Allergien

tucan
  • Allergieauslöser meiden: Informieren Sie sich rechtzeitig vor der Reise, ob der geplante Reiseort frei von Allergenen für Sie ist bzw. welche Auslöser dort vorkommen (z.B. durch aktuelle Pollenfluginformationen).
  • Pollenallergiker sollten bestimmte Jahreszeit beachten und Reisen in Regionen mit höchster Pollenexposition (z.B. im Sommer) vermeiden. Je weiter südlich Sie reisen, desto fortgeschrittener ist die Blütezeit. Ein erhöhtes Risiko besteht bei outdoor-Aktivitäten (Camping, Trekking, etc.)
  • Vor der Reise sollten Sie über die Möglichkeiten der ärztlichen Notfallversorgung (v.a. bei Asthma bronchiale) während der Reise und an Ihrem Reiseziel informiert sein (ggf. Kontaktadressen einholen).
  • Nahrungsmittel-Allergiker sollten die Speisen, v.a. bei unbekannter, ausländischer Küche, sorgfältig prüfen. Dabei kann ein Allergie-Wörterbuch hilfreich sein. 
  • Insektengift-Allergiker (Wespen, Bienen) sollten immer ein Notfall-Set mit sich führen.
  • Bei lebensgefährlichen Allergien sollte ein Allergie-Pass mitgeführt werden.
Nüsse, Schale iStock/bhofack2

Nach vorsichtigen Schätzungen sind rund 30 Millionen Kinder und Erwachsene in Deutschland von Allergien betroffen. Das bedeutet, dass viele Reisende alljährlich mit Allergien in den Urlaub fahren und auf Allergene achten müssen.

Allgemeine Ratschläge 

Informieren Sie sich rechtzeitig vor der Reise, ob das geplante Urlaubsziel für Sie unbedenklich ist. Erkundigen Sie sich über die dort vorherrschenden Allergieauslöser z.B. durch Pollenflugkalender oder aktuelle Pollenfluginformationen. Auch aktuelle Wetterdienste, wie der Deutsche Wetterdienst oder Wetteronline, informieren über Pollenflug und Luftbelastung (Feinstaub). Versuchen Sie die Reisezeit zu vermeiden, bei der Sie die höchste Pollenexposition haben. Vor allem bei Gräserpollenallergien besteht die höchste Exposition in den Sommermonaten (von Mai bis einschließlich Juni, sowie im Frühherbst). Bedenken Sie, dass je weiter südlich Sie reisen, die Blütezeit bereits fortgeschritten ist und womöglich bereits ihren Höhepunkt erreicht hat. Vor der Reise sollten Sie über die Möglichkeiten der ärztlichen Notfallversorgung während der Reise und an Ihrem Reiseziel eingehend informiert sein und ggf. Kontaktadressen besitzen. Sollten Sie Nahrungsmittelallergien haben, so ist eine sehr sorgfältige Abklärung der Speisen, insbesondere bei unbekannter, ausländischer Küche, unverzichtbar. Besorgen Sie sich ein Wörterbuch in der Landessprache und fragen Sie bei jedem Essen, ob Nahrungsmittel verwendet werden, gegen die Sie allergisch sein könnten. Grundsätzlich sollten Sie bei gemischt zubereiteten Mahlzeiten (z.B. Soßen aus Gewürzmischungen, exotischen Früchten und Gemüse, etc.) besser zurückhaltend sein (v.a. Patienten mit Urtikaria und Quincke-Ödem). Im Zweifelsfall lieber auf ein Essen verzichten, als ein Risiko eingehen.

Notfallset und Cortisontherapie

Einige Medikamente gegen Allergien beeinträchtigen die Konzentration, Aufmerksamkeit und Fahrtauglichkeit. Daher sollte darauf geachtet werden, dass gerade im Ausland durch die ungewohnten Straßenverkehrsbedingungen, ob als Fußgänger oder Autofahrer, eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich ist. Durch eine ärztliche Beratung kann ggf. eine Alternativmedikation gefunden werden. Sollten höhere Dosen Cortison o.ä. zur Allergieprophylaxe eingenommen werden, so ist darauf zu achten, dass manche dieser Medikamente durch eine direkte und starke Sonneneinstrahlung auf die Haut eine Schwächung des Immunsystems zur Folge haben können. Bei Fernreisen ist darauf zu achten, dass die Wirksamkeit aktiver Schutzimpfungen unter höher dosierter Cortisontherapie beeinträchtigt sein kann. Empfohlen wird ein 2-wöchiger Abstand vor und ein 2-wöchiger Abstand nach aktiven Schutzimpfungen. Eine eingehende ärztliche Beratung ist empfohlen. Bei lebensgefährlichen Allergien kann durch den Arzt ein Notfallbesteck zur Soforttherapie bei schweren Anfällen verschrieben werden. Über den Gebrauch des Besteckes sollte man sich zuvor ausreichend informieren.

Allergisches Asthma bronchiale

Bei allergischem Asthma bronchiale kann in trockenen, mittleren Höhenlagen bis 2000 Meter eigentlich nur Beschwerdefreiheit erwartet werden, wenn alleiniger Auslöser des Asthmas Hausstaubmilben sind. Obwohl sich bei Infektasthma im allgemeinen ein Aufenthalt in tropischen Ländern günstig auswirkt, kann dieser positive Effekt durch unsachgemäßen Gebrauch von Klimaanlagen (verschmutzte Filter, Zugluft nachts) sowie plötzliche starke Staubexposition (Sandstürme, Luftverschmutzung) wieder zunichte gemacht werden. Ein Wüstenklima birgt ein erhöhtes Risiko für Atemwegsinfektionen durch starke Temperaturschwankungen. Personen mit Asthma bronchiale sollten vor einer Fernreise mit dem Arzt die aktuelle Lungenfunktion besprechen und ggf. prüfen lassen. Ebenso sollte eine Notfall-Selbstbehandlung bei Verschlechterung des Zustandes im Ausland besprochen werden. Bei Asthmatikern ist die Influenza- und Pneumokokken-Impfung unabhängig von der Reise indiziert. Ebenso sollte eine Pertussis-Impfung mit der nächst fälligen Tetanus- und Diphtherie-Impfung erfolgen.

Weiterführende Links

Deutscher Allgergie- und Asthmabund
Deutsche Haut- und Allergiehilfe 
Allgergie Wörterbuch - Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland