8. Mrz 2013

Uganda: Masern im Westen des Landes

In den vergangenen Wochen wurden aus dem Hoima Distrikt, im Westen Ugandas vermehrt Masern-Fälle berichtet. Mehr als 160 Erkrankungen – darunter auch Todesfälle – wurden bereits in diesem Jahr registriert. Im Januar wurden erste Fälle in der Region Kabwooya beobachtet, weitere Fälle folgten in Kiziranfumbi, Kyangwali, Sayuni, Kabegaramire, Nyairongo, Rwenkobe, Ibahura, Karokarungi, Dongo, Rwengabi und Nyakabaale. Seit mehr als 10 Jahren soll es nicht mehr einen so starken Ausbruch in der Region gegeben haben, berichten die örtlichen Gesundheitsbehörden. Größere Impfkampagnen in den betroffenen Gebieten wurden eingeleitet, um vor allem Kinder vor der Infektionskrankheit zu schützen.

Auch andere afrikanische Länder melden Masern

Auch aus Kamerun wurden in diesem Jahr mehr als 100 Masernfälle durch medizinische Untersuchungen bestätigt. Die Zahl der Verdachtsfälle liegt jedoch weitaus höher bei rund 1.200 Fällen - darunter mehr als 70 Todesfälle. Die Masern gehören nach wie vor zu einer der häufigsten Todesursachen einheimischer Kinder. Auch im Norden der Demokratischen Republik Kongo werden vermehrt Masern gemeldet. Auch aus Nigeria wurde aus dem westlichen Bundesstaat Niger ein Masern-Ausbruch berichtet. Sechs Gemeinden sind betroffen. Einige der erkrankten Kinder müssen im Krankenhaus von Minna, der Hauptstadt des Bundesstaates, wegen Komplikationen behandelt werden. Betroffene Bezirke sind vor allem Nassarawa C, Ungwan Daji, Tayi, Albishir, Dutse Kura Gwari und  Kutirku in Chanchanga.

Weltweit rund 380 Masern-Tote täglich

Die WHO hofft durch Impfkampagnen in den betroffenen Ländern die Masern bis zum Jahr 2015 auszurotten. Bei den weltweit jährlich angenommenen Masern-Todesfällen handelt es sich um Schätzzahlen, da nicht alle Länder diese Zahlen zuverlässig erfassen, insbesondere nicht die Länder Afrikas und Asiens. Medizinischen Schätzungen zufolge ist man für das Jahr 2010 von rund 139.300 Masern-Todesfällen ausgegangen. Das bedeutet nahezu 380 Masern-Todesfälle täglich bzw. rund 15 Todesfälle in der Stunde. Untersuchungen zeigten, dass rund 95% aller Masern-Todesfälle aus Ländern mit schlecht ausgeprägter medizinischer Infrastruktur berichtet werden. Das bedeutet auch in vielen Reiseländern.

Reisende sind ebenfalls gefährdet

So lange es noch Masern gibt, bleibt das Infektionsrisiko jedoch bestehen. Reisende die keinen Masernschutz besitzen können sich in Ländern mit Masernvorkommen anstecken und die Krankheit in ihr Heimatland importieren. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang Fälle berichtet. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.