Schwangere

tucan
  • Das Risiko bei Flugreisen ist von der Schwangerschaftswoche abhängig.
  • Grundsätzlich sollten in der Schwangerschaft Impfungen nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt werden.
  • Manche Reiseorte, z.B. Malaria-Gebiete, sollten während der Schwangerschaft nicht besucht werden.
Schwangere, Meer, Palmen iStock/cdwheatley Malariarisiko

Generell sollte man während einer Schwangerschaft nicht in ein Malariarisikogebiet reisen, da die Malaria tödlich enden kann und für Mutter und Kind ein hohes Risiko darstellt. Ebenso besteht bei keinem Malaria-Medikament, auch wenn manche grundsätzlich während der Schwangerschaft eingenommen werden können, die Sicherheit und Gewissheit, dass das Medikament für die Entwicklung des Kindes unbedenklich ist. Sollte während der Schwangerschaft dennoch eine Reise in eine Malaria-Risikogebiet stattfinden können als Malariamedikamente Mefloquin ab dem 1. Trimester der Schwangerschaft oder auch Chloroquin und Proguanil verwendet werden. Zu Atovaquon/Proguanil liegen bisher keine ausreichenden Daten vor.

Impfungen
Empfohlen Influenza-Totimpfstoff (wegen erhöhter gesundheitlicher Gefährdung ab 1. Trimenon)
Eher Unbedenklich
(vorzugsweise erst ab 2. Trimenon impfen):
Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Hepatitis A, Hepatitis B, Poliomyelitis (IPV)
Relativ kontraindiziert
(wegen fehlender Erfahrung, Impfung nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und nur ab dem 2. Trimenon):
Cholera, FSME, Gelbfieber, Japanische Enzephalitis, Meningokokken-Krankheiten, Pneumokokken-Krankheiten, Tollwut (präexpositionell) und Typhus (oral, parenteral)
Absolut kontraindiziert Masern-Mumps-Röteln, Varizellen und Influenza-Lebendimpfstoff

Gelbfieber- und andere Lebendimpfstoffe

Grundsätzlich sollten in der Schwangerschaft Impfungen nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt werden. Dies gilt insbesondere für Lebendimpfstoffe im 1. Trimenon, speziell für Gelbfieber. Bei formaler Indikation (d.h. bei Impfpflicht bei Einreise) sollte durch Ausstellung eines Impfbefreiungszeugnisses die Impfung vermieden werden. Die Impfbefreiung kann im internationalen Impfausweis von der Gelbfieberimpfstelle ausgestellt werden. Die Länder mit Impfpflicht sind zur Anerkennung dieses Zeugnisses jedoch nicht verpflichtet. Im Extremfall kann bei Einreise Nachimpfung, Quarantäne oder Zurückweisung erfolgen. Bei medizinischer Indikation (d.h. Aufenthalt in Gelbfieberrisikogebieten) sollte auf die Reise verzichtet werden. Ist dieses nicht möglich kann unter strenger Risikoabwägung eine Impfung durchgeführt werden. Wird während der Schwangerschaft versehentlich ein Lebendimpfstoff geimpft, besteht generell keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.

Flugzeugreisen

  • Keine Interkontinentalflüge ab der 35. Schwangerschaftswoche
  • Keine Inlandsflüge ab der 36. Schwangerschaftswoche
  • Keine Flugreisen bis 7 Tage nach der Entbindung

Während der 8.-15. Schwangerschaftswoche (Hirnentwicklungszeit des Foeten) ist besondere Vorsicht bei der Strahlenbelastung geboten (Grenzwert 0,5 Millisievert bzw. 50 Millirad). Ein erhöhtes Thromboserisiko besteht während der gesamten Schwangerschaft. Daher sollten während des Fluges eine Beingymnastik durchgeführt und die Beine hoch gelagert werden.