23. Apr 2017

WHO: Hepatitis-Häufung in Afrika und Westpazifik

iStock/janulla

In einer Pressemeldung vom 21. April 2017 stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die neu erhobene Datenlage zur globalen Hepatitissituation vor. Aktuell sind rund 325 Mio. Menschen  weltweit von einer chronischen Hepatitis B- oder C-Infektion betroffen. Der aktuelle  Hepatitisbericht zeigt, dass die Mehrheit der Betroffenen den Zugang zu Hepatitis B-Testungen nicht hat oder wahrnimmt. In der Folge haben Millionen von Menschen das Risiko einer langsam fortschreitenden chronischen Lebererkrankung, sowie ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs und einen tödlichen Verlauf.  

Todesfälle: Hepatitis nimmt zu – HIV und Tuberkulose nehmen ab

Die aktuelle Datenlage die durch die WHO veröffentlicht wurde, wertet die in 2015 erhobenen Daten weltweit aus. Diese Auswertung zeigt, dass die Zahl der Hepatitis-Todesfälle weiter zugenommen hat. Die Zahl der 2015 an einer Virushepatitis Gestorbenen beträgt 1,34 Mio. und ist somit vergleichbar mit der Zahl der Todesfälle durch HIV oder Tuberkulose. Der Unterschied bei HIV und Tuberkulose besteht jedoch darin, dass die Zahl der Todesfälle sich hier rückläufig zeigt und die Zahl der Todesfälle bei Virushepatitis zunehmend ist.   

„hot spots“ für Hepatitis B und C

Die WHO greift die Länder weltweit in „WHO-Regionen“ zusammen. Die Höhe des Vorkommens der Hepatitis B in der Region, lässt auf das Risiko für die Bevölkerung bzw. auch auf das Risiko bei Reisen in diese Regionen schließen. Am stärksten betroffen sind die Länder Afrikas und der westlichen pazifischen Region.

Hepatitis B-Vorkommen in der WHO-Region

West Pazifik: 6,2 % der Bevölkerung (115 Mio. Menschen)
Afrika: 6,1 % der Bevölkerung (60 Mio. Menschen)
Naher Osten (erweitert): 3,3 % der Bevölkerung (21 Mio. Menschen)
Südostasien:  2,0 % der Bevölkerung (115 Mio. Menschen)
Europäische Region : 1,6 % der Bevölkerung (15 Mio. Menschen)
Amerikanische Region: 0,7 % der Bevölkerung (7 Mio. Menschen)

Hepatitis C-Vorkommen in der WHO-Region

Naher Osten (erweitert): 2,3 % der Bevölkerung (15 Mio. Menschen)
Europäische Region : 1,5 % der Bevölkerung (14 Mio. Menschen)
Afrika: 1 % der Bevölkerung (11 Mio. Menschen)
Amerikanische Region: 1 % der Bevölkerung (7 Mio. Menschen)
West Pazifik: 1 % der Bevölkerung (14 Mio. Menschen)
Südostasien:  0,5 % der Bevölkerung (10 Mio. Menschen)

Ein Drittel der Reisenden denkt nicht an Hepatitis B

Eine Untersuchung von mehr als 27.000 Reisenden zeigte, dass rund 72% der Reisenden sich bezüglich des Hepatitis-Risikos in ihrem Reiseland bewusst waren; ein knappes Drittel jedoch nicht. Von den 72% ließen sich 67% gegen Hepatitis impfen. In 27% bis 37% aller Fälle wurden die Auffrischimpfungen versäumt, so dass nur ein teilweiser bzw. kein Schutz bestand. Dennoch meinten 61% bis 84% der Reisenden ihr Impfschutz sei ausreichend.

An Impfschutz und Auffrischung denken

Aufgrund der starken Verbreitung der Hepatitis B und des gesundheitlichen Risikos empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Reisenden in Länder mit erhöhten Hepatitis B-Vorkommen eine Schutzimpfung. Um den gewünschten Schutz gegen die Infektionskrankheit zu erhalten sind drei Impfungen erforderlich. Die erste Impfung erfolgt sofort,  die zweite Impfung nach einem Monat und die dritte Impfung nach sechs Monaten. Wenn nur eine oder zwei Impfungen erfolgen, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen sicheren Schutz ermöglichen. Vor der Reise sollten in der Regel 2 Impfungen erfolgt sein, um einen über 85% Hepatitis B-Schutz gewährleisten zu können. Erfolgen drei Impfungen sollten sich ausreichend Antikörper bilden (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), so dass in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich ist. Zu diesem Ergebnis kam die STIKO nach Auswertung weltweit geführter aktueller Studien und Untersuchungen zur Hepatitis B.