Indien

Stand: 21. Sep 2018

Meldungen

5. Aug 2018: Indien: Malaria, Dengue Fieber und Chikungunya
Malaria, Dengue Fieber und Chikungunya Fieber wurden in den vergangenen Wochen aus der Millionenmetropole Delhi gemeldet. Weiter lesen

30. Mai 2018: Indien: Nipah-Virus-Erkrankungen in Kerala
Bei Reisen nach Kozhikode, Malappuram, Wayanad und Kannur sollten jedoch Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Weiter lesen

17. Feb 2018: Indien: Dengue Fieber in Karnataka
In den Bundesstaaten Karnataka und Tamil Nadu hat sich die Zahl der Dengue Fieber-Fälle in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdreifacht. Weiter lesen

Wichtige Hinweise

Malaria
Vorkommen in vielen Landesteilen und Bundesstaaten. Außerhalb von Afrika stellt Indien für deutsche Reisende das wichtigste Infektionsland für Malaria dar. Malariaerkrankungen bei europäischen Reisenden wurden in den vergangenen Jahren u.a. auch aus Goa (Calangute Beach und Candolim Beach) berichtet. Auch aus der Hauptstadt Delhi wurden Malaria-Fälle berichtet. Ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht während und nach den Regenzeiten (Mai-Oktober). Malaria-Prophylaxe-Empfehlungen sollten mit einem Arzt abgesprochen werden. Untersuchungen zufolge sterben in Indien mehr Menschen an Malaria als bislang angenommen. In einem Beitrag der medizinischen Fachzeitschrift  "Lancet" im Oktober 2010 wurde geschätzt, dass rund 13mal mehr Malaria-Todesfälle im indischen Subkontinent auftreten, als bisher von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kalkuliert. Die Autoren nehmen an, dass in Indien jährlich rund 200.000 Menschen an Malaria sterben. Diese große Anzahl, so die Experten, käme dadurch zustande, dass viele der Erkrankten keinen Arzt aufsuchen bzw. keinen Zugang zu Gesundheitssystemen haben und daher an den Folgen der Krankheit sterben, ohne erfasst zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation zweifelt weiterhin diese hohe Zahl der Todesfälle an. Rund 2 bis 2,5 Millionen Malariaerkrankungen sollen Berichten zufolge jährlich in Indien registriert werden. Auch Reisende sind bei Aufenthalten in Regionen mit Malaria-Vorkommen gefährdet  - vor allem Besucher der indischen Teeplantagen.

Dengue Fieber
In Indien wurden starke regionale Schwankungen des Vorkommens von Dengue Fieber beobachtet. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl der Dengue Fieber-Fälle in Karnataka mehr als verdreifacht. Während im Jahr 2015 noch rund 5.000 Dengue-Fälle registriert wurden, waren es 2017 bereits mehr als 17.000 Fälle. Auch in diesem Jahr wurden bereits mehr als 100 Fälle berichtet. Der südindische Bundesstaat liegt an dritter Stelle der Bundesstaaten Indiens die am meisten Dengue Fieber Fälle registrieren. Doch auch in Tamil Nadu ist die Zahl der Erkrankungen deutlich angestiegen. Während es im Jahr 2015 noch rund 4.500 gemeldete Dengue Fieber-Fälle waren, stieg die Zahl der Erkrankten im Jahr 2017 auf über 23.000 Fälle; ähnlich wie in Kerala. Hier waren es im Jahr 2015 rund 4.000 und im Jahr 2017 rund 19.000. Die meisten Erkrankungsfälle werden jedoch aus Punjab, Delhi und West Bengalen gemeldet. Hier bleibt die Zahl der registrierten Dengue Fieber-Erkrankungen mit rund 10.000 bis 15.000 Fällen jährlich unverändert hoch. Übertragung erfolgt durch tag- und nachtaktive Mücken. Mückenschutzmaßnahmen (Hautbedeckende Kleidung, Mückennetze, Lotionen, Sprays, Mückenabweisende Cremes, Räucherspiralen, Coils, etc) sollten durchgeführt werden.

