Griechenland

Stand: 13. Jul 2018

Meldungen

30. Jun 2018: Griechenland: Erste West Nil Fieber-Fälle
Erstmals wurden in diesem Jahr zwei Fälle des West Nil Fiebers aus Attika gemeldet. Eine Zunahme von Erkrankungsfällen in den kommenden Wochen wird befürchtet. Weiter lesen

8. Dez 2017: Griechenland: Masern im Süden
Im Monat November wurden in Griechenland die meisten Erkrankungsfälle berichtet. Weiterhin besteht ein erhöhtes Übertragungsrisiko v.a im Süden des Landes. Weiter lesen

Wichtige Hinweise

West Nil-Virus
Ende Juni 2018 infizierten sich zwei Personen mit dem West Nil-Virus im westlichen Attika. Landesweit waren diese beiden Fälle die ersten West Nil Fieber-Fälle in 2018. Bereits im Vorjahr erkrankten in verschiedenen Teilen Griechenlands Personen an West Nil Fieber. Seit 2010 werden in Griechenland West Nil Fieber-Fälle registriert. Die Krankheit wird durch Viren verursacht, die durch Mücken auf den Menschen übertragen werden. Die Hauptübertragungszeit des West Nil Fiebers findet gewöhnlich in den Monaten Juli, August und September statt. Der einzige Schutz vor West-Nil Fieber besteht in sorgfältigen Mückenschutzmaßnahmen. Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren, ältere Menschen und abwehrgeschwächte Personen. Die meisten Infizierten erkranken nicht und entwickeln keine Beschwerden, so dass die Infektion oftmals unbemerkt bleibt. Nur bei ca. 20% der Fälle kommt es zu grippeähnlichen Symptomen, wie Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen. Weniger als 1% aller Erkrankten entwickeln Komplikationen und zeigen schwere neurologische Symptome, wie u.a. Hirnhautentzündung, Gehirnentzündung oder neurologische Ausfälle..

Hepatitis A
Hepatitis A kommt landesweit vor, v.a. in den Küstenregionen. In den vergangenen Jahren wurden vereinzelte Fälle von Hepatitis A auch bei Reiserückkehrern aus Rhodos bekannt. Die Reisenden hielten sich in Faliraki und Ialyssos auf. Hepatitis A kann durch verunreinigte Lebensmittel und Getränke übertragen werden.  Ein Hepatitis A-Impfschutz sollte bei Reisen in Regionen mit erhöhtem Hepatitis A-Vorkommen erwogen werden.

Malaria
In Jahr 2016 wurden vereinzelte Malaria-Fälle aus Griechenland berichtet die im Land erworben wurden. Die Fälle wurden in  Peloponnes und Thessaloniki registriert. In allen Fällen handelte es sich um eine Vivax-Malaria (oder Malaria tertiana), die gutartige Form der Malaria. Zuletzt wurden einheimische Fälle in Griechenland 2012 berichtet. Zuvor galt Griechenland vierzig Jahre lang als malariafrei. Aufgrund des geringen Infektionsrisikos ist eine Malaria-Chemoprophylaxe nicht erforderlich. Es wird jedoch geraten gute und sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen vor allem in den Dämmerungsstunden durchzuführen.

Masern
In Griechenland hat die Zahl der Masernerkrankungen in den letzten Wochen des Jahres 2017 zugenommen. In den Monaten Mai bis einschließlich November 2017 wurden landesweit insgesamt 604 Masernfälle registriert; die meisten davon im Süden. Das Europäische Zentrum zur Kontrolle und Prävention von Krankheiten zählt Griechenland zu den vier Ländern der EU, die 2017 die meisten Masernfälle registrierten.  Eine Impfung ist ungeimpften Personen empfohlen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, o. ä. arbeiten. Aus der Hafenstadt Chania, der Insel Kreta und aus Iraklio, der größten Stadt der südgriechischen Insel, als auch aus der Präfektur Elis im Nordwesten der Halbinsel Peloponnes wurden im vergangenen Jahr Masern-Fälle berichtet. In den vergangenen 25 Jahren hat die Zahl der Masernerkrankungen in Griechenland ständig abgenommen. Die letzten größeren Ausbrüche wurden 1996 und 2005/06 beobachtet. Meistens handelte es sich um ungeimpfte oder unzureichend geimpfte (nur eine Impfdosis) Personengruppen.Die Ständige Impfkommission empfiehlt zwei Masernimpfungen im zweiten Lebensjahr und fordert generell dazu auf, Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachzuholen, wenn sie nicht zum empfohlenen Zeitpunkt durchgeführt werden konnten. Ebenso sollte auf Krankheitszeichen geachtet werden und bei Fieber, Hautausschlag und Grippebeschwerden umgehend medizinische Hilfe aufgesucht werden.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Griechenland gilt seit 1982 als poliofrei. Ein Impfschutz für Reisende ist nicht empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Reisenden die Polio-Schutzimpfung nur bei Aufenthalt in Ländern mit Polio-Vorkommen (sog. Endemieländer) oder in Polio-Risikoländer (d.h. Länder in denen durch importierte Polioviren aus dem Ausland oder durch abgeleitete Impfviren [Lebendimpfstoff] ein Infektionsrisiko besteht).

