14. Mrz 2021

WHO erklärt El Salvador als frei von Malaria

Mittelamerika Karte iStock/Chris Pecoraro

Am 25. Februar 2021 erklärte die Weltgesundheitsorganisation El Salvador offiziell als frei von  Malaria. Seit 2017 werden keine neuen Malaria-Infektionen beobachtet, die im Land erworben wurden. Somit besteht in El Salvador kein Malariarisiko mehr. El Salvador ist das erste Land in Zentralamerika und das dritte Land im amerikanischen Doppelkontinent, das den Status „Malaria frei“ erreicht hat. Weltweit wurden bislang 38 Länder von der WHO als frei von Malaria deklariert. Diesen Staus erhalten Länder, wenn sie u. a. in den vergangenen drei Jahren die Übertragung von Malariaparasiten auf den Menschen vollständig unterbrechen konnten und es somit zu keinen im Land erworbenen Malariainfektionen gekommen ist.

El Salvador: Seit 2017 keine Malaria-Fälle mehr gemeldet

Der letzte größere Malariaausbruch wurde in El Salvador 1996 berichtet. Doch durch umfangreiche und kontinuierlich durchgeführte Mückenbekämpfungsmaßnahmen im Land, konnte die Zahl der Infektionen in den Jahren zwischen 1990 und 2010 von mehr als 9.000 Fälle auf 26 Fälle gesenkt werden. Seit 2017 wurden keine Malaria-Fälle mehr berichtet. Im Jahr 2018 wurde Paraguay als erstes Land Südamerikas als frei von Malaria deklariert, ein Jahr später, 2019 folgte Argentinien und nun 2021 El Salvador. Es ist ein historisches Ereignis, das im Land gefeiert wird, da die Krankheit in den vergangenen Jahrzehnten vor allem für viele Landarbeiter eine permanente Bedrohung der Gesundheit bedeutete.

Am häufigsten tritt in Mittelamerika die gutartige Malariaform auf

Die Malaria tertiana, die durch den Parasiten Plasmodium vivax verursacht wird, tritt in der WHO Region „Amerika“ immer noch mit rund 75 % mehrheitlich auf. Die meisten Malariaerkrankungen (94 %) werden nach wie vor aus Afrika berichtet. In den meisten Fällen handelt es sich hier um die gefährliche Form der Malaria, der Malaria tropica, die durch den Erreger Plasmodium falciparum hervorgerufen wird. Wenn diese Form der Malaria nicht rechtzeitig innerhalb von 24 Stunden behandelt wird, kann es zu einem ernsthaften Verlauf der Erkrankung mit Todesfolge kommen. Im Jahr 2019 schätzte die WHO die Zahl der Malariatoten auf weltweit rund 409.000 und die Zahl der Erkrankten auf rund 229 Millionen ein. Daher sollten Reisende in Länder mit Malaria-Vorkommen sich rechtzeitig vor der Abreise medizinisch beraten zu lassen.

Eine reisemedizinische Beratung ist wichtig

Das individuelle Malariarisiko wird stark durch das persönliche Verhalten und die vorbeugenden Maßnahmen mitbestimmt. Die empfohlenen und geeigneten Prophylaxe-Maßnahmen sollten regelmäßig durchgeführt werden. Der Reisemediziner kann anhand der Reiseroute der Aufenthaltsorte und -dauer beurteilen, ob eine regelmäßige Einnahme einer Malaria-Chemoprophylaxe erforderlich ist oder ob die Mitnahme einer sogenannten Malaria-Notfallmedikation ausreichend ist. In jedem Fall sollten sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen regelmäßig durchgeführt werden. Wichtig ist es ebenso, die möglichen Symptome einer Malaria zu kennen und bei Beschwerden umgehend einen Arzt aufzusuchen, um eine schnelle Diagnosestellung und gegebenenfalls Behandlung zu erreichen. Auch in Deutschland erkranken Touristen alljährlich an einer Malaria während oder nach ihrem Aufenthalt in Ländern mit Malaria-Vorkommen. Die meisten Malariaerkrankungen bei Reisenden werden in Afrika südlich der Sahara erworben (v. a. Nigeria, Ghana, Eritrea, Togo, Kamerun, Kenia, Tansania und Uganda).