Saudi-Arabien

Stand: 19. Jan 2018

Wichtige Hinweise

Reisende und Pilger, die nach Saudi-Arabien reisen (v.a. Umrah- und Hajj-Reisende), sollten sich über die Einreisevorschriften informieren.

MERS-COV-Infektionen
In Saudi-Arabien hat die Zahl der MERS-COV-Infektionen weiter zugenommen. Bis Ende August 2017 wurden seit Jahresbeginn nahezu 200 Erkrankungsfälle berichtet. Insgesamt liegt die Zahl der Erkrankungen seit Beginn des Ausbruchs schon weit über 1.000. Die Erkrankungen werden aus unterschiedlichen Regionen gemeldet u.a. aus Medinah, Jeddah, Najran, Dawmet Aljandal, Hail Taif, Buridah, Aldalam, Khamis Mushait, Dammam, Baha, Aloula, Baljurashi und Riyadh. Seit April 2012 ist MERS-CoV auf der arabischen Halbinsel vorwiegend in Saudi-Arabien bekannt. Eine spezifische Therapie gegen MERS-CoV existiert nicht, daher kann bei Behandlung der Erkrankten sich der Schwerpunkt nur auf die Linderung der Beschwerden beschränken.

Meningokokken Meningitis
Pilgerreisen nach Mekka (unabhängig von Ramadan, der Hadsch und ihren Einreisebestimmungen) beinhalten ein erhöhtes Infektionsrisiko für Meningokokken-Meningitis (eitrige Hirnhautentzündung). Nachdem die Krankheitserreger (Bakterien) durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, ist durch die Ansammlung vieler Menschen auf engem Raum (wie im Falle der Hajj) ein erhöhtes Übertragungsrisiko gegeben. Daher wird - unabhängig von der Einreisevorschrift - auch aus medizinischen Gründen, zu einem Impfschutz 10 Tage vor Einreise geraten. Reise-Rückkehrern oder ihren Kontaktpersonen wird geraten, sich bei Auftreten von Krankheitssymptomen wie starken Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifigkeit sofort an einen Arzt zu wenden.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Saudi-Arabien gilt seit 1995 als poliofrei, somit ist ein Impfschutz für Reisende ist nicht empfohlen. Eine Ausnahme bildet die Einreisevorschrift die besagt, dass alle Reisende die aus Ländern mit Polio-Risiko nach Saudi-Arabien einreisen, eine gültige Polio-Impfung vorweisen müssen. Der Impfnachweis kann bereits bei Beantragung des Visums gefordert werden. Personen können bei der Einreise mit einer Dosis OPV (oraler Polio-Impfstoff) nachgeimpft werden. In Saudi-Arabien wurden die letzten zwei Poliofälle im Dezember 2004 registriert. Dabei handelte es sich um importierte Poliofälle, die letzten beiden Fälle die im Land selbst erworben wurden traten 1995 auf. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Reisenden die Polio-Schutzimpfung nur bei Aufenthalt in Ländern mit Polio-Vorkommen (sog. Endemieländer) oder in Polio-Risikoländer (d.h. Länder in denen durch importierte Polioviren aus dem Ausland oder durch abgeleitete Impfviren [Lebendimpfstoff] ein Infektionsrisiko besteht). Die Einreisevorschriften werden durch die nationalen Behörden festgelegt und entsprechen eigenen Maßstäben.

Impfempfehlungen

Diphtherie

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Gelbfieber

Impfschutz: nein

Bemerkung: Eine Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen.

Hepatitis A

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis A-Impfung braucht 2 Impfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (ab 6 Monaten). Wenn nur eine Impfung erfolgt, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz vor der Erkrankung ermöglichen. Erfolgen zwei Impfungen beträgt die Dauer der Wirksamkeit mehr als 10 Jahre, bei mindestens 95 % der Geimpften sogar über 25 Jahre.

Hepatitis B

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B-Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.

Hepatitis-Auffrischung: Eine Hepatitis B-Impfung braucht 3 Teilimpfungen: 1. Impfung (sofort) ⇒ 2. Impfung (nach 1 Monat) ⇒ 3. Impfung (nach 6 Monaten). Wenn nur eine oder zwei Impfungen erfolgen, ist der Impfschutz nicht abgeschlossen und wird langfristig keinen Schutz ermöglichen. Vor der Reise sollten in der Regel 2 Impfungen erfolgt sein, um einen über 85 % Hepatitis B-Schutz gewährleisten zu können. Erfolgen drei Impfungen sollten sich ausreichend Antikörper bilden (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), so dass in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich ist.

Influenza

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Der saisonale Grippe-Impfstoff setzt sich zusammen, aus den Antigenen der aktuell weltweit vorkommenden Varianten der häufig zirkulierenden Influenza-Virustypen. Durch Menschenansammlungen (wie z.B. Hadsch, Umrah) besteht ein erhöhtes Übertragungsrisiko. Eine Schutzimpfung, insbesondere für Risikopersonen, ist daher empfohlen.

Keuchhusten

Impfschutz: ja

Bemerkung: Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.

Masern

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.

Meningokokken-Meningitis

Impfschutz: ja

Bemerkung: Der Impfnachweis mit einem sog. tetravalenten Impfstoff (gegen die Serogruppen ACWY 135) ist erforderlich. Die Impfung muss zehn Tage vor der Einreise erfolgen (s. Impfvorschrift).

