15. Okt 2013

Türkei: Masernfälle nehmen zu

flughafen2 In der Türkei hat sich die Zahl der Masernkranken in diesem Jahr gegenüber dem letzten Jahr um ein Vielfaches erhöht. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden rund 6.000 Masern-Fälle berichtet. Hingegen registrierten die Gesundheitsbehörden im Jahr 2012 nur 349 Erkrankungsfälle. Die Gesundheitsbehörden nehmen an, dass die erhöhte Zahl der Erkrankungen v.a. im mediterranen Raum und dem Südosten des Landes, auf die wachsende Zahl der syrischen Immigranten, sowie auf die Reisenden aus dem europäischen Ausland zurückzuführen ist.  

Masernschutz wird für Reisende immer wichtiger  

Maserninfektionen treten bei Reisenden immer öfter auf. So infizierten sich vor Kurzem erst vier australische Reisende nach ihrem Aufenthalt in Bali, Indonesien. Auch Reisen innerhalb Europas können innerhalb mancher Regionen ein erhöhtes Infektionsrisiko für Masern beinhalten. Somit stellt die Masernimpfung bei Reisenden ein immer größer werdendes Thema dar. Reisende die keinen Masernschutz besitzen, können sich in Ländern mit Masernvorkommen anstecken und die Krankheit in ihr Heimatland importieren. So wurden zum Beispiel in den USA rund 200 Masernfälle im Jahr 2011 auf Aufenthalte im Ausland zurückgeführt und somit durch internationales Reisen verursacht. Die Masern galten noch vor wenigen Jahren in vielen Staaten der USA als quasi ausgerottet, bis sie durch Reisende die in Übersee verschiedene Länder mit Masernvorkommen besuchten, wieder ins Land importiert wurden.  

Rund 7000 Masernfälle in der EU  

Anfang Dezember 2012 wurden für das vergangene Jahr 7.016 Masernfälle in der EU gezählt. Bei den 2012 gemeldeten Masernfälle entfielen 94% der Fälle auf nur wenige Länder: Rumänien, England, Frankreich, Italien und Spanien. Dennoch zeigen sich die europäischen Gesundheitsbehörden zuversichtlich, dass das Ziel der WHO zur Ausrottung der Masern im Jahr 2015 erreicht werden könnte. Rund 95% aller weltweit gemeldeten Masern-Erkrankungs- und Todesfälle werden aus Ländern mit schlecht ausgeprägter medizinischer Infrastruktur berichtet - das bedeutet viele Reiseländer.  

Masernimpfschutz ist bei Reisen in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen empfohlen

Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.