Chikungunya Fieber
Ganzjähriges landesweites Vorkommen mit regionalen Schwankungen. Die Übertragung erfolgt durch tag- und nachtaktive Mücken. Mückenschutzmaßnahmen sind empfohlen. (Hautbedeckende Kleidung, Mückennetze, Lotionen, Sprays, Mückenabweisende Cremes, Räucherspiralen, Coils, etc)

Tollwut
Indien gehört zu den Ländern mit den höchsten Tollwut-Erkrankungszahlen bei Mensch und Tier. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu vereinzelten tragischen Tollwutfällen bei Reisenden. Bei erhöhtem Reiserisiko (z.B. Trekking, Übernachten im Freien) Tollwut-Schutzimpfung erwägen. Bei einer Bissverletzung im Land sollte umgehend eine geeignete Versorgungseinrichtung aufgesucht werden, in der wirksame und moderne Impfstoffe verwendet werden und Hyper-Immunglobuline vorhanden sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte eine Warnung für Reisende, nachdem eine britische Reisende sich bei ihrem Indienaufenthalt durch einen unbehandelten Hundebiss mit Tollwutviren infizierte und starb. Indien wurde daraufhin als Land mit „hohem Risiko“eingestuft. Das wachsende Tollwutrisiko ergibt sich durch die zunehmende Anzahl von streunenden Hunden (in Neu Delhi wird die Anzahl der vierbeinigen Streuner auf weit über 250.000 geschätzt). Erstmalig durch Organspenden sind in Deutschland im Jahr 2005 sechs Patienten mit dem lebensgefährlichen Tollwutvirus infiziert worden. Die Organspenderin hielt sich im Oktober 2004 in Indien auf und wurde Berichten zufolge dort von einem Hund gebissen. Symptome, die auf eine Tollwut hinweisen, haben bei der Organspenderin, die an einem Herzstillstand verstarb, zum Zeitpunkt des Todes nicht vorgelegen. Kurz zuvor im Mai 2004 erkrankte und verstarb ein 51-jähriger Mann an einer Tollwutinfektion, nachdem er 6 Wochen zuvor von einem fünfmonatigen Aufenthalt in Indien nach Deutschland zurückkehrte. Diese tragischen Erkrankungsfälle bekräftigen die Tollwut-Empfehlung für Reisende vor allem bei Langzeitreisen in Länder mit erhöhtem Tollwutvorkommen. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem in Ländern wie z.B. Indien und Nepal, in denen es viele streunende Hunde und ein erhöhtes Vorkommen von Hundetollwut gibt. Doch nicht nur in den Ländern Südostasiens und Südasiens, sondern auch in den Ländern Afrikas und Osteuropas besteht regional ein erhöhtes Tollwut-Infektionsrisiko. Um sich vor einer Tollwut-Erkrankung zu schützen, wird Risikopersonen eine Impfung empfohlen. Grundsätzlich sollten sich Reisende von freilaufenden Tieren (v.a. Hunde und Katzen) fernhalten. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Ebenso sollte bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v.a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, so dass im Notfall bei postexpositioneller Behandlung u.U. nicht die richtigen Medikamente in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen.

Hepatitis A
Landesweites Vorkommen. Reisenden ist ein Impfschutz empfohlen. Eine Ansteckung in einem Land mit einer hohen Hepatitis-Verbreitung kann sehr leicht erfolgen. Infizierte Touristen können nach der Heimkehr auch für andere Menschen eine Gefahr darstellen, mit denen sie in direktem oder indirektem (z.B. über die Nahrung) Kontakt stehen. Daher wird bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen ein Hepatitis A-Impfschutz empfohlen. Eine sorgfältige Nahrungs- und Trinkwasserhygiene ist stets empfohlen.

Typhus , Bakterienruhr , Amöbenruhr , Lambliasis
Landesweit besteht in vielen Regionen eine erhöhte Ansteckungsgefahr. Die Infektionsursache sind meist verunreinigte Speisen oder Getränke. Reisende sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen durchführen. Ein Typhus-Impfschutz kann bei erhöhter Exposition (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Erwägung gezogen werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80-90% aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen wie z.B. Trekkingreisen in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen oder auch bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten, ist ein Typhus-Impfschutz sinnvoll.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Indien gilt seit 2011 als poliofrei (WHO). Die Weltgesundheitsorganisation hat Indien als Land mit Polio-Risiko nicht gelistet und empfiehlt entsprechend keinen Impfschutz.Im Jahr 2016 wurden jedoch Polio-Impfviren in Umweltproben in Indien nachgewiesen. Aus diesem Grund empfiehlt das Auswärtige Amt in seinem Merkblatt für Indien-Reisenden vom August 2018 eine regelmäßige Auffrischung der Polio-Impfung alle 10 Jahre. Zudem ist die Indische Impfvorschrift zur Polio zu beachten.


