Auffrischimpfungen

Kurzinfos & Tipps

  • Nach der Grundimmunisierung sind Auffrischimpfungen (Wiederholungsimpfungen) erforderlich, damit ein länger anhaltender Schutz erreicht werden kann.
  • Zu den Auffrischimpfungen die nach 10 Jahren erfolgen sollten gehören: Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung
  • Zu den Auffrischimpfungen die (bei anhaltendem Risiko) nach (1 bis) 5 Jahren erfolgen sollten gehört Tollwut
  • Falls vor der Reise die 1. Impfung gegen Hepatitis A durchgeführt wurde, erfolgt nach der Reise nach 6 - 12 (18) Monaten (je nach Hersteller) die 2. Impfung.
  • Falls vor der Reise 2 Impfungen gegen Hepatitis B durchgeführt wurden (od. 3 Impfungen = Kurzimpfschema), erfolgt nach der Reise nach 6 (12) Monaten die 3. (bzw. 4.) Impfung.
  • Mindestabstände von Impfungen dürfen nicht unterschritten werden
  • Es gibt keine unzulässigen Maximalabstände. Jede Impfung zählt.

Gesundheitskompass iStock/Frank Peters

Um einen wirksamen Langzeitschutz zu erlangen, sind Auffrischimpfungen erforderlich. Die unten stehenden Angaben entsprechen den Impfempfehlungen der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft:

Cholera
Wiederimpfung mit einer Dosis nach 6-12 Monaten (WHO) bzw. Erwachsene/Kinder nach 2 Jahren, Kleinkinder nach 6 Monaten.

Diphtherie
Wiederimpfung alle 10 Jahre mit einer Dosis (auch bei länger als 10 Jahre zurückliegender Grundimmunisierung oder Boosterung reicht eine Dosis als Auffrischimpfung aus).

FSME
Wiederimpfung 1 Dosis nach 3 Jahren, danach bei weiterbestehendem Risiko Kinder und Erwachsene < 50 Jahre: 1 Dosis alle 5 Jahre; Personen ≥ 50 Jahre: 1 Dosis alle 3 Jahre; bei Schnellimmunisierung, Immundefizienz und Personen > 60 Jahre evtl. früher (Herstellerangaben beachten).

Gelbfieber
Die formale Gültigkeit beginnt 10 Tage nach der Impfung und endet nach 10 Jahren; der Impfschutz hält wesentlich länger (nach WHO 30 - 35 Jahre oder mehr). Wiederimpfung alle 10 Jahre (nach internat. Gesundheitsbestimmungen). Laut DTG 2015: Das Expertenkomitee (SAGE) zu Impfungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im April 2013 seine Empfehlung zur Schutzdauer der Gelbfieberimpfung revidiert und geht nunmehr von einem lebenslang bestehenden Schutz nach einmaliger Impfung aus. Im Mai 2014 wurde auf der World Health Assembly u.a. die Anlage 7 der International Health Regulations 2005 entsprechend geändert (Quelle). Die Regelung tritt aber erst im Juni 2016 in Kraft. Bis dahin gilt der aktuelle IHR-Text für die Gelbfieberimpfung und das Zertifikat weiter. Es steht den Ländern frei, die neue Regelung sofort umzusetzen. Sie müssen es aber nicht tun, sodass einige Länder weiterhin den Nachweis der Gelbfieber-Impfung oder einen Booster von Reisenden verlangen, deren Gelbfieber-Impfzertifikat älter als 10 Jahre ist.
Hepatitis A
Wiederimpfung nicht vor 10 Jahren (die Hersteller weisen darauf hin, dass Antikörper auch nach Jahrzehnten noch nachweisbar sein können). Falls mit einer Grundimmunisierung vor der Reise begonnen wurde, dann nach der Reise 2. Impfdosis für Grundimmunisierung nach 6 - 12 (18) Monaten (je nach Hersteller).

Hepatitis B
Wiederimpfung nicht vor 10 Jahren. In der Kindheit Geimpfte mit neu aufgetretenem Risiko im Erwachsenenalter (z.B. Beruf, Reise, Immundefekt) erhalten eine Auffrischung mit 1 Dosis. Zur Kontrolle sollte eine Blutuntersuchung nach 4 - 8 Wochen erfolgen (STIKO). Falls mit einer Grundimmunisierung vor der Reise begonnen wurde (z.B. 2 Impfungen im Abstand von 1 Monat) erfolgt nach der Reise die Weiterführung der Impfserie (z.B. 3. Impfung 6 Monate nach der 1. Impfdosis) zum erfolgreichen Abschluss der Grundimmunisierung.

Influenza
Risikogruppen Impfung jedes Jahr (beste Impfzeit: September-November)

Japanische Enzephalitis
Wiederimpfung bei anhaltendem Risiko 3. Impfung innerhalb von 12 bis 24 Monaten nach der 2. Impfung.

Kinderlähmung
Wiederimpfung nach vollständiger Grundimmunisierung nur bei erhöhtem Risiko (z.B. Reise in Risikogebiet) alle 10 Jahre (Indikationsimpfung nach STIKO).

Masern
Nach zweimaliger Applikation ist eine Wiederimpfung nicht erforderlich. Alle nach 1970 Geborenen (≥ 18 Jahre) ohne Impfung oder mit nur einer dokumentierten Impfung in der Kindheit oder unklarem Impfstatus ist die Masern-Impfung empfohlen.

Meningokokken-Meningitis
Da unterschiedliche Impfstoffe gegen verschiedene Meningokokken-Arten im Einsatz sind, sollten bezüglich der Auffrischung die Herstellerinformationen beachtet bzw. der Arzt befragt werden.

Tetanus
Wiederimpfung alle 10 Jahre mit einer Dosis (auch bei länger als 10 Jahre zurückliegender Grundimmunisierung oder Boosterung reicht eine Dosis als Auffrischimpfung aus). Wenn nicht schon erfolgt, sollte dabei gegen Keuchhusten durch eine Kombi-Impfung, einmalig mitgeimpft werden.

Tollwut
Wiederimpfung nach Herstellerangaben nach (1) 2 - 5 Jahre mit einer Dosis, dann alle fünf Jahre; Bei erhöhtem Infektionsrisiko (z.B. bestimmte Berufsgruppen, Laborpersonal, Höhlenforscher) Blutuntersuchung in Abhängigkeit vom Gefährdungsgrad alle 6 Monate bis 2 Jahre (bei Unterschreiten des Grenzwertes von 0,5 I.E./ml Wiederimpfung mit einer Dosis).

Typhus
Wiederimpfung bei anhaltendem Risiko gemäß Empfehlung des Herstellers: Beim Totimpfstoff (Spritze) nach 3 Jahren; Beim Lebendimpfstoff (Kapseln; Orale Impfung) bei Aufenthalt im Risikogebiet nach 3 Jahren, sonst nach 1 Jahr.

Impfabstand
Mindestabstände von Impfungen (z.B. bei der Grundimmunisierung) dürfen nicht unterschritten werden; dagegen gibt es keine unzulässigen Maximalabstände (z.B. bei Auffrischimpfungen). Jede dokumentierte Impfung zählt.

Impfpass
Alle durchgeführten Impfungen sollten nach § 22 des Infektionsschutzgesetzes mit Datum, Bezeich­nung (Handelsname) und Chargennummer des Impfstoffs, Name der Krankheit, gegen die geimpft wird, in einem Impfausweis dokumentiert und mit Namen, Anschrift (Stempel) und Unterschrift des impfenden Arztes dokumentiert sein.