Wassersport

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Kurzinfos & Tipps

  • Grundsätzlich gilt für Schwimmer: nicht erhitzt oder mit vollem Magen ins Wasser gehen, Bereiche mit Wasserpflanzen oder auch Schiff-Fahrtsstrassen meiden, auf Badeverbote, örtliche Warnhinweise oder Wetterbedingungen achten, Kindern so früh wie möglich Schwimmunterricht erteilen, keinen Alkohol trinken und nicht alleine an unbewachten Stellen schwimmen.
  • Kinder die nicht schwimmen können, sollten niemals unbeaufsichtigt sein.
  • Auf Fahnen achten: rot-gelbe Flagge = Badegebiet, von Rettungsschwimmern gesichert. Zusätzliche gelbe Flagge = Badeverbot für ungeübte Schwimmer, Kinder und ältere Personen wegen ungeeigneter Wasser- und Wetterbedingungen. Rote Flagge = generelles Badeverbot wegen akuter Gefahrenlagen.
  • Rip-Strömungen (v.a. Nordsee, Mittelmeer, Atlantikküste) gehören zu den gefährlichsten Ursachen für Badeunfälle und Ertrinkungstod. Sie treten plötzlich und unerwartet auf.
  • Erreger (Parasiten, Bakterien und Viren) kommen in unterschiedlichen Gewässern je nach Wassertemperatur und Wasserbeschaffenheit vor. Die Erkrankung richtet sich nach Erregerart und Infektionsdosis.
Schwimmer, Meer iStock/P_Wei

Notrufnummer

Die Euro-Notrufnummer 112 gilt in allen Ländern der EU und der EFTA, als auch in Russland, der Ukraine und anderen europäischen Ländern. Auch vom Ausland aus kann jederzeit kostenlos (ohne Telefonkarte oder Bargeld) ein Notruf von jedem Telefon (Festnetz, Mobiltelefone) aus erfolgen. Dazu wurden international im GSM-Standard die 112 sowie die 911 (in den USA) als Notrufnummern eingeführt.

10 Ratschläge für Schwimmer und Badende

  1. Nicht erhitzt oder mit vollem Magen ins Wasser gehen.
  2. Bereiche mit Wasserpflanzen und Hautkontakt mit Nesseltieren (Quallen) vermeiden.
  3. Stets in der Nähe des Ufers schwimmen, Schiff-Fahrtsstrassen und unbewachte Gewässer meiden.
  4. Auf Badeverbote oder örtliche Warnhinweise achten. Warnhinweise an Stränden und Gewässern enthalten oft wichtige Hinweise z.B. Gifttiere im Gewässer, Haie, Krokodile, gefährliche Unterwasserströmungen, Verunreinigungen, etc.
  5. Kindern so früh wie möglich Schwimmunterricht erteilen
  6. Keinen Alkohol trinken und nicht alleine an unbewachten Stellen schwimmen
  7. Kinder die nicht schwimmen können, niemals unbeaufsichtigt lassen
  8. Informationen über Gezeitenströmungen (Ebbe, Flut), hohen Wellengang, Wasserströmungen, sowie Wetter- und Sturmankündigungen sollten bei entsprechenden Risikogewässern vor dem Baden erfragt werden.
  9. Den Körper vor Unterkühlung schützen. Ertrinkungsunfälle ereignen sich nicht selten durch den Sturz in kaltes Wasser. Dabei kommt es häufig zu einem reflexartigen "Luft holen" unter Wasser, mit der Gefahr, dass das Wasser eingeatmet wird und in die Lunge gelangt. Bei weiterer Luftnot unter Wasser kann es u.a. zu Muskelkrämpfen und Bewusstseinseintrübung kommen, die die Gefahr des Ertrinkens mit sich bringen.
  10. Guter Sonnenschutz am Land und im Wasser. Vor allem beim Schnorcheln empfiehlt es sich, wasserfeste Sonnenschutzcremes und ggf. zusätzlich ein T-Shirt zu tragen, da die UV-Strahlung bis zu einem Meter in die Tiefe reicht und somit auch im Wasser einen Sonnenbrand hervorrufen kann. Da der Sonnenschutz durch ein T-Shirt nur einem Lichtschutz von ungefähr Faktor 5 entspricht, empfiehlt es sich, auch auf die von Kleidung bedeckten Hautpartien Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor aufzutragen.

Auf Fahnen achten

Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft weist auf die Fahnen hin, die den Schwimmern wichtige Informationen vermitteln sollen:

Rot-gelbe Flagge am Mast einer Wachstation zeigt ein gekennzeichnetes Badegebiet an, das von Rettungsschwimmern gesichert wird.

