24. Aug 2015

USA: Pest im Yosemite National Park

iStock/RyanKing999 Am 19. August meldeten die Gesundheitsbehörden den ersten Pestfall in Georgia. Dabei handelt es sich um einen Urlauber der Anfang August Kalifornien besuchte und nach seiner Wandertour an Beulenpest erkrankte. Erst am 18. August meldeten die kalifornischen Gesundheitsbehörden einen Pestfall in Kalifornien. Wieder handelt es sich um einen Besucher des Yosemite National Park, der nach seinem Besuch und einer Übernachtung im Nationalpark erste Krankheitszeichen zeigte. Es wird daher vermutet, dass sich der Besucher noch während seines Aufenthalts im Nationalpark mit den Pest-Erregern infizierte. Dieses ist nun der zweite Pestfall der innerhalb weniger Wochen in Kalifornien registriert wurde. Die Parkaufsicht ließ bis 21. August den Zeltplatz von Tuolumne Meadows schließen, nachdem dort zwei Eichhörnchen tot aufgefunden wurden, die mit Pesterregern infiziert waren. Bereits Mitte Juli wurde der erste Pestfall im Yosemite National Park bei einem Kind registriert, das sich in der Nähe des Stanislaus Nationalwaldes aufhielt. Das Kind ist nun auf dem Weg der Besserung. Weitere Mitglieder der Camper-Gruppe, die sich am gleichen Ort aufhielten erkrankten nicht. Seit 2006 sind in Kalifornien keine Pestfälle mehr aufgetreten. Damals wurden drei Pestfälle in Mono, Los Angeles und Kern registriert. Seit 1970 kam es in Kalifornien zu 42 erfassten Pestfällen, von den neun tödlich verliefen.

Zwei Pest-Todesfälle in Colorado in diesem Jahr

Ebenfalls in diesem Jahr erkrankten zwei Personen in Colorado an der Pest. Beide Personen starben; ein Teenager aus Larimer County, der den Cherokee Park in North Colorado besuchte, und ein Erwachsener aus Pueblo County, der die Region Chaffee County bereiste. Seit 2005 sind 18 Pestfälle in Colorado registriert worden. Die Region Chaffee County liegt innerhalb der Rocky Mountains inmitten der Gebirgskette Sawatch mit ihren Viertausender Berggipfeln und bildet ein Naturparadies für Wanderer und Mountainbiker.

Die meisten Pestfälle in den USA werden aus vier Bundesstaaten berichtet: Colorado, Utah, Arizona und Neu Mexiko

Betroffen sind vor allem die ländlichen Regionen die ein erhöhtes Vorkommen von Nagetieren aufweisen, v.a. im Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd-Colorado, Kalifornien, Süd-Oregon, als auch im Westen von Nevada. Wildlebende Nagetiere wie zum Beispiel Hasen, Eichhörnchen, Streifenhörnchen o.ä., die als Wirt der Pesterreger dienen, können die Erreger durch Flohstiche an den Menschen weitergeben. Die Pest in den USA wird zumeist bei Jägern oder Wanderern berichtet, die entlegene Naturherdgebiete (z.B. in den Rocky Mountains, National Parks) aufsuchen. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Campen, Trekking- und Abenteuertouren in Infektionsgebieten, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.

Häufigste Pestform: Beulenpest

Nach wie vor werden in den USA 1-17 Pestfälle jährlich registriert. In den meisten Fällen kommt es zur Beulenpest, die bei 80% aller infizierten Fälle, beim Menschen in den amerikanischen Risikogebieten auftritt. Durchschnittlich verläuft einer von sieben Pestfällen in den USA tödlich. Eine rechtzeitige Behandlung ist unbedingt erforderlich. Bei der Beulenpest befallen die Bakterien die Lymphknoten und verursachen eine Vergrößerung der Lymphknoten, die wie "Beulen" (sog. Bubonen) der Haut imponieren und auch eitern können.  Die Beulenpest wird meist durch Flöhe übertragen. Die Inkubationszeit der Beulenpest beträgt 1-6 Tage.

Tipps für Camper, Wanderer oder Reisende die Regionen mit Pest besuchen

  • Camper, Wanderer oder Reisende die Regionen mit Pest besuchen sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen befolgen:
  • Vor dem Essen die Hände gut waschen
  • Kein Kontakt zu wildlebenden Nagetieren und ihren Exkrementen, sowie toten Tieren.
  • Kein Campen in der Nähe von Kaninchenbau oder dem Erdloch/Höhle anderer Nagetiere 
  • Benutzen von DEET-haltigen Cremes die das Risiko von Flohstichen reduzieren
  • Kein Füttern von wildlebenden Nagetieren (Lebensmittel gut wegsperren, damit keine Tiere angelockt werden)
  • Kein Feuerholz in Innenräumen lagern
  • Haustiere von Nagetieren fernhalten

Im Jahr 2013 wurden weltweit 783 Pestfälle registriert – darunter 126 Todesfälle. Die meisten Fälle wurden aus folgenden drei Ländern berichtet: Madagaskar, Peru und der Demokratischen Republik Kongo. Die Pest wird sowohl aus Afrika, Asien als auch Südamerika berichtet. Die meisten Pestfälle seit dem Jahr 1900 treten in Afrika auf. In Europa wurde die Pest seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr beobachtet.