Regenzeit

In den Monaten Mai bis Oktober kommt es durch den Monsun im Nordosten Indiens regelmäßig zu verstärkten Niederschlägen. Davon betroffen sind die nördlichen Regionen von Bihar und Uttar Pradesh, sowie die Bundesstaaten Punjab, Haryana, Sikkim, Nagaland, Manipur, Mizoram, Tripura, Meghalaya, Assam und Westbengalen. Die Regenzeiten können regional ausbleiben (gelegentlich im Nordwesten) oder verstärkt auftreten (v.a. im Nordosten und an der Westküste). Die ebenfalls im Mai/Juni beginnende Regenzeit im Südwesten des Landes schiebt sich in den Folgemonaten langsam über den gesamten indischen Subkontinent und erreicht dadurch die einzelnen Bundesstaaten in zeitlicher Versetzung. Während und nach den Regenzeiten, stehen für viele Mücken vermehrt Brutplätze zur Verfügung. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z.B. Malaria und Dengue-Fieber während und nach den Regenperioden häufiger auf. Auch Reisende sind bei Aufenthalten in Regionen mit Malaria-Vorkommen gefährdet – vor allem Reisende und Besucher der indischen Teeplantagen. Daher sollte rechtzeitig vor der Reise eine aufklärende reisemedizinische Beratung erfolgen. Durch eine gründliche Nutzen-Risiko Abwägung sollte in einem persönlichen Gespräch die richtige Malariaprophylaxe individuell festgelegt werden. Ein sorgfältiger Mückenschutz ist kontinuierlich am Tag und in der Nacht empfohlen.

Impfempfehlungen

Cholera

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Bei Reisen in Risikogebiete

Diphtherie

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Gelbfieber

Impfschutz: nein

Bemerkung:

Hepatitis A

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis A-Impfung braucht 2 Impfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (ab 6 Monaten). Wenn nur eine Impfung erfolgt, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz vor der Erkrankung ermöglichen. Erfolgen zwei Impfungen beträgt die Dauer der Wirksamkeit mehr als 10 Jahre, bei mindestens 95% der Geimpften sogar über 25 Jahre.

Hepatitis B

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B-Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis B-Impfung braucht 3 Teilimpfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (nach 1 Monat) ⇒ 3. Impfung (nach 6 Monaten). Wenn nur eine oder zwei Impfungen erfolgen, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz ermöglichen. Vor der Reise sollten in der Regel 2 Impfungen erfolgt sein, um einen über 85% Hepatitis B-Schutz gewährleisten zu können. Erfolgen drei Impfungen sollten sich ausreichend Antikörper bilden (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), so dass in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich ist.

Influenza

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.

Japanische Enzephalitis

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisende mit längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten, in denen die Japanische Enzephalitis vorkommt, v.a. während Regenzeiten mit gehäufter Verbreitung der Überträgermücken

Keuchhusten

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.

Masern

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.

Meningokokken-Meningitis

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. bei Ausbrüchen) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten)

Pneumokokken

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)

Polio

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Indien gilt seit 2011 als poliofrei (WHO). Die Weltgesundheitsorganisation hat Indien als Land mit Polio-Risiko nicht gelistet und empfiehlt entsprechend keinen Impfschutz. Im Jahr 2016 wurden jedoch Polio-Impfviren in Umweltproben in Indien nachgewiesen. Aus diesem Grund empfiehlt das Auswärtige Amt in seinem Merkblatt für Indien-Reisenden vom August 2018 eine regelmäßige Auffrischung der Polio-Impfung alle 10 Jahre. Zudem ist die Indische Impfvorschrift zur Polio zu beachten.

Tetanus

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Tollwut

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Die WHO stuft das Tollwutrisiko in Indien als "hoch" ein und empfiehlt Reisenden daher eine Tollwutimpfung. Zu den Risikogruppen gehören: Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen insbesondere bei Langzeitaufenthalten, Rucksackreisen, häufigen Aufenthalten/Übernachtungen im Freien, unzureichender medizinischer Versorgung vor Ort (z. B. Fehlen an Impfstoffen und Immunglobulinen für den Notfall nach Bissverletzungen oder Fehlen einer nahegelegenen medizinischen Versorgungsstelle).

Typhus

Impfschutz: ja

Bemerkung: Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen).

Impfvorschriften

Gelbfieber:
Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisenden (über dem 6. Monat), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen (auch Transit).

Zu den Gelbfieber-Risikogebieten zählen die örtlichen Behörden in folgenden Kontinenten die aufgelisteten Länder: in Afrika (Angola, Benin, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Kongo, Elfenbeinküste, Demokratische Republik Kongo, Äquatorialguinea, Äthiopien, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Rwanda, Senegal, Sierra Leone, Sudan, Südsudan, Togo und Uganda) und in Mittel- und Südamerika (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Französisch Guayana, Guyana, Panama, Paraguay, Peru, Surinam, Trinidad (nur) und Venezuela). Jedes Land, das nur einen Gelbfieber-Erkrankungsfall meldet, wird von der Regierung Indiens als Gelbfieberendemiegebiet angenommen und auf die Liste der Gelbfieberendemiegebiete gesetzt.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)
EINREISE:
Reisende, Kinder wie Erwachsenen, die nach Indien einreisen und aus  Ländern kommen in denen die Polio auftritt (Afghanistan, Pakistan, Nigeria) oder wieder neu aufgetreten ist (Somalia, Kenia, Syrien und Äthiopien), müssen einen Polioimpfschutz durch OPV (Orale Polio-Vakzine = Schluckimpfung) mindestens  4 Wochen vor der Reise erhalten. Die Liste der Länder mit neuaufgetretenen Poliofällen wird permanent aktualisiert. Die Impfung darf nicht älter als ein Jahr sein. Das bedeutet, dass bei wiederholten Indienreisen (z.B. Geschäftsreisen) die Polio-Schluckimpfung ggf. jährlich wiederholt werden muss. Ein Impfnachweis muss im Impfausweis (nach WHO-Standard) nachgewiesen werden.

AUSREISE:
Reisende, Kinder wie Erwachsenen, die von Indien aus in Länder mit Poliovorkommen reisen, müssen einen Polioimpfschutz durch OPV (Orale Polio-Vakzine = Schluckimpfung) vorzugsweise 4 Wochen vor der Reise erhalten. Zu den Ländern mit Poliovorkommen zählen die indischen Behörden Polio-Endemieländer (Afghanistan, Pakistan, Nigeria) als auch Länder in denen die Polio wieder neu aufgetreten ist (Somalia, Kenia, Syrien und Äthiopien).

DEUTSCHE STAATSBÜRGER/AUSLÄNDER:
Wie das indische Gesundheitsministerium mitteilte, treten die Bestimmungen für Ausländer z.B. deutsche Staatsbürger die in polio-infizierten Ländern leben und nach Indien reisen oder die in Indien leben und in polio-infizierte Länder reisen, nicht in Kraft.

Die neuen Impfregelungen, können auf der Website der Indischen Regierung eingesehen werden.

Gesundheitsrisiken

Bilharziose

Anmerkung: Vorkommen: nur im Süßwasser des Ratnagiri-Distrikts (Maharashtra)

Schutz: Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen)

Cholera

Anmerkung: Infektionsgebiete v.a. in folgenden Staaten: Andhra Pradesh State (Hyderabad District, Visakhapatnam District), Delhi Territory, Goa, Gujarat, Karnataka (Mysore) (Distrikte: Bangalore, Bidar, Chitradurga, Gulburga, Hassan, Kolar, Mandya, Raichar, Tumkur), Kerala, Maharashtra (Distrikte: Akola, Amrawati, Nagpur, Nandad, Osmanabad, Parbhani, Pune, Sangli, Thane), Punjab, Tamil Nadu (Distrikte: Anna, Chingleput, Madras, Madurai, North Arcot, Pudukkottai, Thanjavur, Tirunelvelli, Vellore, Villipuram), Uttar Pradesh, West Bengalen, Kolkata

Schutz: Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene; bei erhöhtem Risiko: Schutzimpfung.