Impfempfehlungen

Diphtherie

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisende in Gebiete mit FSME Vorkommen, v.a. bei einem Urlaub "im Grünen", häufigen Waldbesuchen, etc. Zu den beruflichen Risikogruppen gehören: Jäger, Förster und Waldarbeiter

Gelbfieber

Impfschutz: nein

Bemerkung:

Hepatitis A

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis A-Impfung braucht 2 Impfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (ab 6 Monaten). Wenn nur eine Impfung erfolgt, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz vor der Erkrankung ermöglichen. Erfolgen zwei Impfungen beträgt die Dauer der Wirksamkeit mehr als 10 Jahre, bei mindestens 95% der Geimpften sogar über 25 Jahre.

Hepatitis B

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B-Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis B-Impfung braucht 3 Teilimpfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (nach 1 Monat) ⇒ 3. Impfung (nach 6 Monaten). Wenn nur eine oder zwei Impfungen erfolgen, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz ermöglichen. Vor der Reise sollten in der Regel 2 Impfungen erfolgt sein, um einen über 85% Hepatitis B-Schutz gewährleisten zu können. Erfolgen drei Impfungen sollten sich ausreichend Antikörper bilden (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), so dass in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich ist.

Influenza

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.

Keuchhusten

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.

Masern

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.

Meningokokken-Meningitis

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Der Tertravalente Konjugatimpfstoff (ACWY) ist empfohlen. Die Meningitis-Impfung gehört in Griechenland zum Regel-Impfprogramm für Kinder und Jugendliche. Daher gilt die STIKO-Empfehlung für Reisende: "Die Meningitis-Impfung ist empfohlen für Schüler/Studenten vor Langzeitaufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder selektiver Impfung für Schüler/Studenten."

Pneumokokken

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)

Tetanus

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Gesundheitsrisiken

Borreliose

Anmerkung: landesweites Vorkommen
Übertragung: durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz
Übertragungsmonate: April-Oktober

Schutz: Schutz vor Zecken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays)

Diverse Darminfektionen

Anmerkung: Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien)

Schutz: Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Anmerkung: Vorkommen: Einzelfälle nur im Norden des Landes westlich von Thessaloniki (in den südöstlichen Teilen der Provinz Imathia und nödlichen Teile von Pieria)
Erreger: FSME-Viren
Übertragung: durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz

Schutz: Impfung. Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays).

Hepatitis B

Anmerkung: landesweites Vorkommen

Schutz: Schutzimpfung. Safer Sex (Verwendung von Kondomen). Bei medizinischen Eingriffen (Injektion, Nahtmaterial, Zahnbehandlung, OP) in Ländern mit unzureichender medizinischer Grundversorgung und mangelhafter Hygiene sollte auf steriles medizinisches (Wund-)Material geachtet werden.

Kala Azar

Anmerkung: Vorkommen: vor allem im Süden und auf den Inseln, einschließlich Kreta

Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.

Leishmaniasis

Anmerkung: Haut Form: vereinzelnte Herde auf dem Festland, den Ionischen Inseln und Kreta

Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.

Klimatabelle

Min. Temp °C

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
67811162023231915128

Max. Temp °C

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
131416202530333329241915

Feuchtigkeit %

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
706663575447414150617071

Regentage

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
16111198423481215

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