23. Jul 2015

USA: Beulenpest in Colorado

iStock/welcomia Am 17. Juli 2015 wurde in Chaffee County, im Bundesstaat Colorado, ein Fall der Beulenpest registriert. Nach Aussage der Gesundheitsbehörden wurde der Patient stationär im Krankenhaus aufgenommen und behandelt. Seit 2005 ist dieser Erkrankungsfall der 18. Fall, der bei Einwohnern in Colorado beobachtet wurde. Die Beulenpest wird durch Flöhe übertragen. Wahrscheinlich wurde der Patient durch einen Flohstich seines erkrankten Hundes mit den Pesterregern infiziert. Der Hund hat sich bereits von seiner Krankheit erholt. Ob es sich dabei um die Pest gehandelt hat, werden weiterführende Untersuchungen ergeben. Die Testergebnisse stehen derzeit noch aus. Die Inkubationszeit der Beulenpest beträgt 1 – 6 Tage. Da sich der Erkrankte in den Tagen der Infektion nur in Chaffee County aufhielt, werden derzeit Nagetiere aus der Region auf Pesterreger untersucht. Mountainbiker in der Region des Little Rainbow Trailhead, sollten sich von Nagetieren fernhalten. Die Region Chaffee County liegt innerhalb der Rocky Mountains inmitten der Gebirgskette Sawatch mit ihren Viertausender Berggipfeln.  

Weitere Pestfälle in Colorado  

Erst im Juni starb ein 16-jähriger Junge aus Larimer County, der den Cherokee Park in North Colorado besuchte, an der Pest. Dieser Fall ist seit 1999 der erste Erkrankungs- und Todesfall im County. Die einzigen infizierten Tiere die man in der Region fand, befanden sich in einer für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Region mit einem erhöhten natürlichen Aufkommen von Specksteinen. Ebenfalls erkrankte in diesem Jahr ein sieben Jahre altes Mädchen beim Campen im Südwesten Colorados an der Pest. Sie wurde sofort behandelt und hat in der Zwischenzeit die Pest vollkommen verwunden.  Die Pest kann sich durch das vermehrte Auftreten infizierter Nagetiere regional vermehren.  

Pestrisiko auch in New Mexico, Arizona, Colorado, Kalifornien und Oregon 

Nach wie vor werden in den USA 1-17 Pestfälle jährlich registriert. Betroffen sind vor allem die ländlichen Regionen die ein erhöhtes Vorkommen von Nagetieren aufweisen, v.a.  im Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd-Colorado, Kalifornien, Süd-Oregon, als auch im Westen von Nevada. In den meisten Fällen kommt es zur Beulenpest, die bei 80% aller infizierten Fälle, beim Menschen in den amerikanischen Risikogebieten auftritt. Durchschnittlich verläuft einer von sieben Pestfällen in den USA tödlich. Eine rechtzeitige Behandlung ist unabdingbar.  

Häufigste Pestform: Beulenpest 

Bei der Beulenpest befallen die Bakterien die Lymphknoten und verursachen eine Vergrößerung der Lymphknoten, die wie "Beulen" (sog. Bubonen) der Haut imponieren und auch eitern können. Die Pest in den USA wird zumeist bei Jägern oder Wanderern berichtet, die entlegene Naturherdgebiete (z.B. in den Rocky Mountains) aufsuchen.  Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Campen, Trekking- und Abenteuertouren in Infektionsgebieten, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.