26. Apr 2017

Weltmalariatag: Afrika ist am stärksten betroffen

iStock/MShep2

Am Weltmalariatag den 25. April 2017, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass immer noch rund 43% aller Einwohner in Afrika südlich der Sahara einem Malariarisiko ausgesetzt sind, dennoch konnte die Zahl der Malariatodesfälle innerhalb von 15 Jahren (2000 - 2015) um 29% auf 429.000 im Jahr 2015 gesenkt werden. Auch die Zahl der Malariaerkrankungen hat in den Jahren 2000 - 2015 um 21% abgenommen. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 212 Mio. Malariafälle weltweit gemeldet. 90% aller Malariafälle, sowie 92% der Malaria-Todesfälle werden aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara berichtet. 

Zunahme der Malariaerkrankungen im südlichen Afrika

In Botswana haben starke Regenfälle in den ersten Aprilwochen zu einem erhöhten Anstieg der Malariaerkrankungen geführt. Vor allem aus dem Okavango Distrikt wurden in den vergangenen Wochen mehrere Malariaerkrankungen und -todesfälle bekannt. Das saisonale Malaria-Übertragungsrisiko besteht für gewöhnlich in den Monaten Oktober bis Anfang Mai. Die Gesundheitsbehörden haben starke Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Überträgermücke eingeleitet, um dem verstärkten Auftreten der Malaria entgegenzuwirken. Auch in Südafrika und Namibia hat die Zahl der  Malariafälle in den vergangenen Monaten zugenommen. 

Zahl der Malariaerkrankungen erreicht traurigen Höhepunkt  

In Deutschland hat seit Beginn der Meldepflicht die Zahl der Malariaerkrankungen im Jahr 2015 einen traurigen Höhepunkt erreicht. Das Robert Koch-Institut meldete insgesamt 1.068 Fälle, zwei Personen starben infolge einer Malaria tropica. In 80% wurde eine Malaria bei Personen mit Migrationshintergund diagnostiziert. Die restlichen Malariafälle wurden bei Reiserückkehrern aus Ländern mit Malaria-Vorkommen festgestellt. Die meisten Malariaerkrankungen bei Reisenden wurden in Afrika südlich der Sahara erworben (v.a. Nigeria, Ghana, Eritrea, Togo, Kamerun, Kenia, Tansania und Uganda). Außerhalb Afrikas stellt Pakistan das wichtigste Infektionsland dar. In 58% der gemeldeten Fälle kam es zu einer lebensgefährlichen  Malaria tropica, in 30 % zu der "gutartigen" Malaria tertiana, am seltensten wurden Infektionen mit den Erregern P. malariae, P. ovale und P. knowlesi registriert. 

Malaria in vielen Reiseländern 

Im Jahr 2015 trat die Malaria in 96 Ländern und Landregionen auf. Die meisten Malariagebiete befinden sich in Afrika südlich der Sahara, weitere in Mittel- und Südamerika, Südasien, westliche pazifische Region und ein kleiner Teil im Mittleren Osten. Auch viele touristisch beliebte Reiseziele liegen in Ländern mit Malariavorkommen. Erst Mitte April 2017 berichteten die Gesundheitsbehörden aus Petropolis, einem beliebten Ferienziel 70 km nördlich von Rio de Janeiro, das Malaria-Fälle aus der bergigen Region berichtet wurden. Alljährlich kämpft Brasilien in fast allen Bundesstaaten gegen die Überträgermücke. Während der Regenreichen Monate besteht in den Städten und Regionen von Rio de Janeiro (Dezember - März), Porto Alegre (Mai - September), Brasilia (Oktober – März), Recife (April – August) und Bélem (Januar – Juni) durch die Regenfälle und die hohen Außentemperaturen ein erhöhtes Übertragungsrisiko. 

Das persönliche Verhalten beeinflusst das Risiko  

Das individuelle Malariarisiko wird durch das persönliche Verhalten und die vorbeugenden Maßnahmen mitbestimmt. Als wichtigster Schritt sollten Reisende in Länder mit Malaria-Vorkommen sich rechtzeitig vor der Reise fachmännisch reisemedizinisch beraten zu lassen. Die empfohlenen und geeigneten Prophylaxe-Maßnahmen sollten regelmäßig durchgeführt werden. Wichtig ist es ebenso die möglichen Symptome einer Malaria zu kennen und bei Beschwerden, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um eine schnelle Diagnosestellung und gegebenenfalls Therapie zu erreichen.   

Jedes Fieber ist malariaverdächtig 

Erst wenn dieser innerhalb von 24 Stunden nicht erreichbar ist, sollte die notfallmäßige Selbstbehandlung durchgeführt werden. Nach jeder Selbstbehandlung ist eine ärztliche Kontrolle auf jeden Fall erforderlich, um zum einen die Diagnose „Malaria“ zu verifizieren und um sicher zu gehen, dass keine andere fieberhafte Infektionskrankheit die Beschwerden hervorgerufen hat. Sollte es sich wirklich um eine Malaria gehandelt haben, so sollte durch die Nachuntersuchung geklärt werden, ob die Behandlung erfolgreich war oder ggf. fortgesetzt werden muss. Ab dem 6. Aufenthaltstag in einem Malariagebiet, gilt jedes unklare Fieber als malariaverdächtig. Ebenso sollte bei der Rückkehr bei Fieber immer an eine Malaria mit gedacht werden, da durch die längere Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Erkrankung) auch noch Monate später nach Rückkehr eine Malaria auftreten kann. In aller Regel treten jedoch nahezu alle Malaria tropica-Fälle bei deutschen Reisenden innerhalb von 4 Monaten nach Rückkehr auf. Ein sorgfältiger Mückenschutz sollte immer durchgeführt werden.