15. Aug 2013

USA: Pest in New Mexiko

floh In New Mexiko wurde am 12. August der erste Pestfall in diesem Jahr registriert. Bei dem Erkrankten handelt es sich um einen 15 -jährigen Jungendlichen aus Torrance County. Nach Aussage der Gesundheitsbehörden ist das höchste Pestrisiko in New Mexiko während der Sommerzeit. Die Übertragung in der Region erfolgt häufig durch Flohstiche, die sich zuvor bei befallenen Nagetieren infizierten und dann die Erreger beim Stich auf den Menschen übertragen. Auch Haustiere, die sich durch Kontakt mit toten infizierten Nagetieren durch Flöhe befallen werden, können Menschen infizieren. In New Mexiko wurde im vergangenen Jahr nur ein Pestfall berichtet. Im Vorjahr waren es zwei Fälle. Im Jahr 2009 kam es zu 9 Pestfällen und 1 Todesfall. Bei den meisten Erkrankungsfälle in der Region handelt es sich um Beulenpest. 

Jährlich 1 bis 17 Pestfälle in den USA 

Nach jüngsten Veröffentlichungen des CDC (Centers for Disease Control and Prevention) werden in den Vereinigten Staaten jährlich zwischen 1-17 Pestfälle berichtet. Rund 50% der Erkrankten sind im Alter von 12-45 Jahren. Die Erkrankungen werden v.a. aus dem Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd Colorado, Kalifornien, Süd Oregon und West Nevada berichtet. In mehr als 80% der Fälle handelt es sich um die Beulenpest .  Bei dieser Pestform befallen die Bakterien die Lymphknoten und verursachen eine Vergrößerung der Lymphknoten, die wie "Beulen" (sog. Bubonen) der Haut imponieren und auch eitern können.

Die meisten Pesterkrankungen werden in Afrika beobachtet  

Die Pest wird sowohl aus Afrika, Asien als auch Südamerika berichtet. Die meisten Pestfälle seit dem Jahr 1900 treten in Afrika auf. Vor allem betroffen sind Ostafrika (u.a. Tansania), Madagaskar, die Mongolei, Vietnam, Myanmar, Indien und Peru. Die meisten Erkrankungen der letzten 20 Jahre werden bei der Landbevölkerung aus kleinen Dörfern beobachtet. Die Weltgesundheitsorganisation zählt jährlich zwischen 1000-2000 Pest-Fälle wobei eine hohe Dunkelziffer angenommen wird. Madagaskar gehört zu den Ländern mit dem höchsten Pestvorkommen. Die Pest tritt ganzjährig auf. Eine Häufung von Erkrankungsfällen wird in den Monaten Oktober bis April beobachtet. 

Sehr geringes Infektionsrisiko für Reisende  

Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. So wird die Pest in den USA zumeist bei Jägern oder Wanderern berichtet, die entlegene Naturherdgebiete (z.B. in den Rocky Mountains) aufsuchen.  Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.