Großbritannien

Stand: 19. Jan 2018

Meldungen

6. Jun 2017: England: Hepatitis A in Nord Lanarkshire
In Nord Lanarkshire wurden vermehrt Hepatitis A-Fälle gemeldet. Einwohner und Besucher der Ortschaften Airdrie und Coatbridge sollten auf Hepatitis typische Symptome achten. Weiter lesen

Wichtige Hinweise

Masern
Großbritannien gehört zu den europäischen Ländern mit den höchsten Masernaufkommen in Europa. Regional erhöhtes Vorkommen mit Schwerpunkten im Nordwesten und Nordosten. Impfung empfohlen für ungeimpfte Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, o. ä. arbeiten. Insbesondere sollten Austauschschüler und Au-Pair ihren Masernschutz überprüfen. Ein größerer Masernausbruch 2013 entwickelte sich in Swansea (Wales) zu einem der größten Ausbrüche Englands in den vergangenen Jahren. Rund 1.200 Erkrankungsfälle wurden registriert, die meisten aus Swansea, doch weitere Fälle auch aus Gwent. Mehrere Patienten mussten stationär behandelt werden. Von Januar bis September 2012 wurden mehr als 6.000 Verdachtsfälle festgestellt. Das bedeutet eine deutliche Zunahme der Masern-Fälle im Vergleich zum Vorjahr 2011 mit 1.000 Erkrankungen. Betroffen ist vor allem der Nordwesten (Merseyside und Liverpool) und Süden (Sussex, Brighton) des Landes. Die Gesundheitsbehörden HPA (Health Protection Agency) sind besorgt, da viele der Erkrankungsfälle sich außerhalb der Regionen befinden aus denen normalerweise die meisten Erkrankungen gemeldet werden. Dazu gehören London, sowie der Nordwesten und Südosten Englands. Die meisten Erkrankungsfälle wurden aus Kindertagesstätten und Schulen gemeldet. Doch auch aus einigen Tourismuszentren in den West Midlands und im Südosten des Landes wurden Masernfälle beobachtet. Masernausbrüche werden vor allem in Regionen mit einer geringen Masern-Durchimpfungsrate festgestellt. Es wird angenommen, dass auch Bevölkerungsmigrationen von Gruppierungen mit keinem oder geringen Masernschutz zu den lokalen Ausbrüchen und zur Verbreitung der Infektionskrankheit beitragen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt zwei Masernimpfungen im zweiten Lebensjahr und fordert generell dazu auf, Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachzuholen, wenn sie nicht zum empfohlenen Zeitpunkt durchgeführt werden konnten. Ebenso sollte auf Krankheitszeichen geachtet werden und bei Fieber, Hautausschlag und Grippebeschwerden umgehend medizinische Hilfe aufgesucht werden.

Keuchhusten
Landesweites Vorkommen. Zur Senkung der Erkrankungszahlen bei Erwachsenen und zum Schutz von Säuglingen empfiehlt die STIKO, alle Erwachsene bei der nächst fälligen Tetanus und Diphtherie-Impfung auch gegen Pertussis zu impfen. Im Jahr 2012 wurden mehr als 6000 Keuchhusten-Fälle (Pertussis) in Großbrittanien berichtet, v.a. bei Erwachsenen. Neun Säuglinge sollen an Keuchhusten 2012 gestorben sein.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Großbritannien gilt seit 1982 als poliofrei. Ein Impfschutz für Reisende ist nicht empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Reisenden die Polio-Schutzimpfung nur bei Aufenthalt in Ländern mit Polio-Vorkommen (sog. Endemieländer) oder in Polio-Risikoländer (d.h. Länder in denen durch importierte Polioviren aus dem Ausland oder durch abgeleitete Impfviren [Lebendimpfstoff] ein Infektionsrisiko besteht).

Impfempfehlungen

Diphtherie

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Gelbfieber

Impfschutz: nein

Bemerkung:

Hepatitis B

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B-Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis B-Impfung braucht 3 Teilimpfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (nach 1 Monat) ⇒ 3. Impfung (nach 6 Monaten). Wenn nur eine oder zwei Impfungen erfolgen, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz ermöglichen. Vor der Reise sollten in der Regel 2 Impfungen erfolgt sein, um einen über 85% Hepatitis B-Schutz gewährleisten zu können. Erfolgen drei Impfungen sollten sich ausreichend Antikörper bilden (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), so dass in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich ist.

Influenza

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.

Keuchhusten

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.

Masern

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.

Meningokokken-Meningitis

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Der Tertravalente Konjugatimpfstoff (ACWY) ist empfohlen. Die Meningitis-Impfung gehört in Großbritannien zum Regel-Impfprogramm für Kinder und Jugendliche. Daher gilt die STIKO-Empfehlung für Reisende: "Die Meningitis-Impfung ist empfohlen für Schüler/Studenten vor Langzeitaufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder selektiver Impfung für Schüler/Studenten."

Pneumokokken

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)

Tetanus

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Tollwut

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Sehr geringes Risiko.

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