30. Jul 2017

Welt-Hepatitis-Tag 2017

iStock/Zerbor

Alljährlich findet am 28. Juli der Welt-Hepatitis-Tag statt. In diesem Jahr trug er das Motto „Hepatitis eliminieren!“, denn die Weltgesundheitsorganisation arbeitet mit den Kooperationsländern unentwegt an dem Ziel die Hepatitis bis zum Jahr 2030 weltweit auszurotten. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, ist die rechtzeitige Diagnose und Behandlung sowie eine Erhöhung der Impfraten erforderlich. Mit Hepatitis-Aufklärungskampagnen, verfügbaren Diagnostikmaßnahmenvor allem in medizinisch unterentwickelten Ländern, frühzeitigen und bezahlbaren Behandlungsmöglichkeiten, sowie vorbeugenden Schutzmaßnahmen, wie Impfungen soll der Krankheit die Stirn geboten werden. Dazu sind auch Reisende aufgerufen.

Hepatitis-Risiko in Reiseländern

Ein hoher Anteil von Hepatitis-B-Infektionen in der Bevölkerung befindet sich in Südostasien (v.a. Thailand), China und dem tropischen Afrika (v.a. Senegal). Reisende, ob Sonnenbader an tropischen oder mediterranen Meeresküsten, Trekking-Touristen am Kilimanjaro oder auch Kulturreisende in Städten, haben - je nach Reisestil und -ort - ein Hepatitis-Risiko und sollten sich darüber von Fachleuten (Ärzten, Tropeninstituten, Beratungsstellen) informieren lassen.

Risiken kennen und vorbeugen 

In den letzten Jahrzehnten hat der Reiseverkehr in Länder mit schlechter medizinischer Infrastruktur sowohl im Tourismus als auch in beruflichen Bereichen zugenommen. Zudem besteht in diesen Ländern meist auch ein erhöhtes Infektions- und Unfallrisiko. Unfallstatistiken zeigen wie schnell und unerwartet Situationen entstehen können, bei denen ein Hepatitis B-Schutz hilfreich sein kann. Nach Angaben der UN sterben jährlich 1 Million Menschen im Straßenverkehr. Mehr als eine Viertel Million sind Fußgänger. Die Vereinten Nationen befürchten, dass sich die Zahl der Unfalltoten in den nächsten Jahren sogar verdoppeln könnte. Die Mehrheit der jährlich registrierten Unfallopfer, d.h. ungefähr 80%, wird aus den ärmeren Ländern – somit aus vielen Reiseländern - berichtet. 

Schutz vor Hepatitis B durch Impfung 

Entscheidend für den individuellen Schutz wie für die Bekämpfung von Hepatitis B ist die breite Anwendung der nunmehr seit 20 Jahren zur Verfügung stehenden Impfung. Vor der Reise sollten in der Regel 2 Impfungen erfolgt sein, um einen über 85% Hepatitis B-Schutz gewährleisten zu können. Wenn nur eine oder zwei Impfungen erfolgen, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz ermöglichen. Erfolgen drei Impfungen sollten sich ausreichend Antikörper bilden (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), so dass in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich ist. Zu diesem Ergebnis kam die STIKO nach Auswertung weltweit geführter aktueller Studien und Untersuchungen zur Hepatitis B. 

Reisende sollten sich ärztlich beraten lassen 

Reisenden in Länder mit erhöhten Hepatitis B-Vorkommen wird empfohlen die Möglichkeit einer Hepatitis B-Impfung in Betracht zu ziehen und sich durch einen Arzt beraten zu lassen. Wichtige Risikofaktoren sind Blutprodukte vor 1990, erhöhte Leberwerte, eine Hepatitis B oder C in der Partnerschaft oder Familie, ein häufiger Partnerwechsel, Tätowierungen und Piercings, gemeinsam benutztes Spritzenbesteck beim intravenösen Drogenkonsum, Herkunft aus Ländern, in denen Hepatitis weit verbreitet ist sowie schlechte Hygiene bei medizinischen Eingriffen. Auch Deutschland hat sich der Bekämpfung der Hepatitis B und C, sowie HIV und anderen Infektionskrankheiten angeschlossen und will dieses gemeinsame Ziel ebenso bis 2030 erreichen.  

Hepatitis B und C stehen im Vordergrund 

Immer noch stehen die Hepatitis B und C im Vordergrund der Bemühungen, denn aktuell leben weltweit 257 Mio. Menschen mit einer chronischen Hepatitis B und 71 Mio. Menschen mit einer Hepatitis C. Mit jährlich rund 1,4 Mio. Todesfällen (WHO) sterben an Hepatitis mehr Menschen als an HIV oder Tuberkulose. Viele Infizierte wissen nichts von ihrer Virusinfektion. So bleibt sie viele Jahre unbemerkt und erhöht die Gefahr für Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs.