Kolumbien

Stand: 16. Okt 2018

Meldungen

1. Sep 2018: Haiti, Kolumbien und Venezuela melden Diphtherie
Obgleich in vielen tropischen Ländern ein Rückgang der Erkrankungszahlen beobachtet wird, bleibt die Krankheit in vielen Reiseländern präsent. Weiter lesen

27. Apr 2018: Kolumbien: Masern in Sucre
Die einheimische Bevölkerung Kolumbiens wurde 2015 von der WHO als frei von Masern deklariert. Nun ist die Krankheit zurückgekehrt. Weiter lesen

19. Apr 2018: Brasilien, Kolumbien, Haiti, Venezuela melden Diphtherie
In diesem Jahr wurden Diphtherie-Fälle aus Brasilien, Kolumbien, Haiti und Venezuela gemeldet. Venezuela scheint am stärksten betroffen. Weiter lesen

Wichtige Hinweise

Zika Virus-Infektion
Landesweit treten Zika-Virus-Infektionen auf. Rund 20.000 Erkrankungsfälle wurden alleine bis Ende Januar landesweit gezählt – darunter über 2.000 Schwangere. Die Gesundheitsbehörden warnen vor dem möglichen Übertragungsrisiko und appelieren an Reisende sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen durchzuführen.

Masern
Nach Angaben des Auswärtigen Amtes kann bei Einreise der Nachweis einer Masernimpfung bzw. ein Masern-Antikörper-Nachweis verlangt werden. Aktuelle Auskünfte erteilt die deutsche Niederlassung der kolumbianischen Botschaft. 

Dengue Fieber
Ganzjährig landesweites Vorkommen, v.a. in den Staaten Valle, Santander, Tolima, Meta, Norte de Santander, Antioquia, Cundinamarca, Cesar, Huila und Casanare. Seit Oktober 2013 werden vermehrt Erkrankungsfälle von der Atlantikküste, dem Departamento Tolima sowie den Städten Cali und Cucuta gemeldet. Gute Mückenschutzmaßnahmen empfohlen (Hautbedeckende Kleidung, Mückennetze, Lotionen, Sprays, Mückenabweisende Cremes, Räucherspiralen, Coils, etc.).

Gelbfieber
Regionales Auftreten v.a. in der nördlichen Provinz Norte de Santander, im Grenzgebiet zu Venezuela, in den Provinzen Meta und Guaviare, sowie generell im Norden, Osten und Süden des Landes v.a. im mittleren Talbett des Magdalena Flusses, in den östlichen und westlichen Hügellandschaften der Cordillera Oriental (vom Grenzgebiet Ecuadors hinreichend zum Grenzgebiet mit Venezuela, Urabá), an den Hängen der Sierra Nevada, sowie im östlichen Flachland Orinoquia und Amazonas. Sorgfältiger Mückenschutz und ggf. Gelbfieber-Impfung. Die Erkrankung wird durch Viren verursacht die durch tag- und nachtaktive Mücken auf den Menschen übertragen werden. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, endet die Erkrankung in 50% - 60% der Fälle tödlich.  

Tollwut
Landesweites Tollwut-Risiko. Häufiger Übertragungsweg sind Fledermaus- oder Hundebisse. Bei erhöhtem Reiserisiko (z.B. Trekking, Übernachten im Freien) Tollwut-Schutzimpfung erwägen. Bei einer Bissverletzung im Land sollte umgehend eine geeignete Versorgungseinrichtung aufgesucht werden, in der wirksame und moderne Impfstoffe verwendet werden und Hyper-Immunglobuline vorhanden sind.  Der Biss der Fledermaus kann u. U. unbemerkt bleiben, da Fledermäuse über sehr kleine Zähne verfügen. Das beinhaltet die Gefahr, dass der Biss nicht wahrgenommen wird und somit die Infektionsgefahr unerkannt bleibt. Das Risiko einer Tollwutinfektion hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die landesspezifischen Bedingungen, das Verhalten des Reisenden, die Reiseart und Reisedauer. Zum Personenkreis der so genannten "Risikogruppe" gehören "Rucksackreisende", Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und Personen mit häufigem Tierkontakt. Der Reisende kann sich durch eine aktive Schutzimpfung gegen Tollwut schützen. Als wichtigste Verhaltensmaßnahme für Reisende gilt, insbesondere in den Tropen und Subtro pen, freilaufende Tiere (v.a. Hunde und Katzen) nie zu streicheln oder zu berühren. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere sowie bei Bissen oder direktem Kontakt durch Fledermäuse ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen.  

