28. Jul 2015

Welt-Hepatitis-Tag 2015: Wichtige Hinweise für Fernreisende

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft am “Welt-Hepatitis-Tag” am 28. Juli zur Vorbeugung gegen die virale Leberentzündung „Hepatitis“ auf. Die Hepatitis-Viren A, B, C, D und E sind für mehrere Hundert Infektionen jedes Jahr weltweit verantwortlich. Durch die Infektion mit den Viren kann es zu einer akuten oder chronischen Leberentzündung kommen. Rund 1,4 Mio. Menschen sterben jährlich infolge der Virushepatitis, davon ca. 80% durch Hepatitis B und C. Rund 400 Mio. Menschen leben weltweit mit Hepatitis B und C. Daher sollen hier die Schutzmaßnahmen mehr denn je in den Vordergrund der medizinischen Aufklärung gelegt werden.

Erhöhtes Hepatitis-Risiko in vielen Reiseländern

Ein hoher Anteil von Hepatitis-B-Infektionen in der Bevölkerung befindet sich in Südostasien (v.a. Thailand), China und dem tropischen Afrika (v.a. Senegal). Reisende, ob Sonnenbader an tropischen oder mediterranen Meeresküsten, Trekking-Touristen am Kilimanjaro oder auch Kulturreisende in Städten, haben - je nach Reisestil und -ort - ein Hepatitis-Risiko und sollten sich darüber von Fachleuten (Ärzten, Tropeninstituten, Beratungsstellen) informieren lassen. Entscheidend für den individuellen Schutz wie für die Bekämpfung von Hepatitis B ist die breite Anwendung der nunmehr seit 20 Jahren zur Verfügung stehenden Impfung. Reisenden in Länder mit erhöhten Hepatitis B-Vorkommen wird empfohlen die Möglichkeit einer Hepatitis B-Impfung in Betracht zu ziehen und sich durch einen Arzt beraten zu lassen.

Hepatitis vorbeugen - Risiken kennen

In den letzten Jahrzehnten hat der Reiseverkehr in Länder mit schlechter medizinischer Infrastruktur sowohl im Tourismus als auch in beruflichen Bereichen zugenommen. Zudem besteht in diesen Ländern meist auch ein erhöhtes Infektions- und Unfallrisiko. Unfallstatistiken zeigen wie schnell und unerwartet Situationen entstehen können, bei denen ein Hepatitis B-Schutz hilfreich sein kann. Nach Angaben der UN sterben jährlich 1 Million Menschen im Straßenverkehr. Mehr als eine Viertel Million sind Fußgänger. Die Vereinten Nationen befürchten, dass sich die Zahl der Unfalltoten in den nächsten Jahren sogar verdoppeln könnte. Die Mehrheit der jährlich registrierten Unfallopfer, d.h. ungefähr 80%, wird aus den ärmeren Ländern – somit aus vielen Reiseländern - berichtet.

Hepatitis-B-Virus ist 50 bis 100 Mal ansteckender als HIV

Der ungewohnte Straßenverkehr bildet eines der Hauptprobleme. Rund 40% der Repatriierungsflüge gehen auf Unfälle im Straßenverkehr zurück. In diesem Zusammenhang können medizinische Eingriffe (Spritzen, Infusionen, Operationen, usw.) im Rahmen einer Erstversorgung vor Ort (z.B. durch Unfall) erforderlich werden. Aufgrund der oftmals mangelhaften hygienischen Verhältnisse in tropischen Ländern, können medizinische Bestecke (z.B. Spritzbestecke, medizinische Geräte, Bluttransfusionen) verschmutzt und u.U. auch mit Hepatitis B-Viren kontaminiert (verunreinigt) sein. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut übertragen und ist 50 bis 100 Mal ansteckender als das HI-Virus, das zum Krankheitsbild AIDS führt. Da verunreinigte Spritzbestecke, medizinische Geräte, Bluttransfusionen etc. in Notsituationen (z.B. Unfälle) zum Einsatz kommen können, besteht in vielen Reiseländern mit unterentwickelten medizinischen und mangelhaften hygienischen Infrastrukturen ein erhöhtes Hepatitis B-Risiko.