10. Jul 2016

Virushepatitis: Häufigste Todesursache

iStock/Jodi Jacobson

Einer aktuellen Untersuchung zufolge stellt die Virushepatitis die häufigste Todesursache weltweit dar. Die Leberentzündung die durch Viren hervorgerufen wird tötet jährlich mehr Menschen als AIDS, Tuberkulose und Malaria gemeinsam, so die Studienergebnisse, die am 7. Juli 2016 veröffentlicht wurden. Demnach stieg die Zahl der Todesopfer infolge einer Virushepatitis von 890.000 im Jahr 1990 auf rund 1,45 Mio. im Jahr 2013. Die Daten wurden in 183 Ländern erhoben und ausgewertet und geben die Todesopfer durch akute Leberentzündungen, Lebererkrankungen und Leberkrebs infolge einer viralen Leberentzündung wieder.

95% der Infizierten wissen nicht, dass sie infiziert sind

Während die Zahl der Tuberkulose- und Malaria-Todesfälle seit den neunziger Jahren rückläufig ist, zeigt sich die Zahl der Todesfälle infolge einer Virushepatitis steigend. Die Hepatitis“, auch „Gelbsucht“ genannt, ist eine Entzündung der Leber (griechisch Hepar) die unterschiedliche Ursachen haben kann. Neben seltenen Autoimmunerkrankungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch wird die Leberentzündung häufig durch Viren verursacht: A, B, C, D und E. Je nach Virusinfektion entsteht eine Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D oder Hepatitis E mit unterschiedlichen Folgen und Komplikationen. Nach Schätzungen wissen 95% der Infizierten nicht, dass Sie mit Hepatitis-Viren infiziert sind, obgleich eine frühzeitige Behandlung gegen Hepatitis B und C die Entwicklung der chronischen Form verhindern würden. Insgesamt 96% der Todesfälle gehen auf chronische Hepatitis B und C Erkrankungen zurück und wurden größtenteils in Süd- und Ostasien registriert.

“Welt-Hepatitis-Tag” am 28. Juli 2016: "Nohep - für eine Welt ohne Hepatitis"

Rund 400 Mio. Menschen leben weltweit mit Hepatitis B und C. Daher sollen hier die Schutzmaßnahmen mehr denn je in den Vordergrund der medizinischen Aufklärung gelegt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft am alljährlichen “Welt-Hepatitis-Tag” der am 28. Juli 2016 stattfinden wird, zum Kampf gegen die tödliche Infektionskrankheit auf. Unter dem Motto "Nohep - für eine Welt ohne Hepatitis" ruft die WHO alle Länder dazu auf, Hepatitis mit aktiven Gesundheitsmaßnahmen zu bekämpfen und bis zum Jahr 2030 weltweit auszurotten. Hepatitis-Aufklärungskampagnen, ausreichende Diagnostikmaßnahmen in medizinisch unterversorgten Ländern, so wie frühzeitige und bezahlbare Behandlungsmöglichkeiten und vorbeugende Schutzmaßnahmen, wie Impfungen sollen dazu beitragen die Krankheit innerhalb der nächsten 25 Jahre zu eliminieren.

Erhöhtes Hepatitis-Risiko in vielen Reiseländern

Ein hoher Anteil von Hepatitis-B-Infektionen in der Bevölkerung befindet sich in Südostasien (v.a. Thailand), China und dem tropischen Afrika (v.a. Senegal). Reisende, ob Sonnenbader an tropischen oder mediterranen Meeresküsten, Trekking-Touristen am Kilimanjaro oder auch Kulturreisende in Städten, haben - je nach Reisestil und -ort - ein Hepatitis-Risiko und sollten sich darüber von Fachleuten (Ärzten, Tropeninstituten, Beratungsstellen) informieren lassen.

Hepatitis vorbeugen - Risiken kennen  

In den letzten Jahrzehnten hat der Reiseverkehr in Länder mit schlechter medizinischer Infrastruktur sowohl im Tourismus als auch in beruflichen Bereichen zugenommen. Zudem besteht in diesen Ländern meist auch ein erhöhtes Infektions- und Unfallrisiko. Unfallstatistiken zeigen wie schnell und unerwartet Situationen entstehen können, bei denen ein Hepatitis B-Schutz hilfreich sein kann. Nach Angaben der UN sterben jährlich 1 Million Menschen im Straßenverkehr. Mehr als eine Viertel Million sind Fußgänger. Die Vereinten Nationen befürchten, dass sich die Zahl der Unfalltoten in den nächsten Jahren sogar verdoppeln könnte. Die Mehrheit der jährlich registrierten Unfallopfer, d.h. ungefähr 80%, wird aus den ärmeren Ländern – somit aus vielen Reiseländern - berichtet. 

Schutz vor Hepatitis B durch Impfung 

Entscheidend für den individuellen Schutz wie für die Bekämpfung von Hepatitis B ist die breite Anwendung der nunmehr seit 20 Jahren zur Verfügung stehenden Impfung. Reisenden in Länder mit erhöhten Hepatitis B-Vorkommen wird empfohlen die Möglichkeit einer Hepatitis B-Impfung in Betracht zu ziehen und sich durch einen Arzt beraten zu lassen.