Hepatitis A , Typhus , Bakterienruhr , Amöbenruhr , Lambliasis
Landesweit besteht in vielen Regionen eine erhöhte Ansteckungsgefahr. Die Infektionsursache sind meist verunreinigte Speisen oder Getränke. Reisende sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen durchführen. Ein Hepatitis A-Impfschutz bei Reisen in Länder mit erhöhtem Hepatitis A-Vorkommen ist empfohlen. Ein Typhus-Impfschutz kann bei erhöhter Exposition (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Erwägung gezogen werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80-90% aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen wie z.B. Trekkingreisen in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen oder auch bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten, ist ein Typhus-Impfschutz sinnvoll.   

Keuchhusten
Keuchhusten (Pertussis) stellt in vielen Regionen ein Problem dar. Reisende sollten darauf achten, dass im Falle einer anstehenden Auffrischung gegen Tetanus- und/oder Diphtherie im Rahmen einer Reise, auch an die Mitimpfung von Keuchhusten gedacht wird. Zur Senkung der Erkrankungszahlen bei Erwachsenen und zum Schutz von Säuglingen empfiehlt die STIKO daher seit 2009, alle Erwachsene bei der nächst fälligen Tetanus und Diphtherie-Impfung auch gegen Pertussis zu impfen.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Kolumbien gilt seit 1991als poliofrei. Ein Impfschutz für Reisende ist nicht empfohlen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Reisenden die Polio-Schutzimpfung nur bei Aufenthalt in Ländern mit Polio-Vorkommen (sog. Endemieländer) oder in Polio-Risikoländer (d.h. Länder in denen durch importierte Polioviren aus dem Ausland oder durch abgeleitete Impfviren [Lebendimpfstoff] ein Infektionsrisiko besteht).

Impfempfehlungen

Diphtherie

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Gelbfieber

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Alle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen

Hepatitis A

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis A-Impfung braucht 2 Impfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (ab 6 Monaten). Wenn nur eine Impfung erfolgt, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz vor der Erkrankung ermöglichen. Erfolgen zwei Impfungen beträgt die Dauer der Wirksamkeit mehr als 10 Jahre, bei mindestens 95 % der Geimpften sogar über 25 Jahre.

Hepatitis B

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B-Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis B-Impfung braucht 3 Teilimpfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (nach 1 Monat) ⇒ 3. Impfung (nach 6 Monaten). Wenn nur eine oder zwei Impfungen erfolgen, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz ermöglichen. Vor der Reise sollten in der Regel 2 Impfungen erfolgt sein, um einen über 85 % Hepatitis B-Schutz gewährleisten zu können. Erfolgen drei Impfungen sollten sich ausreichend Antikörper bilden (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), so dass in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich ist.

Influenza

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.

Keuchhusten

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.

Masern

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.

Pneumokokken

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)

Tetanus

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Tollwut

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Zu den Risikogruppen gehören: Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen insbesondere bei Langzeitaufenthalten, Rucksackreisen, häufigen Aufenthalten/Übernachtungen im Freien, unzureichender medizinischer Versorgung vor Ort (z. B. Fehlen an Impfstoffen und Immunglobulinen für den Notfall nach Bissverletzungen oder Fehlen einer nahegelegenen medizinischen Versorgungsstelle).

Typhus

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen).

Impfvorschriften

Gelbfieber:
Eine Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden (über dem 1. Lebensjahr), die aus Angola, Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo und Uganda kommen und für Reisende, die sich länger als 12 Stunden im Transit auf einem Flughafen aufhielten, der in einem Land mit Gelbfiebervorkommen liegt. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete).

