5. Mai 2014

Vietnam: Anstieg der Masernfälle

Die Zahl der Masern-Erkrankungen und - Todesfälle in Vietnam nimmt weiter zu. Bis Ende April stieg die Zahl der Todesfälle landesweit auf 128. Insgesamt wurden 3.751 Masern-Fälle in 61 von 63 Städten und Provinzen des Landes berichtet. Noch immer liegt die Durchimpfungsrate in Vietnam vielerorts zu niedrig, was die Ausbreitung der hoch ansteckenden Infektionskrankheit begünstigt. Den geringsten Impfschutz in der Bevölkerung weist die südliche Provinz Bac Lieu auf. Die Gesundheitsbehörden des Landes impfen weiter, mit dem Ziel die Masern bis zum Jahr 2017 landesweit auszurotten. 

Zahl der Masern-Fälle hat sich vervierfacht  

Auch aus der größten Stadt des Landes Ho Chi Minh, in der über 7 Millionen Menschen leben, werden Masernfälle berichtet. Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsämter wurden in diesem Jahr bis 24. April 1.471 Masern-Fälle registriert. Das entspricht ungefähr der vierfachen Menge an Masern-Fälle die insgesamt im vergangenen Jahr in der Stadt gezählt wurden. Die Zahl der Masern-Verdachtsfälle liegt mit 11.249 sehr viel höher als die Zahl der bislang bestätigten Fälle. Weiterführende Untersuchungen wurden eingeleitet.   

Alle Stadtdistrikte von Ho Chi Minh sind betroffen 

In allen 24 Distrikten der Stadt hat sich die Krankheit bereits ausgebreitet. Betroffen sind vor allem ungeimpfte Kinder. Ho Chi Minh gleicht mehr einer ländlichen Siedlungsstruktur außerhalb der Kernstadt am Westufer des Saigon-Flusses. Daher sind breitflächig angelegte Impfkampagnen unumgänglich, um einen ausreichenden Impfschutz in der Bevölkerung zu erreichen. Rund 70% aller Erkrankten sind Kinder, rund 30% Erwachsene.   

Masern sind auch bei Reisenden ein ernst zu nehmendes Risiko  

Auch Touristen können sich infizieren und sollten daher vor ihrer Reise nach Vietnam ihren Masernschutz kontrollieren. Reisende die keinen Masernschutz besitzen können sich in Ländern mit Masernvorkommen anstecken und die Krankheit in ihr Heimatland importieren. Reiserückkehrer sollten auf Beschwerden wie Fieber, Magen-Darmbeschwerden und Hautausschlag achten und bei ersten Hinweisen den Arzt aufsuchen. Bei den Masern handelt es sich um eine hochansteckende Krankheit. Eine rechtzeitige Diagnose verhindert schwere Krankheitsverläufe und eine Ausbreitung der Infektion im Umfeld.   

Impflücken sollten geschlossen werden   

Solange es noch Masern gibt, bleibt ein Infektionsrisiko bestehen. Rund 95% aller weltweit gemeldeten Masern-Erkrankungs- und Todesfälle werden aus Ländern mit schlecht ausgeprägter medizinischer Infrastruktur berichtet - das bedeutet viele Reiseländer. Um das Ziel der WHO die Masern weltweit auszurotten zu erreichen, müssen Impflücken v.a. bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschlossen werden. Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt daher Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Maserngebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.