28. Mai 2021

USA: Pest im Stadtzentrum von Colorado Springs

Eichhörnchen iStock/Manook

In El Paso County im zentralen Teil des US-Bundesstaates Colorado wurden Eichhörnchen positive auf Pesterreger getestet. Aktuell betroffen ist die Region Old North End in Colorado Springs. Gesundheitsbehörden von El Paso County warnen, dass durch infizierte Flöhe Pesterreger auf den Menschen oder auf Haustiere übertragen werden können. Ebenso warnen die Behörden Tierbesitzer davor, dass Haustiere v. a. frei laufende Hunde und Katzen die Nagetiere jagen und fressen, sich durch den Verzehr infizierter Tiere mit den Pesterregern infizieren könnten. So gaben die Gesundheitsbehörden in El Paso County am Mittwoch den Mai 2021 bekannt, dass die Pest bereits in einem Haustier im Norden der Innenstadt von Colorado Springs (Stadtzentrum) nachweislich bestätigt wurde. In der Region ist die Pest bei Eichhörnchenarten, Präriehunden, Erd- und Streifenhörnchen in Colorado nicht ungewöhnlich. Die Pest ist heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Vorsichtsmaßnahmen sind empfohlen

Die Gesundheitsbehörden empfehlen, wenn eine ungewöhnliche Anzahl von toten wilden Nagetieren in der unmittelbaren Umgebung bemerkt wird, sich an das örtliche Gesundheitsamt zu wenden und sich von den kranken bzw. toten Tieren fernzuhalten. Da die Pest regelmäßig unter wilden Nagetieren in El Paso County gefunden wird, ist es wichtig, nachfolgende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Füttern oder berühren Sie keine wilden Tiere, wie Präriehunde, Kaninchen, Streifenhörnchen, Eichhörnchen und andere Nagetiere.
  • Berühren Sie keine kranken oder toten Tiere.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Wohnung so nagetiersicher wie möglich ist.
  • Tragen Sie vor und während der Wanderung ein Insektenschutzmittel zum Schutz vor Flöhen.
  • Schützen Sie Ihre Haustiere mit einer geeigneten Flohbekämpfung (Tierarzt befragen).
  • Halten Sie Haustiere und Kinder von wilden Tieren fern.

Vereinzelnde Pestfälle auch in den USA

In USA kommt es seit 1900 immer wieder vereinzelnd zu Pestfällen. In den vergangenen Jahren wurden jährlich zwischen 1-17 Fälle in den USA registriert. Menschliche Pestfälle treten im Wesentlichen in zwei Regionen auf: im Norden von New Mexiko, Nord Arizona und Süd Colorado und außerdem in Kalifornien, Süd Oregon und West Nevada. In mehr als 80% aller Pestfälle in den USA handelt es sich um Beulenpest. Durch Flohstiche, die häufig primär an den Beinen zu finden sind, gelangen die Bakterien über die Lymphbahnen zuerst in die Lymphknoten der Leistenregion. Von dort ausgehend ist ein Befall weiterer Lymphknoten oder gar eine Ausbreitung auf den ganzen Körper möglich.

Für Reisende besteht nur im Ausnahmefall ein Infektionsrisiko 

Grundsätzlich besteht für Reisende nur in absoluten Ausnahmefällen ein Infektionsrisiko, wobei Trekking-Reisende in ländlichen Gebieten ein höheres Infektionsrisiko haben. Dieses kann v.a. durch Aufenthalte in ländlichen Gebieten in denen aktuell Pestfälle vorkommen, gegeben sein. Meist sind diese Regionen touristisch nicht erschlossen und die Reisen finden unter einfachsten Bedingungen statt z.B. Trekking- und Abenteuertouren. In den Jahren zwischen 2010 bis 2015 wurden der Weltgesundheitsorganisation weltweit 3.248 Pestfälle gemeldet, darunter 584 Todesfälle. Aktuelle Ausbrüche wurden v.a. aus ländlichen Regionen Afrikas, Asiens, Süd- und Nordamerikas berichtet. 2017 infizierte sich ein Reisender in Madagaskar mit der Lungenpest und steckte Mitreisende an.