26. Sep 2015

USA: Pest in Santa Fe

iStock/coopder1 Erneut wurde ein Pestfall aus New Mexico berichtet. Dabei handelte es sich um den vierten Pestfall, der in diesem Jahr aus dem Bundesstaat im Südwesten der Vereinigten Staaten gemeldet wurde. Die an der Pest erkrankte 73-jährige Frau stammte aus Santa Fe. Sie ist die zweite Pestkranke die in diesem Jahr in der Hauptstadt New Mexikos registriert wurde. Nachdem sie im Krankenhaus behandelt wurde, ist sie nun zurück Zuhause und auf dem Weg der Besserung. Die andere Pestkranke Frau aus Santa Fe erlag in diesem Jahr mit 52 Jahren der Krankheit. Die anderen beiden Pest-Erkrankungsfälle wurden aus der Stadt Bernalillo berichtet. Beide Personen sind bereits wieder gesund.  

Bei 20-25% besteht eine „septikämische Pest“   

Bei der letzten gemeldeten Pesterkrankung handelte es sich um die sogenannte „septikämische Pest“.  Bei dieser Pestform kommt es u.a. zu einer erhöhten Blutungsneigung. Wenn sich die Pestbakterien über den Blutweg im Körper ausbreiten, kann es sehr schnell zu einer sog. Sepsis ("Blutvergiftung") kommen. Die Ausbreitung der Bakterien im ganzen Körper und die Absiedlung in unterschiedliche Organe kann in kürzester Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen. Bei rund 20-25% aller Pestfälle in New Mexico handelt es sich um eine „septikämische Pest“.   

Pest wird durch Flöhe übertragen   

Die Pest tritt in vielen Regionen New Mexicos auf. Die Übertragung erfolgt durch Flöhe die durch infizierte Nagetiere, wie zum Beispiel Eichhörnchen, Hasen oder Ratten die Erreger aufnehmen und den Menschen beim Stich übertragen. Nicht selten werden die infizierten Flöhe durch Haustiere, die nicht gegen Flöhe geschützt sind, aus den umliegenden Naturgebieten in die Wohnräume und somit in die Nähe des Menschen gebracht. Auch Haustiere können erkranken und so wurde in diesem Jahr die Pest bei acht Hunden und Katzen in Bernalillo, Santa Fe und Torrance berichtet.   

Bereits 15 Pest-Fälle in den USA   

Dieses Jahr wurden in den USA 15 Pestfälle berichtet – darunter vier Todesfälle. Erst im August meldeten die Gesundheitsbehörden zwei Pestfälle: Einen in Georgia und einen in Kalifornien. Die meisten Pestfälle in den USA werden aus vier Bundesstaaten berichtet: Colorado, Utah, Arizona und New Mexico. Betroffen sind vor allem die ländlichen Regionen die ein erhöhtes Vorkommen von Nagetieren aufweisen, v.a. im Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd-Colorado, Kalifornien, Süd-Oregon, als auch im Westen von Nevada. Wildlebende Nagetiere wie zum Beispiel Hasen, Eichhörnchen, Streifenhörnchen o.ä., die als Wirt der Pesterreger dienen, können die Erreger durch Flohstiche an den Menschen weitergeben. Die Pest in den USA wird zumeist bei Jägern oder Wanderern berichtet, die entlegene Naturherdgebiete (z.B. in den Rocky Mountains, National Parks) aufsuchen. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Campen, Trekking- und Abenteuertouren in Infektionsgebieten, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.