20. Aug 2016

Venezuela: Immer mehr Malaria

iStock / alicenerr Angel Falls, Venezuela

Die Malariasituation in Venezuela verschärft sich. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden landesweit mehr als 125.000 Malaria-Fälle in 23 Bundesstaaten registriert – darunter etliche Fälle der gefährlichen Malaria tropica. Damit hat die Zahl der Malariakranken in diesem Jahr um mehr als 70% zugenommen. In der Stadt Guayana kam es im Mai zu Hunderten von Malaria-Fällen, welche zur Überlastung der örtlichen Krankenhäuser geführt haben.

Malaria im Marcano Bezirk auf der Ferieninsel "Isla Margarita"

Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) empfiehlt bei Reisen in die südlichen und östlichen Provinzen Venezuelas (Amazonas, Bolivar) die Einnahme einer regelmäßigen Chemoprophylaxe. Eine der beliebtesten Touristenattraktionen ist der Wasserfall Salto Àngel (Angel Falls) im Urwald im Südosten des Landes. Auch hier und in den Nationalparks sollte eine Malaria-Chemoprophylaxe gewissenhaft durchgeführt werden. Ein geringeres Risiko besteht in Apure, Monagas, Sucre und Zulia. Sogar im Marcano Bezirk  auf der beliebten Ferieninsel "Isla Margarita" besteht ein geringes Übertragungsrisiko. In diesen Regionen ist die Mitnahme einer Malaria-Notfallmedikation empfohlen. Als Malariafrei gelten Caracas, La Asuncion, Maracaibo und der übrige Teil von Isla Margarita (mit Ausnahme des Marcano Bezirk). Gute Mückenschutzmaßnahmen sollten Tag und Nacht über die gesamte Reisedauer durchgeführt werden.

Bei jedem Malariaverdacht sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden

Erst wenn dieser innerhalb von 24 Stunden nicht erreichbar ist, sollte die notfallmäßige Selbstbehandlung durchgeführt werden. Nach jeder Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolle auf jeden Fall erforderlich, um zum einen die Diagnose „Malaria“ zu verifizieren und um sicher zu gehen, dass keine andere fieberhafte Infektionskrankheit die Beschwerden hervorgerufen hat. Sollte es sich wirklich um eine Malaria gehandelt haben, so sollte durch die Nachuntersuchung geklärt werden, ob die Behandlung erfolgreich war oder ggf. fortgesetzt werden muss. Ab dem 6. Aufenthaltstag in einem Malariagebiet, gilt jedes unklare Fieber als malariaverdächtig. Ebenso sollte bei der Rückkehr bei Fieber immer an eine Malaria mit gedacht werden, da durch die längere Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Erkrankung) auch noch Monate später nach Rückkehr eine Malaria auftreten kann. In aller Regel treten jedoch nahezu alle Malaria tropica-Fälle bei deutschen Reisenden innerhalb von 4 Monaten nach Rückkehr auf.