Pneumokokken

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)

Polio

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Allen Reisende unabhängig von Alter und Impfstatus, müssen bei Einreise eine Polio-Impfung (OPV od. IPV) nachweisen, wenn sie innerhalb von 12 Monaten aus Ländern einreisen, die das Gesundheitsministerium als Polio-Risikoländer ausgewiesen hat (s. Impfvorschrift).

Tetanus

Impfschutz: ja

Bemerkung: Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)

Tollwut

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Zu den Risikogruppen gehören: Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen insbesondere bei Langzeitaufenthalten, Rucksackreisen, häufigen Aufenthalten/Übernachtungen im Freien, unzureichender medizinischer Versorgung vor Ort (z. B. Fehlen an Impfstoffen und Immunglobulinen für den Notfall nach Bissverletzungen oder Fehlen einer nahegelegenen medizinischen Versorgungsstelle).

Typhus

Impfschutz: Risikogruppen ja

Bemerkung: Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen).

Impfvorschriften

GELBFIEBER:
Eine Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die durch das saudische Gesundheitsministerium ausgewiesenen Länder. Seit dem 11.07.2016 gilt laut Internationaler Gesundheitsvorschrift (IGV) der Nachweis einer einmalig gültigen Gelbfieber-Impfung bei Einreise. Die Impfung muss zehn Tage vor der Einreise erfolgen. Eine Auffrischimpfung ist demnach nicht mehr erforderlich.

POLIO (Kinderlähmung):
Allen Reisende unabhängig vom Alter und Impfstatus, müssen bei Einreise eine Polio-Impfung (OPV od. IPV) nachweisen, wenn sie innerhalb von 12 Monaten aus Ländern  einreisen, die das Gesundheitsministerium als Polio-Risikoländer ausgewiesen hat. Die Impfung muss mindestens vier Wochen vor der Einreise erfolgen und der Impfnachweis bei Beantragung des Visums vorgelegt werden.

MENINGOKOKKEN-MENINGITIS:
Einreisevorschrift für alle Reisende
Der Impfnachweis mit einem sog. tetravalenten Impfstoff (gegen die Serogruppen ACWY 135) ist erforderlich. Die Impfung muss zehn Tage vor der Einreise erfolgen. Erfolgt die Impfung mit einem Konjugatimpfstoff, so ist der Impfnachweis fünf Jahre gültig. Erfolgt die Impfung mit einem Polysaccharidimpfstoff, so ist die Gültigkeit auf drei Jahre beschränkt. Beide Meningokken-Impfstoffe können verwendet werden. Der Impfarzt muss im Ausweis bestätigen, dass Personen (< 2 Lj.) zumindest eine Dosis des tetravalenten Impfstoffs (ACWY 135) erhalten haben. Die Impfung muss in einem Impfausweis eingetragen sein, der den vollständigen Namen des Reisenden und den Namen des es Impfstoffes (am besten mit Chargennummer) beinhaltet. 
Einreisevorschrift für Reisende aus dem afrikanischen Meningitisgürtel:
Für Reisende die aus Ländern des afrikanischen Meningitisgürtels einreisen, gelten die gleichen Einreisevorschriften wie für Reisende aus den übrigen Ländern. Zur Senkung des Übertragungsrisiko wird zudem noch eine zusätzliche Chemoprophylaxis ab der Einreise vorgeschrieben.

Gesundheitsrisiken

Bilharziose

Anmerkung: Vorkommen: im Süßwasser
v.a.: Zentrale und westliche Provinzen, Oasen Taif, Tabuk, Wadi Fatima, Qisan, Umgebung von Riyadh

Schutz: Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen)

Dengue-Fieber

Anmerkung: Vorkommen: v.a. Küstenregionen im Westen

Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.

Diverse Darminfektionen

Anmerkung: Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien)

Schutz: Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene

Hepatitis B

Anmerkung: landesweites Vorkommen

Schutz: Schutzimpfung. Safer Sex (Verwendung von Kondomen). Bei medizinischen Eingriffen (Injektion, Nahtmaterial, Zahnbehandlung, OP) in Ländern mit unzureichender medizinischer Grundversorgung und mangelhafter Hygiene sollte auf steriles medizinisches (Wund-)Material geachtet werden.

Kala Azar

Anmerkung: Vorkommen: vereinzelte Herde im Südwesten

Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.

Leishmaniasis

Anmerkung: landesweites Vorkommen

Schutz: Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.

Meningokokken-Meningitis

Anmerkung: Erhöhtes Risiko in den Pilgerstädten während der Hajj

Schutz: Impfung. Vermeidung von größeren Menschenansammlungen (z.B. enge Wohnverhältnisse, überfüllte Verkehrsmittel, etc.)

Malariahinweise

Risikogebiete: Minimales Risiko in den ländlichen Gebieten der Südwest-Provinzen (ausgenommen die Höhenlage der Provinz Asir)

Kein Malariarisiko: Jeddah, Mekka, Medina, Riad, Taif

Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung, v. a. September bis Januar

Malariaart (lt. WHO Malaria Report) : 100 % Malaria tropica (P. falciparum)

Keine medikamentöse Vorbeugung empfohlen: ganzjährig in den ländlichen Gebieten der Südwest-Provinzen

Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.

Malariarisikogebiete

Malariavorkommen

Klimatabelle

Min. Temp °C

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
891318222526242216139

Max. Temp °C

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
212328323842424239342921

Feuchtigkeit %

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
575051494139262733364764

Regentage

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
113410000000

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