Japan

Stand: 21. Sep 2018

Wichtige Hinweise

Dengue Fieber
Landesweit besteht in einigen Regionen ein Dengue Fieber-Risiko. Gute Mückenschutzmaßnahmen sind ganzjährig empfohlen. 2014 wurden v.a. aus Saitama und dem Yoyogi-Stadtpark im Bezirk Shibuya in Tokio Erkrankungsfälle gemeldet. Seit den Vierziger Jahren wurden in Japan keine Dengue Fieber-Erkrankungen mehr beobachtet. Es wird angenommen, dass durch Reiserückkehrer das Virus wieder eingeschleppt wurde und nun regional durch Mücken verbreitet, übertragen wird. Obgleich es sich in Japan um vereinzelte einheimische Fälle handelt, wurde erst im September 2013 ein Dengue Fieber-Fall bei einer deutschen Touristin diagnostiziert, die Japan besuchte. Die Reisende hielt sich in Ueda, Fuefuki, Hiroshima, Kyoto und Tokio auf. Ebenso wurde erst vor zwei Jahren in der Umgebung des Internationalen Flughafens Narita-Tokio, über den eine Vielzahl von Flügen nach Europa, Asien und Australien laufen, die Überträgermücke des Dengue Fiebers, Aedes aegypti nachgewiesen.

Mumps
Japan gehört zu den Ländern mit dem weltweit am höchsten registrierten Mumps-Aufkommen. Im vergangenen Jahr wurden in Japan 135.001 Mumps-Erkrankungen gezählt. Die WHO betont, dass bereits nach zwei Impfdosen ein 90%-iger Impfschutz besteht. Die dritte Auffrischung dient vor allem der Vorbeugung von Ausbrüchen. Für Reisende ist eine Schutz durch eine Kombinationsimpfung (gegen Masern-Mumps-Röteln = MMR) dann relevant, wenn kein ausreichender Impfschutz vorliegt oder die Krankheiten als Kind nicht durchgemacht wurden und zum Beispiel ein längerer Aufenthalt als Austauschschüler, Student oder Au Pair in Regionen oder Einrichtungen geplant wird, in denen aktuell Ausbrüche (Masern, Mumps) vorliegen oder wo zu vielen Kindern Kontakt besteht.

Erdbeben
Japan zählt zu den Ländern mit den meisten Erdbeben. Rund 1.500 Beben werden durchschnittlich pro Jahr registriert. Die meisten Beben hinterlassen keine größeren Schäden. Zuletzt führte im August 2011 ein starkes Erdbeben an der Nordostküste Japans zu starken Erschütterungen in der Region von Fukushima. Das große Seeebeben ereigente sich am 11. März 2011 im Nordosten Japans ca. 400 km nordöstlich der Hauptstadt Tokio und galt als eines der schwersten Seebeben des Landes, mit der Stärke von 8,9 auf der Richterskala. Das Beben verursachte einen Tsunami der über weite Teile der Nordküste hinweg fegte und zu schweren Verwüstungen führte. Zahlreiche Nachbeben folgten, so dass eine Tsunami-Warnung für den gesamten pazifischen Raum ausgesprochen wurde. Schwere Erdbeben der letzten Jahre ereigneten sich im Juni 2008 im Nordosten von Honshu (Richterskala 7,2), im Juli 2007 im Meer vor Niigata (Richterskala 6,8) sowie im Oktober 2004 in der Präfektur Niigata (Richterskala 6,8). In allen Fällen kam es zu etlichen Todes- und Verletzungsfällen. In den Katastrophengebieten von Fukushima besteht weiterhin die Gefahr des Auftretens radioaktiver Strahlung. Für Hilfseinsätze in die betroffenen Gebiete sind eine umfangreiche Beratung, ein Impf- und Strahlenschutz empfohlen.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Japan gilt seit 1980 als poliofrei. Ein Impfschutz für Reisende ist nicht empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Reisenden die Polio-Schutzimpfung nur bei Aufenthalt in Ländern mit Polio-Vorkommen (sog. Endemieländer) oder in Polio-Risikoländer (d.h. Länder in denen durch importierte Polioviren aus dem Ausland oder durch abgeleitete Impfviren [Lebendimpfstoff] ein Infektionsrisiko besteht).

Impfempfehlungen

Diphtherie

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Gelbfieber

Impfschutz: nein

Bemerkung:

Hepatitis A

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis A-Impfung braucht 2 Impfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (ab 6 Monaten). Wenn nur eine Impfung erfolgt, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz vor der Erkrankung ermöglichen. Erfolgen zwei Impfungen beträgt die Dauer der Wirksamkeit mehr als 10 Jahre, bei mindestens 95% der Geimpften sogar über 25 Jahre.

Hepatitis B

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B-Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis B-Impfung braucht 3 Teilimpfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (nach 1 Monat) ⇒ 3. Impfung (nach 6 Monaten). Wenn nur eine oder zwei Impfungen erfolgen, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz ermöglichen. Vor der Reise sollten in der Regel 2 Impfungen erfolgt sein, um einen über 85% Hepatitis B-Schutz gewährleisten zu können. Erfolgen drei Impfungen sollten sich ausreichend Antikörper bilden (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), so dass in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich ist.

Influenza

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.

Japanische Enzephalitis

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisende mit längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten, in denen die Japanische Enzephalitis vorkommt, v.a. während Regenzeiten mit gehäufter Verbreitung der Überträgermücken

Keuchhusten

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.

Masern

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.

Pneumokokken

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)

Tetanus

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Gesundheitsrisiken

Borreliose

Anmerkung: landesweites Vorkommen
Übertragung: durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz
Übertragungsmonate: April-Oktober

Schutz: Schutz vor Zecken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays)

Fleckfieber

Anmerkung: Vorkommen: vereinzelte Herde im Buschland der Flusstäler im Süden

Schutz: Schutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche).

Hepatitis B

Anmerkung: landesweites Vorkommen

Schutz: Schutzimpfung. Safer Sex (Verwendung von Kondomen). Bei medizinischen Eingriffen (Injektion, Nahtmaterial, Zahnbehandlung, OP) in Ländern mit unzureichender medizinischer Grundversorgung und mangelhafter Hygiene sollte auf steriles medizinisches (Wund-)Material geachtet werden.

Japanische Enzephalitis

Anmerkung: Vorkommen: warme ländliche Gebiete im Süden
Übertragungsmonate: Juni-September

Schutz: Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.

Klimatabelle

Min. Temp °C

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
-2-12812172122191361

Max. Temp °C

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
8912172224283026211611

Feuchtigkeit %

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
616064707479807980767164

Regentage

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
5610101012109121175

Botschaften


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