23. Dez 2018

Venezuela: Diphtherie nimmt zu

Venezuela Angel Falls iStock / DouglasOlivares

Die Diphtherie-Erkrankungen in Venezuela haben weiter zugenommen. Seit Beginn des Ausbruchs im Juli 2016 bis Anfang Dezember 2018 sind mehr als 2.350 Fälle registriert worden. Dabei lag in diesem Jahr, so wie im Vorjahr, die Zahl der Neuerkrankungen an Diphtherie bei rund 1.000 Erkrankungsfällen. Insgesamt wurden mehr als 230 Todesfälle registriert,- die meisten wurden in diesem Jahr gezählt (118). Während zu Beginn des Ausbruchs im Jahr 2016 nur fünf Bundesstaaten betroffen waren, sind es in der Zwischenzeit 22 Bundesstaaten mit 99 Stadtgemeinden. Die Diphtherie wurde in allen Altersgruppen festgestellt; die meisten Erkrankungen registrierte die Gruppe der 1 – 39-jährigen. Die lokalen Gesundheitsbehörden führen vielerorts Impfkampagnen durch, um der weiteren Ausbreitung der Infektionskrankheit entgegenzuwirken. 

Diphtherie tritt weltweit auf 

Diphtherie-Bakterien treten weltweit auf und erzeugen ein gefährliches Gift (Diphtherietoxin). Die Erreger werden mittels Atemluft, z.B. durch Küssen, Niesen, Husten übertragen (Tröpfcheninfektion). Eine Ausnahme bildet die Hautdiphtherie, bei der die Erregerübertragung durch Schmierinfektionen stattfindet. Die Hautdiphtherie ist in Europa eher selten und tritt vor allem in den tropischen Ländern auf. Im vergangenen Jahr erkrankte ein 51-jähriger Tourist nach seiner Rückreise aus Thailand an einer Hautdiphtherie. Vereinzelte Fälle wurden in den vergangenen Jahren bei  Obdachlosen, Drogensüchtigen, aber eben auch bei Reisenden beobachtet. Eine Untersuchung die in den Jahren 2000 bis 2009 durchgeführt wurde zeigte, dass von neun Diphtherie-Erkrankungen die in Deutschland registriert wurden, sieben einen reisemedizinischen Hintergrund hatten. 

Durchgemachte Krankheit hinterlässt keine sichere Immunität 

Die durchgemachte Krankheit hinterlässt keine sichere Immunität, daher ist eine vorbeugende Impfung gegen Diphtherie wichtig. Die Impfung schützt vor allem vor der Wirkung des Giftes im Körper und verhindert somit die folgenschweren Auswirkungen. Die Vergangenheit zeigte, dass bei sinkender Immunität in der Bevölkerung eine Zunahme der Diphtherie-Fälle beobachtet werden kann. Wegen der oft durch Impfmüdigkeit entstandenen Immunitätslücken der erwachsenen Bevölkerung wird eine zunehmende Empfänglichkeit beobachtet. Obgleich in vielen tropischen Ländern ein Rückgang der Erkrankungszahlen beobachtet wird, bleibt die Krankheit in vielen Reiseländern wie z.B. Brasilien, Nigeria, Indien, Indonesien oder auch den Philippinen endemisch.

Diphtherie-Impfung standardmäßig in Deutschland empfohlen  

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Diphtherie-Impfung für alle Personen in Deutschland ab dem 3. Lebensmonat. Nicht geimpfte oder Personen mit nicht eindeutig dokumentierter Grundimmunisierung sollten 2 Impfungen im Abstand von 4-8 Wochen und eine dritte Impfung ca. 12 Monate nach der 2. Impfung erhalten. Diese Zeitabstände sind als Mindestabstände zu verstehen, d.h. jede Impfung gilt (es gibt keine unzulässig großen Abstände zwischen den einzelnen Impfungen). Vor der Reise sollten möglichst zwei Impfungen gegen Diphtherie erfolgt sein. Beginn des Schutzes ungefähr 2 Wochen nach der zweiten Impfdosis. Nach vollständiger Grundimmunisierung sollte im Fall eines erhöhten Infektionsrisikos (z.B. vor Reisen in Infektionsgebiete) mit einer Impfung nachgeimpft werden, sofern die letzte Impfung mehr als 5 Jahre zurückliegt.  Außerdem empfiehlt die STIKO die Diphtherie-Impfung in Kombination mit Tetanus und Keuchhusten durchzuführen.