22. Dez 2017

WHO: Warnung vor Meningokokken Meningitis

interMEDIS

Nach Aussagen der Weltgesundheitsorganisation vom 22.12.2017 wurden in diesem Jahr vermehrt Meningokokken Meningitis-Fälle berichtet. Aus einigen Regionen wird eine erhöhte Anzahl von Meningokokken C-Fällen gemeldet. Betroffen sind Länder wir Nigeria, aber auch Burkina Faso und Mali. Die Ausbreitung der Erkrankung setzt sich sogar ausserhalb des Meiningitis Gürtels fort, in die Länder wie Liberia. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor der Trockenzeit die in vielen afrikanischen Ländern zwischen Dezember bis Mai/Juni anhält. Aufgrund kalter Nächte, Sandstürme und trockener Winde werden die Schleimhäute der oberen Atemwege oft angegriffen, was sie für bakterielle Infektionen, wie der Meningokokken-Meningitis, empfänglich macht. Daher nimmt während der Trockenzeit die Zahl der Meningokokken-Meningitis-Erkrankungen (eitrige Hirnhautentzündung) in vielen Ländern Afrikas zu. Gleichzeitig findet in dem Zeitraum durch die Ansammlung größerer Menschenmengen auf kleinem Raum in Behausungen, in Bussen oder auf dem Marktplatz eine erhöhte Übertragungsgefahr durch Tröpfcheninfektion statt. Daher kommt es alljährlich in diesen Region während der Trockenzeit zu einem erhöhten Übertragungsrisiko für Meningokokken Meningitis. 

Größere Ausbrüche der Meningokokken Meningitis sind möglich

Immer wieder kommt es zu Ausbrüchen mit rund 20.000 bis 200.000 Erkrankungen; rund 10% der Erkrankten sterben. Eine große Anzahl der Erkrankungen in den vergangenen Jahren wurde durch Meningokokken der Serogruppe A verursacht. Gegenwärtig werden die großen Ausbrüche in Afrika vor allem durch Meningokokken Serogruppe C verursacht. Nach Schätzungen der WHO kann es in den kommenden zwei Jahren im schlimmsten Fall bis zu 70.000 Erkrankungen kommen. Der sogenannte „Meningitisgürtel Afrikas“ erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien und weist jährlich die höchsten Erkrankungszahlen auf. Betroffen sind die folgenden Länder: Senegal, Mali, Burkina Faso, Gambia, Guinea-Bissau, Guinea, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Niger, Tschad, Nigeria, Ghana, Togo, Benin, Kamerun, Zentralafrika, Sudan, Eritrea und Äthiopien.

Reisende sollten sich schützen

Eine akute Meningokokken-Meningitis äußert sich durch Fieber, schweres Krankheitsgefühl, zunehmende Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Die Meningitis  (Hirnhautentzündung) ist immer lebensbedrohlich, weil sie über das zentrale Nervensystem hinaus zu schweren Schädigungen in anderen Organsystemen führen kann. Wenige Stunden können über das Schicksal des Kranken entscheiden. Alle 7-14 Jahre kommt es zu größeren Ausbrüchen. So wurden zum Beispiel im Jahr 2009 aus 14 afrikanischen Ländern mehr als 88.000 Meningitisfälle berichtet – darunter mehr als 5.000 Todesfälle. Der einzig wirksame Schutz ist eine Impfung gegen die Serogruppen A,C,W135 und Y. Reisende sollten eine Schutzimpfung in Erwägung ziehen, wenn Reisen in den afrikanischen Meningitisgürtel erfolgen, insbesondere bei Langzetreisen und absehbar engen Kontakten zu Kindern und Jugendlichen der einheimischen Bevölkerung. Ein erhöhtes Übertragungsrisiko ergibt sich zum Beisiel durch den Besuch von Schulen, bei Abenteuerreisen oder den Besuch als Volontär bei Entwicklungshilfeprojekten. Empfohlen ist vorzugsweise ein sog. Konjugatimpfstoff der gegebenenfalls mit einem Meningokokken-B-Impfstoff ergänzt werden kann (z.B. bei Reisen in Europa, Nord- und Lateinamerika, so wie Neuseeland. Bei Personen die Kontakt zu Erkrankten (z.B. Mitreisenden oder Einheimischen vor Ort) haben wird geraten, sich bei den Gesundheitsbehörden zu melden und bei Auftreten von Krankheitssymptomen wie starken Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifigkeit sofort einen Arzt aufzusuchen.