19. Mai 2016

Uganda: Gelbfieber-Ausbruch

iStock/teptong

Bis 11. Mai 2016 wurden aus Uganda über 50 Gelbfieber-Verdachtsfälle berichtet. Nach Angabe der Gesundheitsbehörden ist vor allem der Masaka Distrikt, in der zentralen Region Ugandas, betroffen. Ebenso wurden Erkrankungen aus den Distrikten Rukungiri (West-Region) und Kalangala (Zentral Region) gemeldet. Durch das derzeit erhöhte Übertragungsrisiko besteht auch die erhöhte Gefahr einer Ausbreitung in die Nachbarländer, in denen weder die Bevölkerung noch Reisende gegen Gelbfieber geimpft sind (z.B. Namibia, Sambia). Reisende in Risikoländer mit Gelbfieber-Vorkommen sollten einen Gelbfieber-Impfschutz haben. Ebenso sollte bei ersten Krankheitsanzeichen bei Personen die aus Angola oder Uganda einreisen differentialdiagnostisch auch an Gelbfieber gedacht werden.

Gelbfieber-Ausbruch in Angola breitet sich weiter aus – auch Reisende sind betroffen

Die meisten Erkrankungsfälle werden jedoch weiterhin aus Angola berichtet. Im Zeitraum von Dezember 2015 bis 11. Mai 2016 wurden 2.267 Gelbfieber-Erkrankungen – darunter 293 Todesfälle registriert. Besonders betroffen sind trotz intensiver Bekämpfungsmaßnahmen weiterhin die Hauptstadt  Luanda, sowie Huambo und Benguela. Mitarbeiter der WHO (Weltgesundheitsorganisation) führen seit Wochen und Monaten landesweite Impfkampagnen zum Infektionsschutz der Bevölkerung durch. Dennoch wurden in drei Länder Gelbfieber-Fälle durch Reisende aus Angola importiert: China (11 Fälle),  Kenia (2 Fälle) und Demokratische Republik Kongo (39). Diese Tatsache betont die Wichtigkeit der Schutzimpfung im Reiseverkehr unabhängig von den jeweiligen Landes-Einreisevorschriften.

Reisende und reisemedizinisch beratende Ärzte sollten in den kommenden Wochen die Gelbfieber-Einreisevorschriften aufmerksam beobachten.

In den kommenden Wochen und Monaten werden Veränderungen sowohl bei den Einreise-Vorschriften als auch Impfempfehlungen für Gelbfieber in den verschiedenen Ländern erwartet. Hintergrund bildet die Änderung hinsichtlich der Gelbfieber-Impfschutzdauer der die Weltgesundheitsorganisation im Mai 2014 zugestimmt hat. Demnach ist eine einmalige Gelbfieber-Impfung erforderlich um einen lebenslangen Schutz zu gewährleisten. Eine Auffrischimpfung wird nicht mehr erforderlich sein. Bis 11. Juli 2016 soll die Internationale Gesundheitsvorschrift (IGV) in Kraft treten, allerdings ist anzunehmen, dass die Anpassung in den Mitgliedstaaten schrittweise erfolgt.  Daher ist es sinnvoll bei Reisen in Länder mit Gelbfieber- Impfvorschriften (auch Transit), sich  über die jeweiligen aktuellen Vorschriften bei einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle oder der Botschaft des Einreiselandes zu informieren. Außerdem sind bei Aufenthalten in ländlichen Regionen auch sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen unbedingt ratsam.

Gelbfieber: für Reisende eine seltene aber auch lebensgefährliche Krankheit

Für Reisende, die ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, kann die Erkrankung häufig  tödlich enden. Grundsätzlich gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Daher empfiehlt die WHO eine Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete. Die Gelbfieberimpfung sollte mindestens 10 Tage vor Einreise in Gelbfieberrisikogebiete erfolgen. Nach Prüfung der Expertenkommission der WHO im Jahr 2013 wurde darauf hingewiesen, dass eine einzige Impfdosis der Gelbfieber-Impfung bereits ausreicht, um lebenslang vor Gelbfieber geschützt zu sein. Den Hinweis darauf ergaben zahlreiche Untersuchungen der letzten Jahre. Innerhalb von 30 Tagen bildet sich bei 99% aller Geimpften der vollständige immunologische Schutz aus. Bislang galt die Empfehlung die Impfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Die Einreisevorschriften für Gelbfieber werden jedoch von den jeweiligen Ländern selbst festgelegt, daher wird im Rahmen der Einreisevorschrift gegenwärtig noch weiterhin von einigen Ländern die Auffrischimpfung alle 10 Jahre verlangt. Die WHO (International Travel and Health) bietet eine Länderliste mit Auflistung der Gelbfieber Reisebestimmungen an.