9. Feb 2013

Tschechische Republik: Erhöhte Grippeaktivität

Aus der Tschechischen Republik werden derzeit vermehrt Influenza-Fälle berichtet. Seit Ausbruch der Grippewelle Ende letzen Jahres, wurden über 260 Patienten auf Intensivstationen behandelt und mehr als 50 Personen starben an den Folgen der Erkrankung. Seit Ende Januar haben die Erkrankungsfälle stark zugenommen.

Erhöhte Influenza-Aktivität auch in Deutschland, nahe der tschechischen Grenze

Die aktuelle Zahl der erhöhten Influenza-Fälle in der Tschechischen Republik deckt sich mit den erhöhten Fallzahlen in Deutschland, die derzeit auch in den tschechischen Grenzgebieten beobachtet werden. 

Rund Zweidrittel der Patienten mit Grippe-Symptomen haben auch eine Influenza 

Bundesweit werden derzeit Grippefälle berichtet. Anfang Februar wurden deutschlandweit über 2.600 Influenzafälle registriert. Die meisten Fälle jedoch aus dem Norden und  Osten Deutschlands – auch die Zahl der Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen (ARI) ist auf einem hohen Niveau. Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet, dass zuletzt in der Grippesaison 2008/09 so viele Fälle beobachtet wurden. Die Experten schätzen, dass derzeit bei rund zwei Dritteln der Patienten mit Grippe-Symptomen auch eine Influenza vorliegt.

Zirkulierende Viren mit aktuellem Impfstoff gut abdeckbar

Die in Europa am stärksten zirkulierenden Grippeviren sind die Influenza A-Viren(H1N1), des Weiteren aber auch Influenza A(H3N2) und Influenza B-Typen. Über 30.000 Influenza-Erkrankungen wurden in Europa seit Beginn der Grippewelle registriert. Anfang Februar wurden aus 11 europäischen Ländern Influenza-Fälle berichtet – etliche mussten in Krankenhäuser behandelt werden. Alle Varianten sind durch die Schutzimpfung gut erfassbar.

Noch keine Resistenzen gegen Influenza-Medikamente (Neuramidasehemmer)

Nach Aussage der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert Koch-Institut, werden die zirkulierenden Viren derzeit gut mit dem aktuellen Impfstoff abgewehrt und können auch mit den bewährten Influenzamedikamenten gut behandelt werden, da bislang noch keine Resistenzen gegen die Neuraminidase-Hemmer Oseltamivir oder Zanamivir gefunden wurden. Anfang Februar wurden Testungen von den aktuell zirkulierenden Grippeviren in acht europäischen Ländern (Dänemark, Deutschland, Griechenland, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und England) durchgeführt. Die Testungen zeigten alle die gleichen positiven Ergebnisse.

Die meisten erkranken zwischen Dezember und April 

In Deutschland sterben jährlich laut Influenzaberichtet des RKI zwischen 5.000-8.000 Menschen an einer Influenza. Da die meisten Influenza-Krankheitsfälle zwischen Dezember und April auftreten, empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO, am Robert Koch-Institut älteren Menschen über 60 Jahre, Personen mit Grunderkrankungen und Schwangeren die Influenza-Schutzimpfung – idealerweise in den Monaten zuvor (Oktober und November).

Noch nicht zu spät für die Grippeimpfung

Ob eine Grippewelle einen normalen oder schweren Verlauf nimmt, kann nur schwer vorhergesagt werden, informiert das RKI. Fest steht: Grippewellen verlaufen jedes Jahr unterschiedlich. Gefährdet sind vor allem ältere Personen über 60 Jahre, chronisch Kranke und Schwangere. Eine Impfung ist für Risikopersonen auch zu diesem Zeitpunkt noch sinnvoll, rät das RKI, allerdings muss berücksichtigt werden, dass sich der Impfschutz erst nach zwei Wochen vollständig ausbildet.