4. Mrz 2016

WHO: Weltweite Pestsituation

iStock/esvetleishaya Am 26. Februar 2016 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation die aktuellen Daten zur weltweiten Pestsituation. Demnach wurden im Zeitraum vom 1.1.2010 – 31.12.2015 weltweit 3.248 menschliche Pestfälle registriert. Insgesamt kam es zu 584 registrierten Todesfällen. Betroffen waren überwiegend Personen aus sozial schwachen Verhältnissen in Afrika, Südamerika und Indien, die durch ihre ärmlichen Behausungen vor allem wildlebenden Nagetieren ausgesetzt sind. Aufgrund der oft mangelhaften medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten von Schwellen- und Entwicklungsländern, als auch den oft nicht ausreichend ausgebildeten Meldesystemen kann man von einer Unterfassung der Fälle ausgehen.  

Madagaskar zählt die meisten Pestkranken 

Die meisten Fälle weltweit werden alljährlich aus Madagaskar gemeldet, wobei die Zahl der Erkrankungen in den vergangenen zwei Jahren rückläufig war. Vor allem während der Regenzeit November bis April steigt die Zahl der Pesterkrankungen in Madagaskar häufig an. Die Infektionskrankheit wird u.a. von Rattenflöhen auf den Menschen übertragen. In der Regenzeit suchen Nagetiere, die durch den Pestfloh befallen sind, in den Häusern der Dörfer und Städte Zuflucht. Durch die Nähe zum Menschen kommt es daher häufiger zu Infektionen. Auch aus anderen Ländern Afrikas werden Erkrankungen berichtet. Aus der Demokratischen Republik Kongo wurden die Erkrankungsfälle in zwei Distrikten im Nordosten beobachtet. Auch Uganda verzeichnete Pestfälle in der Arua Region, die an die Demokratische Republik Kongo angrenzt. Ende 2014 wurden auch aus dem Mbule und Manyara Distrikt 38 Pestfälle in Tansania bekannt, darunter fünf Todesfälle. Bemerkenswert ist, dass in Nordafrika keine Pest-Fälle registriert wurden, obgleich dort in den vorherigen Jahren einzelne Pestfälle beobachtet wurden.   

Die Pest tritt auch in Nord- und Südamerika auf   

In Südamerika werden regelmäßig aus vier Regionen im Nordwesten von Peru Pestfälle berichtet. Häufig handelt es sich um Fälle der Beulenpest, die bei Personen in der Landwirtschaft auftreten. In den ländlichen Gebieten der USA tritt die Pest vor allem bei wildlebenden Nagetieren auf und wird gelegentlich durch Hauskatzen oder Hunde auf den Menschen übertragen. Betroffen sind vor allem Regionen die ein erhöhtes Vorkommen von Nagetieren aufweisen, v.a. im Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd-Colorado, Kalifornien, Süd-Oregon, als auch im Westen von Nevada. Abgesehen von Amerika, tritt die Pest auch in Süd- und Zentralasien auf, allerdings meist nur sporadisch und in einzelnen kleinen Herden. Sporadische Fälle wurden z.B. aus Kirgisistan, Russland, der Mongolei und China berichtet. Länder mit endemischen Pestvorkommen wie Indien und Kasachstan führen seit Jahren erfolgreiche Bekämpfungsmaßnahmen durch, so dass landesweit nur mehr vereinzelte Fälle registriert werden.

 

Sehr geringes Infektionsrisiko für Reisende

 

Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.