7. Apr 2017

WHO: Warnung vor Masern-Ausbrüchen in Europa

MMR Impfausweis iStock / DETart21

Erst im Januar dieses Jahres veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation erneut eine Warnung vor Masern-Ausbrüchen in der Europäischen Region. Bis Ende März 2017 wurden der WHO bereits mehr als 500 Masern-Fälle aus den Ländern Europas gemeldet; jetzt - wenige Monate später - liegen die registrierten Erkrankungszahlen im vierstelligen Bereich. In vielen Regionen Europas liegt die Masern-Durchimpfungsrate in der Bevölkerung noch unter den erforderlichen 95%, so dass sich die Infektionskrankheit vielerorts ungehindert ausbreiten kann. Die meisten Masernerkrankungen werden aus Belgien, Tadschikistan, Italien, Deutschland und Rumänien berichtet. Die meisten Masernkranken in Europa befinden sich in Rumänien. Dort wurden in der Zeit von September 2016 und März 2017 rund 3.800 Erkrankungsfälle gezählt; darunter 17 Masern-Todesfälle. Seit Februar letzten Jahres treten vermehrt Masern im Land auf. Doch auch Länder wie Italien, Belgien und Deutschland gehören bislang in diesem Jahr zu den Top 5 der Masern-Länder Europas. Kleinere Masern-Ausbrüche wurden in diesem Jahr auch in  Österreich, Bulgarien, Ungarn, Dänemark, Frankreich, Spanien, Irland und Schweden beobachtet.

Risikogruppen sollten geimpft sein

In Deutschland wurden dem RKI in den ersten 11 Kalenderwochen 314  Masernfälle gemeldet (Datenstand: 5.4.2017); im Vergleichszeitraum zum Vorjahr mit 21 Fällen bedeutet dies eine deutliche Zunahme. Bundesweit bestehen große Impflücken. Im vergangenen Jahr waren rund 88 % der an Masern erkrankten nicht geimpft und rund 27 % mussten wegen Komplikationen stationär behandelt werden. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales empfiehlt daher allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, sowie allen Asylsuchenden sich gegen Masern  impfen zu lassen. Das Vorkommen der Erkrankung ist bundesweit. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen, insbesondere wenn im Gesundheitsdienst, Gemeinschaftseinrichtungen und in der Betreuung von Immunsupprimierten und -defizienten gearbeitet wird. Die Ständige Impfkommission empfiehlt zwei Masernimpfungen im zweiten Lebensjahr und fordert generell dazu auf, Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachzuholen, wenn sie nicht zum empfohlenen Zeitpunkt durchgeführt werden konnten.

Auch Reisende sind von Masern betroffen 

Außerhalb der EU wurden in diesem Jahr Masernausbrüche aus Australien, Kanada, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Mali, Südsudan, Syrien und Südafrika registriert. Durch den ständig wachsenden Fernreise-Tourismus sind Reisende zunehmend in die weltweite Masernsituation involviert. Immer wieder erkranken Reisende ohne Masernschutz bei ihrem Urlaub und bringen die Infektionskrankheit in ihr Heimatland zurück. Dort kommt es zur Ansteckung weiterer Personen, die ebenfalls keinen Masernschutz hatten. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen wird eine Impfung empfohlen.