1. Mai 2015

Venezuela: Malaria in Bolívar und Amazonas

iStock/urf Die Zahl der Malaria-Erkrankungen in Venezuela hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Mehr als 30.000 Erkrankungsfälle wurden landesweit gemeldet – darunter mehr als 1.600 Neuerkrankungen alleine in der Woche vom 29. März bis 4. April. Die Erkrankungen traten in Bolivar (v.a. Sifontes) und den Amazonasstaaten auf. Siebzehn Fälle wurden aus Kolumbien, Brasilien und Guyana importiert. In rund Dreiviertel der Fälle handelt es sich um die milde Form der Malaria, die sogenannte Malaria tertiana, die durch den Erreger Plasmodium vivax verursacht wird. Rund ein Viertel der Fälle erkrankte hingegen an der lebensgefährlichen Malaria tropica. 

Küstenhälfte im Westen gilt als malariafrei

Die südlichen und östlichen Provinzen des Landes, v.a. Amazonas, Anzoátegui, Bolívar inklusive Angel Falls und Delta Amacuro gelten als Regionen mit mittlerem Infektionsrisiko. Ein geringeres Risiko besteht in Apure, Monagas, Sucre und Zulia. Die großen Städte, so wie die Küstenhälfte im Westen und die Isla Margarita gelten als malariafrei.

Mitnahme eines Malaria-Notfallmedikamentes ist empfohlen

Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft empfiehlt bei Reisen nach Venezuela die Mitnahme eines Malaria-Notfallmedikamentes (Stand-By), dass nur bei Verdacht auf Malaria und nur wenn kein Arzt zur Diagnostik und Behandlung zur Verfügung steht, eingenommen werden kann. Bei jedem Malariaverdacht sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Erst wenn dieser innerhalb von 24 Stunden nicht erreichbar ist, sollte die notfallmäßige Selbstbehandlung durchgeführt werden. Nach jeder Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolle auf jeden Fall erforderlich, um zum einen die Diagnose „Malaria“ zu verifizieren und um sicher zu gehen, dass keine andere fieberhafte Infektionskrankheit die Beschwerden hervorgerufen hat. Sollte es sich wirklich um eine Malaria gehandelt haben, so sollte durch die Nachuntersuchung geklärt werden, ob die Behandlung erfolgreich war oder ggf. fortgesetzt werden muss.

Malaria kann ab dem 6. Aufenthaltstag im Malariagebiet auftreten  

Ab dem 6. Aufenthaltstag in einem Malariagebiet, gilt jedes unklare Fieber als malariaverdächtig. Ebenso sollte bei der Rückkehr bei Fieber immer an eine Malaria mit gedacht werden, da durch die längere Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Erkrankung) auch noch Monate später nach Rückkehr eine Malaria auftreten kann. In aller Regel treten jedoch nahezu alle Malaria tropica-Fälle bei deutschen Reisenden innerhalb von 4 Monaten nach Rückkehr auf.