5. Mrz 2017

Westafrika: Weitere Lassa Fieber-Fälle

Ratte iStock/MikeLane45 Lassa Fieber wurde in diesem Jahr aus neun Staaten Nigerias berichtet: Ogun, Bauchi, Plateau, Ebonyi, Ondo, Edo, Taraba, Nasarawa und Rivers. Im Februar kam es zu mehreren Lassa Fieber-Fällen mit einem Todesfall. Seit Dezember 2016 kam es in Nigeria zu 196 Lassa Fieber-Verdachtsfällen, von denen bislang 53 Fälle bestätigt wurden. Seither kam es zu 31 Todesfällen infolge der Erkrankung. Vor allem während der Trockenzeit kommt es in Nigeria zu einer Zunahme von Lassa Fieber. Alleine im Januar wurden über 100 Lassa Fieber-Fälle berichtet. Am 1. März 2017 meldete das lokale Gesundheitsministerium, einen Erkrankungsfall aus Borno. In diesem Staat in Askira Uba wurde 1969 der erste Lassa-Fall berichtet. Seitdem waren in der Region keine neuen Fälle aufgetreten.

Lassa Fieber auch in Benin

Laut WHO sind seit November 2015 mehr als 160 Menschen  in West Afrika an Lassa Fieber gestorben - die meisten in Nigeria. Doch auch in anderen westafrikanischen Ländern werden Lassa Fieber-Fälle beobachtet. So wurden im März aus dem Norden Benins über 60 Fälle gemeldet, darunter auch Todesfälle. Die Beschwerden des Lassa-Fiebers sind zunächst sehr unspezifisch und können einer Malaria ähneln. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von ca. 8 - 10 Tagen kann es zu Fieber kommen. In den meisten Fällen heilt das Lassa-Fieber auch ohne größere Beschwerden ab und führt nur in wenigen Fällen zu einem lebensbedrohlichen Verlauf mit Schock und Organversagen.  

Reisende können erkranken

Immer wieder kommt es zu vereinzelten Erkrankungsfällen bei Reisenden, obgleich das Infektionsrisiko als sehr gering eingestuft wird. In den vergangenen 30 Jahren sind 12 Fälle von Europäern und Amerikanern dokumentiert worden, die nach ihren Aufenthalten in Afrika an Lassa-Fieber erkrankten. In Deutschland erkrankte zuletzt im Jahr 2006 ein deutscher Tourist nach seinem Aufenthalt in Sierra Leone an Lassa Fieber. Im Jahr 2009 erkrankten und starben zwei englische Reisende nach ihrem Aufenthalt in Nigeria und Mali und 2010 erkrankten zwei amerikanische Touristen nach ihrer Reise nach Liberia und Sierra Leone. Erst im letzten Jahr erkrankte eine schwedische Reisende an Lassa-Fieber, nachdem sie zuvor sechs Wochen durch Liberia reiste. Bereits 2011 wurde ein Lassa-Fieber-Fall nach Schweden importiert. Auch nach Deutschland wurden durch Reisende in den vergangenen Jahren sporadisch Einzelfälle eingeschleppt

Lassa-Viren werden v.a. durch Ratten übertragen

Lassa-Viren werden v.a. durch Ratten übertragen. Die Tiere scheiden das Virus durch ihren Urin aus und können dadurch Betten, Böden und Lebensmittelvorräte der Landbevölkerung verunreinigen. Die Übertragung auf den Menschen findet somit zumeist durch eine orale Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei mangelnder Hygiene statt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Erkrankten (z.B. bei medizinischen Pflegepersonal).  Lassa-Fieber kommt in vielen afrikanischen Ländern vor, wie Benin, Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Ghana, Burkina Faso, Zentralafrikanischen Republik und Namibia. Am häufigsten wurden Ausbrüche in Nigeria, Liberia und Sierra Leone beobachtet.