27. Mai 2013

WHO ändert Impfempfehlung für Gelbfieber

aedes_gross Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ist eine einzige Impfdosis der Gelbfieber-Impfung ausreichend, um lebenslang vor Gelbfieber geschützt zu sein. Bislang galt die Empfehlung die Impfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Die neue Empfehlung basiert auf einer Untersuchung der WHO, bei der seit den 1930er-Jahren rund 600 Millionen Dosen Gelbfieber-Impfstoff geimpft wurden und nur 12 Fälle von Impfversagen bekannt wurden. Bei diesen Fällen wurde das Impfversagen bereits wenige Jahre nach der Impfung beobachtet.

Einreisevorschrift versus WHO-Empfehlung

Die Einreisevorschriften für Gelbfieber werden jedoch von den jeweiligen Ländern selbst festgelegt. Daher nehmen medizinische Experten an, dass trotz dieser neuen Impfempfehlung der WHO, sich die Einreisevorschrift der Länder mit Gelbfieber-Impfpflicht zunächst noch nicht verändern wird. Im Rahmen der Einreisevorschrift wird gegenwärtig noch weiterhin die Auffrischimpfung alle 10 Jahre verlangt. Die neue Empfehlung der WHO stellt jedoch die Weichen für mögliche Änderungen. Daher sollten sich Reisende vor ihrer Abreise in ein Land mit Gelbfieber-Vorkommen (auch Transit) vorab bei einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle informieren.

Die meisten Fälle treten in Afrika südlich der Sahara auf  

In vielen Ländern mit Gelbfieber-Vorkommen entwickelte die Bevölkerung im Laufe der Jahre eine natürliche Immunität. Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist die natürlich erworbene Immunität der einheimischen Bevölkerung zurückgegangen, was in der Folge zu einem Anstieg von Gelbfieber-Fällen geführt hat. Ursächlich werden dafür klimatische Veränderungen, die Abholzung tropischer Regenwälder, Urbanisierungen und Bevölkerungswanderungen gesehen. Die Erkrankung wird durch Viren verursacht, die durch tag- und nachtaktive Mücken auf den Menschen übertragen werden. Die Infektionskrankheit tritt in 44 Ländern Afrikas südlich der Sahara sowie Mittel- und Südamerika auf.  

Gelbfieber ist lebensbedrohlich  

Gelbfieber stellt nach wie vor eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit dar. Nach Schätzungen der WHO erkranken jährlich rund 200.000 Menschen weltweit an Gelbfieber – davon entwickeln rund 15% einen ernsten Krankheitsverlauf, wiederum die Hälfte dieser Patienten verstirbt. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, endet die Erkrankung in 50% - 60% der Fälle tödlich. Der sicherste Schutz vor der Erkrankung ist die Gelbfieber-Impfung. Daher sind ein Gelbfieber-Impfschutz und gute Mücken-Schutzmaßnahmen für Reisende in  Gelbfieber-Infektionsgebiete unbedingt empfohlen.