Kolumbien gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten. Daher empfiehlt die WHO unabhängig von den Landesvorschriften nachdrücklich die Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete.

Die WHO empfiehlt keine Impfung für die Städte Baranquilla, Cali, Cartagena und Medellín, sowie für Reisende, deren Routen sich auf Regionen oberhalb von 2.300 m Höhe, das Departement San Andrès y Providencia und die Hauptstadt Bogotá beschränken.

Gesundheitsrisiken

Chagas-Krankheit

Anmerkung: Vorkommen: vor allem in ländlichen Gebieten des Tieflandes

Schutz: Bei Übernachtungen im Freien: Schutz vor dem Überträger, der sog. Raubwanze, die sich v.a. in Lehmhütten aufhält und nachtaktiv ist

Cholera

Anmerkung: Vorkommen: landesweit v.a. in den Departments Amazonas, Antioquia, Atlantico, Bolivar, Boyaca, Caldas, Caqueta, Cauca, Cesar, Choco, Cordoba, Cundinamarca, Guajira, Huila, Magdalena, Meta, Narino, Norte de Santander, Puntumayo, Quindio, Risaralda, San Andres Intendency, San José del Guaviare, Santa Fe de Bogota, Santander, Sucre, Tolima, Valle

Schutz: Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene; bei erhöhtem Risiko: Schutzimpfung.

Dengue-Fieber

Anmerkung: Vorkommen: landesweit

Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.

Diverse Darminfektionen

Anmerkung: Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien)

Schutz: Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene

Fleckfieber

Anmerkung: Vorkommen: vor allem in Slums im kühlen Hochland

Schutz: Schutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche).

Gelbfieber

Anmerkung: Infektionsgebiete: v.a. Tiefland und Waldgebiete östlich der Anden in den Departementen: Antioquia (Anori, Taraza, Yondo, Arauca, Saravena), Boyaca (Chita, Puerta Boyaca), Caquetá (Belén de los Andaquiés, El Doncello, San Vicente de Caguán), Csanare (Hato Corozal, Tamara, Yopal), Cesar (Valledupar), Choco (Rio Sucio), Cundinamarca (Maya, Miraflores, San Juan del Guaviare), Meta (Cabuyaro, La Primavera, San Carlo de Guaroa, Villavicencio, Vista Hermosa), Norte de Santander (Cucuta, Tibu, Toledo), Putumayo (Puerto Asis), Santander (Bucaramanga, Cimitarra, El Carmen), Vichada (Puerto Trujillo)

Schutz: Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.

Leishmaniasis

Anmerkung: landesweites Vorkommen

Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.

Malariahinweise

Risikogebiete: Ganzjährig im ganzen Land < 1.700 m Höhe, v. a. in Land- und Dschungelgebieten. Das Malariaübertragungsrisiko variiert in den Gebieten. Ein hohes Risiko besteht einigen Regionen von Antioquia, Bolivar, Cauca, Cordoba und Nariño. Ein geringeres Risiko besteht in einigen Gebieten von Amazonas, Caqueta, Guaviare, Guainia, Meta, Putumayo, Vaupes und Vichada. In den Landregionen des Nordens und den karibischen Inseln San Andrés & Providencia besteht ein sehr geringes Risiko.

Kein Malariarisiko: in Großstädten (u.a. Bogota)

Übertragungsmonate: ganzjährig Gefährdung

Malariaart (lt. WHO Malaria Report) : 60 % Malaria tropica (P. falciparum), 40 % Malaria tertiana (P. vivax)

Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): ganzjährig im ganzen Land < 1.700 m Höhe (ausser im Norden) v.a. in den ländlichen Gebieten und Urwaldregionen

Keine medikamentöse Vorbeugung empfohlen: ganzjährig in den Landregionen des Nordens

Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.

Malariarisikogebiete

Malariavorkommen

Klimatabelle

Min. Temp °C

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
99101111111010910109

Max. Temp °C

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Feuchtigkeit %

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Regentage

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