Bergsport

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Kurzinfo & Tipps

  • Genaue Informationen über die Reisedauer, den Weg (Weglänge, -beschaffenheit, Höhendifferenzen, etc.), das Wetter, die Umgebung, die Trekkinganforderungen und die medizinische Betreuung vor Ort und während der Tour sollten unbedingt VOR der Tour geklärt werden.
  • Eine angemessene Ausrüstung und Reiseapotheke mit eigener Bedarfsmedikation ist Grundvoraussetzung für eine Tour.
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Betablocker, Anti-Baby-Pille, Malariamedikamente, Psychopharmaka, etc.) kann in der Höhe zu unerwarteten Nebenwirkungen führen!
  • Personen mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollten sich vor Touren in große und extreme Höhen durch den Arzt beraten lassen.
  • Auf Touren verzichten sollten Risikoschwangere, Personen mit schweren körperlichen Beschwerden und/oder chronischen/akuten Erkrankungen.
  • Als Beschwerden können beim Trekking auftreten: Höhenkrankheit,Erfrierung, Unterkühlung, Muskelkrämpfe, Herz- Kreislaufkollaps, Sonnenbrand, Hitzeschäden, Hautverletzungen, Stürze und Unfälle.
Kilimanjaro, trekking iStock/thinair28

Das Bergwandern in außereuropäischen Regionen ("Trekking") wird immer beliebter und exotischer. Reiseveranstalter bieten neben den "normalen" Bergwanderungen auch ein vielseitiges Programm an Abenteuerreisen mit u.a. Wüsten-, Steppen-, Urwald-, Eis- und Gletschertrekking-Touren an. Diese Touren sollten jedoch im Vorfeld gut vorbereitet werden.

Wie kann man sich auf eine Trekking Tour vorbereiten ?

Medikamenteneinnahmen: Die Einnahme von bestimmten Medikamenten (z.B. Betablocker, Anti-Baby-Pille, Malariamedikamente, Psychopharmaka, etc.) kann in der Höhe zu unerwarteten Nebenwirkungen führen! Personen mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollten sich daher vor Touren in große und extreme Höhen durch den Arzt beraten lassen.

Tour- und Wegbeschreibung: Genaue Informationen über die Reisedauer, den Weg (Weglänge, -beschaffenheit, Höhendifferenzen, etc.), das Wetter, die Umgebung, die Trekkinganforderungen und die medizinische Betreuung vor Ort und während der Tour sollten unbedingt VOR der Tour geklärt werden.

Grundausrüstung: Eine angemessene Ausrüstung ist Grundvoraussetzung für eine Tour. Die Kleidung sollte sowohl tropisch heißen als auch niedrigen Temperaturen angepasst sein, da während den Touren häufig starke Temperaturdifferenzen auftreten können. Auch eine Reiseapotheke mit eigener Bedarfsmedikation und Medikamenten, die im Notfall beim Trekking erforderlich sein könnten, gehört zur Grundausstattung - vor allem bei Touren in abgelegene Regionen ohne medizinische Versorgung.

Fitness: Durch ein Fitnessprogramm sollte rechtzeitig und regelmäßig vor der Reise die Körperkondition trainiert werden. Wichtig ist dabei neben der Ausdauer auch die Oberschenkel- und Wadenmuskulatur zu trainieren (z.B. durch häufiges Treppensteigen oder Jogging in Hügellandschaften). Dadurch wird "müden Gliedern" vorgebeugt und die Sturzgefahr reduziert.

Welche Beschwerden können während Trekking-Touren auftreten?

Stürze und Unfälle: Unfälle beim Trekking treten mit einer Häufigkeit von rund 0,1 % auf. Dabei handelt es sich häufig um Kopf-, Bein- und Fußverletzungen. Zu Todesfälle kommt es beim Bergtrekking im Zusammenhang mit Unfällen viermal häufiger als durch die Höhenkrankheit. Ein gutes Körpertraining vor der Abreise reduziert die Unfallgefahr!

Hautverletzungen und -infektionen: Nicht selten kommt es vor allem bei längeren Bergtouren zu Abschürfungen, Prellungen und Blasen. Offene Wunden sollten sofort desinfiziert werden (u.U. mehrfach am Tag), um Infektionen zu vermeiden. Eine kleine Hautverletzung kann große Folgen haben, wenn sie sich weiter entzündet ! Daher sollte jede Verletzung ernst genommen und desinfiziert werden (auch sog. "Bagatellverletzungen").

Sonnenbrand und Hitzeschaden: Die UV-Strahlung steigt mit zunehmenden Höhenmetern. Daher sollte stets ein guter Sonnenschutz (Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckung, etc.) verwendet werden. Auch Trekkingtouren bei heißen Außentemperaturen erfordern vorbeugende Vorsichtsmaßnahmen (Hitzeschutz).

Muskelkrämpfe und Kreislaufkollaps: Durch körperliche Anstrengung (Schwitzen, erhöhte Atemfrequenz) gibt der Körper vermehrt Feuchtigkeit an die Umwelt ab. In der Folge kommt es zu Flüssigkeitsverlusten, die - sofern sie nicht kompensiert werden - zu Schwindel, Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen bis hin zum Kollaps führen können. Eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr ist unbedingt erforderlich. Fertige Elektrolytmischungen - in Beuteln aus Apotheken zu beziehen - bieten bei Bergtouren einen schnellen Elektrolyt- und Zuckerersatz

Unterkühlung und Erfrierungen: Die Temperatur nimmt mit ansteigender Höhe ab. Bei Wanderungen in großen Höhen (3000-5300m) ist bei über 5000m in aller Regel mit Schnee zu rechnen. Wind und Regen begünstigen die Kälteeinwirkung auf den Körper. Bei niedrigen Außentemperaturen und starker Erschöpfung, starken Flüssigkeitsverlusten oder auch unzureichender Wärmekleidung kann es zu Unterkühlung und Erfrierungen - auch in den Tropen - kommen.

Höhenkrankheit

Wer sollte auf Trekking-Touren besser verzichten?

Risikoschwangere; Personen mit schweren körperlichen Beschwerden und chronischen Erkrankungen (wie z.B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Anfallsleiden und Asthma bronchiale), sollten vor Abreise die medizinische Versorgung während einer Tour und im Reiseland klären, um möglichen Zwischenfällen vorzubeugen. Auch eine Absprache mit dem behandelnden Arzt wird empfohlen; Personen mit akuten Erkrankungen (z.B. Infektionen).