14. Jul 2022

Tschad: Gelbfieber in Tandjilé

Gelbfiebermücke, Aedes aegypti iStock/smuay

In der Provinz Tandjilé im Südwesten des Tschads wurden 25 Gelbfieberfälle gemeldet. Die Erkrankungen wurden in den Regionen von Laï und Deressia registriert. Eine Gelbfieber-Impfkampagne in den betroffenen Gebieten wurde daher durch die zuständigen Gesundheitsbehörden eingeleitet. Aus dem Tschad wurden auch im vergangenen Jahr Gelbfieber berichtet. Aus Afrika wurden 2021 mehr als 300 Gelbfieberfälle  berichtet, darunter Ghana, Kamerun, Tschad, Nigeria, Kongo und die Demokratische Republik Kongo. Der Tschad gehört zu den Ländern mit Gelbfieberinfektionsgebieten. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt daher Reisenden (ab 9. Lebensmonat) eine Schutzimpfung bei Reisen in Gebiete südlich der Sahara. Nach Aussage der WHO ist eine Gelbfieber-Impfung nicht empfohlen, wenn sich die Aufenthalte während der Reise ausschließlich auf Gebiete innerhalb der Sahara beschränken.

Eine reisemedizinische Beratung ist bei Reisen in Gelbfiebergebiete sinnvoll 

Gelbfieber wird durch Viren verursacht, die durch Mücken übertragen werden. Zu Beginn der Erkrankung treten grippeähnliche Beschwerden auf. Im weiteren Verlauf kommt es zu Fieber, inneren Blutungen, Gelbsucht und Nierenschäden. Rund 15% entwickeln einen ernsten Krankheitsverlauf, wiederum die Hälfte dieser Patienten verstirbt. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, endet die Erkrankung in 50-60% der Fälle tödlich. In jedem Fall sollte rechtzeitig vor der Abreise eine reisemedizinische Beratung erfolgen, bei der in einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Analyse das persönliche Risiko und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen geklärt werden können. 

Eine Impfdosis gegen Gelbfieber ist als Schutz ausreichend 

Grundsätzlich empfiehlt die WHO nachdrücklich die Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete. Die Impfung sollte 10 Tage vor Einreise in ein Risikogebiet stattfinden, damit dem Körper ausreichend Zeit gelassen wird, eine schützende immunologische Abwehr aufzubauen. Zudem sollten gute Mückenschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Seit 11.07.2016 gilt laut Internationaler Gesundheitsvorschrift (IGV) der Nachweis einer gültigen Gelbfieber-Impfung bei Einreise. Eine Auffrischimpfung ist nicht mehr erforderlich.