20. Apr 2015

Vietnam: Regenzeit erhöht Infektionsrisiko

iStock/suc Vietnam ist ein Land mit regionalen Malaria- und Dengue Fieber-Vorkommen. Das Übertragungsrisiko nimmt in den Risikogebieten vor allem während der Regenzeit (April – ca. Oktober) zu. Während und nach der Hauptregenzeit besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, da während Regenzeiten durch die verbesserten Brutbedingungen die Zahl der Insekten zunimmt. Mit der Zunahme der Mücken, nimmt auch das Übertragungsrisiko für die einheimische Bevölkerung und Reisende zu. 

Grundsätzlich geringes Malariarisiko  

Ein ganzjähriges geringes Malariarisiko besteht im ganzen Land unter 1500 m, hauptsächlich in einigen zentralen und südlichen Provinzen: Gia Lai, Dak Lak, Kon Tum, Binh Phuoc, Dak Nong; im Westen der Provinzen von Khanh Hoah, Quang Tri, Ninh Thuan, Quang Nam, so wie im Nordwesten Lai Chau. In diesen Regionen geht man von einem Vorkommen von rund 60% des gefährlichen Malariaerregers P. falciparum aus. Da jedoch das Gesamtrisiko für Touristen an einer Malaria zu erkranken gering ist, ist die Mitnahme eines Malaria-Notfallmedikamentes ausreichend. Auf eine tägliche Einnahme einer Malaria-Chemoprophylaxe kann in der Regel verzichtet werden. Dennoch sollte das individuelle Malariarisiko, dass von Aufenthaltsort, Reisestil, Reisedauer, Unterkunft und vielen anderen Faktoren abhängt, rechtzeitig vor der Reise mit einem reisemedizinisch kundigen Arzt besprochen werden. So kann auf diesem Weg eine optimale Vorsorge getroffen werden. Als malariafrei gelten in Vietnam die großen Stadtzentren, das Delta des Roten Flusses, sowie das Mekong Delta und Küste nördlich von Nha Trang.  

Dengue Fieber verstärkt im Mekong Delta  

Alljährlich werden mehrere Tausend Dengue Fieber-Fälle – darunter auch Todesfälle – aus Vietnam berichtet. Das Vorkommen weist regionale Schwankungen auf, die von Umwelt- und Wettereinflüssen abhängen. Erkrankungsfälle werden unter anderem aus Ca Mau, Ho Chi Minh City, Dong Nai, Binh Duong, Binh Phuoc, Tay Ninh, Bac Lieu, Hanoi und Binh Thuan berichtet. Vor allem im Mekong Delta tritt Dengue Fieber, aufgrund der durch die vielen Wasserstellen günstig beeinflussten Brutbedingungen verstärkt auf. Anders als für Malaria besteht für Reisende nach Vietnam ein höheres Risiko einer Dengue Fieber-Infektion. So ist Vietnam einer der Top 5-Reiseländer in denen sich deutsche Touristen im vergangenen Jahr mit Dengue Fieber infizierten. Die meisten importierten Dengue Fieber-Fälle werden bei Reisen nach Südostasien beobachtet. 

Dengue Fieber und Malaria werden durch Mücken übertragen 

Sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen sind zur Vorbeugung gegen beide Krankheiten Tag und Nacht empfohlen. Zu diesen Schutzmaßnahmen gehören u.a. das Tragen von hautbedeckender Kleidung und das Auftragen von mückenabweisenden Cremes, Lotionen oder Sprays auf unbedeckten Hautstellen, als auch das Schlafen unter Mückennetzen oder auch das Verwenden von Insektenabtötende und –abweisende Mittel in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen, Steckern u.ä. im Wohn- und insbesondere Schlafbereich.