9. Jan 2022

USA: Hepatitis A nach Restaurantbesuch

Hepatitis, Impfung iStock/Jodi Jacobson

Aus dem Bundesstaat Pennsylvania melden die Gesundheitsbehörden einen Ausbruch von Hepatitis A bei Gästen eines italienischen Restaurants. Todesfälle, die im Rahmen des Ausbruchs aufgetreten sind, werden derzeit näher untersucht. Nach Aussage der Behörden sollen neun Personen in Montgomery County betroffen sein, davon mussten sieben aufgrund gesundheitlicher Beschwerden angeblich ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Gesundheitsbehörde von Pennsylvania und das Amt für öffentliche Gesundheit von Montgomery County untersuchen aktuell die Ursache des Ausbruchs im Südosten Pennsylvanias. In den Vereinigten Staaten kommt es immer wieder zu Hepatitis A-Ausbrüchen. Das Gesundheitsamt informiert, dass wirksame Impfstoffe gegen Hepatitis A zur Verfügung stehen und dass jeder, der an einer Impfung interessiert ist, sich mit seinem Hausarzt besprechen oder beim Gesundheitsamt anrufen solle.

Hepatitis A-Viren auch in Gefrierobst und Trockengemüse

Hepatitis A ist in den USA nicht selten. Seit 2016 haben 36 Bundesstaaten bis 1. Oktober 2021 insgesamt 42.371 Hepatitis A-Fälle gemeldet, davon mussten rund 61 % der Erkrankten wegen ihrer Krankheitsbeschwerden im Krankenhaus aufgenommen werden; rund 320 Pateinten verstarben. In den USA verbreitet sich die Infektion häufig durch engen Kontakt zwischen Drogenkonsumenten und Obdachlosen sowie unter Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Dennoch kommt es in den USA auch immer wieder zu Ausbrüchen durch verunreinigte Lebensmittel. Da Hepatitis A-Viren relativ umweltresistent sind, können sie über längere Zeit vermehrungsfähig bleiben. In den vergangenen Jahren wurde daher die Übertragung von Hepatitis-A-Viren auch über Gefrierobst (z.B. Beeren, Erdbeeren bzw. Erdbeereis) oder Trockengemüse bzw. -obst (getrocknete Tomaten, Datteln) in verschiedenen Ländern Europas und den USA beobachtet. Hepatitis A-Viren können eine Vielzahl von Lebensmitteln kontaminieren, entweder durch abwasserverschmutztes Wasser oder direkt durch eine infizierte Person die bei der Verarbeitung mit den Lebensmitteln in unmittelbaren Kontakt gekommen ist.

Viele Reiseländer haben ein erhöhtes Hepatitis A-Risiko

Die Hepatitis A ist weltweit verbreitet. Ein Risiko besteht vor allem bei Fernreisen in tropische Länder, aber auch bei "nahen" Zielen wie den Mittelmeerländern und Osteuropa. Das Hepatitis-A-Übertragungsrisiko unterliegt regionalen Schwankungen und richtet sich oft nach den Hygienestandards in der Region bzw. im Land. In Regionen mit niedrigem Hygienestandard besteht meist ein erhöhtes Übertragungsrisiko. Ein Schutz vor Hepatitis A besteht durch eine sorgfältige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene sowie durch Impfung. Eine Schutzimpfung ist kurzfristig vor Reiseantritt möglich. Aufgrund der langen Inkubationszeit (ca. 15-50 Tage) und dem schnellen Aufbau des Impfschutzes (12-15 Tage) kann die Impfung auch noch kurz vor der Abreise (z.B. bei „Last-Minute-Reisen“) verabreicht werden. Nach 6 Monaten erfolgt die zweite Impfung. Damit wird der Langzeitschutz erreicht und die Grundimmunisierung ist vollständig abgeschlossen. Eine Impfung ist Reisenden empfohlen, bei Reisen in Risikogebiete und für Risikopersonen d.h. Personen, die ein Risiko haben, besonders schwer zu erkranken.

Eine Reisende, die sich in den Tropen auskennt, sich entsprechend vorsichtig verhält und dennoch durch eine kleine Unachtsamkeit sich in Indien mit Hepatitis A ansteckte, erzählt von ihren Erfahrungen in einem Video.