Dengue-Fieber

Anmerkung: Vorkommen: landesweit

Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.

Diverse Darminfektionen

Anmerkung: Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien)

Schutz: Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene

Filariosen

Anmerkung: Vorkommen: Küstenregionen, vor allem im Südosten

Schutz: Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.

Fleckfieber

Anmerkung: Vorkommen: vor allem im Nordosten

Schutz: Schutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche).

Hepatitis B

Anmerkung: landesweites Vorkommen

Schutz: Schutzimpfung. Safer Sex (Verwendung von Kondomen). Bei medizinischen Eingriffen (Injektion, Nahtmaterial, Zahnbehandlung, OP) in Ländern mit unzureichender medizinischer Grundversorgung und mangelhafter Hygiene sollte auf steriles medizinisches (Wund-)Material geachtet werden.

Japanische Enzephalitis

Anmerkung: Vorkommen: in fast allen ländlichen und vorstädtischen Gebieten (nicht im höher gelegenen Nordwesten); Ausbrüche vor allem in der Regenzeit (Monsun) in Distrikten folgender Staaten: Bihar, Karnataka, Kerala, Tamil Nadu, Uttar Pradesh, West-Bengal; für Hoteltouristen nur geringe Gefahr

Schutz: Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.

Kala Azar

Anmerkung: Vorkommen: besonders im Osten des Landes in der Provinz West Bengal

Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.

Leishmaniasis

Anmerkung: Vorkommen: vereinzelte Herde im Nordwesten (Rajasthan)

Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.

Pest

Anmerkung: Vorkommen: Maharashtra, Gujarat

Schutz: Schutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätze bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden.

Zeckenbissfieber

Anmerkung: Vorkommen: landesweit

Schutz: Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays).

Malariahinweise

Risikogebiete (lt. WHO Malaria Report) : Geringes Malariarisiko im ganzen Land in Höhenlagen unter 2.000 m, vor allem in den Bundesstaaten Chhattisgarh, Gujarat, Jharkhand, Karnataka (mit Ausnahme von Bangalore) Madhya Pradesh, Maharasthra (mit Ausnahme der Städte Mumbai, Nagpur, Nasik and Pune), Orissa und West Bengal (mit Ausnahme von Kolkata) sowie den Andamanen und Nikobaren.

Kein Malariarisiko (lt. WHO Malaria Report) : Höhenlagen über 2.000 m von Himachal Pradesh, Jammu und Kaschmir, Sikkim

Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung mit saisonalen Schwankungen. Das Übertragungsrisiko steigt mit dem Monsunregen der ungefähr im Juni im Südwesten beginnt und im September den Nordosten erreicht. Die Monsundauer beträgt ca. 3-4 Monate. Die zweite Regenzeit im Südosten verläuft von Oktober bis Dezember.

Malariaart (lt. WHO Malaria Report) : 67 % Malaria tropica (P. falciparum), 33 % Malaria tertiana (P. vivax)

Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby) (lt. DTG 2017) : ganzjährig, landesweit in Höhenlagen unter 2.000 m empfohlen, insbesondere in den Bundesstaaten Chhattisgarh, Gujarat, Jharkhand, Karnataka (mit Ausnahme von Bangalore) Madhya Pradesh, Maharasthra (mit Ausnahme der Städte Mumbai, Nagpur, Nasik and Pune), Orissa und West Bengal (mit Ausnahme von Kolkata) sowie den Andamanen und Nikobaren.

Keine medikamentöse Vorbeugung empfohlen (lt. DTG 2017) : in Höhenlagen über 2.000 m von Himachal Pradesh, Jammu und Kaschmir, Sikkim

Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc

Malariarisikogebiete

Malariavorkommen

Klimatabelle

Min. Temp °C

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
791420262827262418118

Max. Temp °C

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
212431364139363434342923

Feuchtigkeit %

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
575136272845677262444156

Regentage

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
221124884101

Botschaften


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