Rot-gelbe Flagge + gelbe Fahne  signalisiert das ein Badeverbot für ungeübte Schwimmer, Kinder und ältere Personen wegen ungeeigneter Wasser- und Wetterbedingungen.

Rote Fahne weist auf ein generelles Badeverbot hin, wegen akuter Gefahrenlagen, wie Strömung, hoher Wellengang oder Wasserverschmutzung.

Verseuchte Badegewässer

Badegewässer können durch Parasiten, Bakterien und Viren infiziert sein. Die Erreger kommen in unterschiedlichen Gewässern je nach Wassertemperatur und Wasserbeschaffenheit vor. Erreger kommen grundsätzlich in allen Gewässern weltweit vor. Inwieweit es jedoch zu einer Erkrankung kommen kann, hängt vor allem von der Erregerart und der Infektionsdosis (Anzahl der aufgenommenen Erreger) ab. Meistens können die für den Menschen gefährlichen Erreger zu Magen-Darm-Infektionen führen. Nicht selten kann es aber auch zu Augen- und Rachenentzündungen kommen.

Krankheitserreger in Gewässern

Kalte Gewässer: z.B. Viren (z.B. Hepatitis A - Viren), Amöben und Kryptosporidie
Mäßig warme Gewässer: z.B. E. coli, Salmonellen, Shigellen, Lamblien, Leptospiren und Campylobacter
Tropische Gewässer: z.B. Choleraerreger, E. coli und Zerkarien (Bilharzioseerreger)
Meer und Abwasser: z.B. Viren (z.B. Hepatitis A - Viren), E. coli
Schwimmbäder: Viren (z.B. Adenoviren), Legionellen und Kryptosporidien

Wie kann man sich schützen 

In Bilharziosegebieten sollte der Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Flüsse, Bäche, etc.) vollständig vermieden werden. Nach dem Schwimmen ist duschen ratsam, da dadurch Keime, die Hautreizungen hervorrufen können, eicht entfernt werden. Durch das Tragen von Badeschlappen im Badebereich können im Schwimmbad (Pilzinfektionen und Dellwarzen im Fußbereich), am Strand (Hautmaulwurfbefall, Verletzungen) und an Seen und Flüssen (Verletzungen) vorgebeugt werden. Bei europäischen Badegewässern ist es sinnvoll, Informationen zur Wasserqualität zu erfragen (z.B. Gesundheitsämter, ADAC). Warnhinweise an Badegewässern sind weltweit zu beachten und sollten nicht unterschätzt werden, da sie auf reelle Gefahren hinweisen. Beim Schwimmen sollte der Kopf nach Möglichkeit oberhalb der Wasseroberfläche sein, um das Schlucken von Wasser zu vermeiden. Ist der Kopf, wie beim Tauchen, unter Wasser, so erhöht sich die Infektionsgefahr. 

Unterwasserströmungen können lebensgefährlich sein

Sogenannte "Rip-Strömungen" kommen an vielen Stränden Europas vor, v.a. an der Nordsee, im Mittelmeer und an der Atlantikküste. Sie gehören zu den gefährlichsten Ursachen für Badeunfälle und Ertrinkungstod. Schätzungsweise 80% aller Rettungseinsätze am Meer, sind auf Rip-Strömungen zurückzuführen. Die Rippströmung, oder anders ausgedrückt, der Brandungsrückstrom, tritt plötzlich und unerwartet auf. Die Strömung ergibt sich durch ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren. Da das Wasser der Brandungswellen vielerorts nicht ungehindert in das Meer zurückfließen kann, sondern an einigen Stellen durch Sandbänke, Buhnen oder auch Felsen behindert wird, bilden sich z.B. an abgeflachten Stellen von Sandbänken gebündelte Rückströmungen des Wassers. Diese Rückströmungen können oft so stark und reißend sein, dass sie die Badenden auf das offene Meer hinaus treiben. Wind kann die Strömungen verstärken. In diesen Situationen kommt es oft zu Panikreaktionen. Die Schwimmer versuchen meist gegen die Strömung auf direktem Weg zum Strand zurückzuschwimmen und das ist der größte Fehler. Denn die Strömungen sind stärker – die Schwimmer verlieren ihre Kraft und ertrinken. Sollte man von Rip-Strömungen erfasst werden gilt als erstes Ruhe zu bewahren und sich zunächst von der Strömung treiben zu lassen. Das Meer ist stärker als der Schwimmer und der Schwimmer braucht seine ganze Kraft um zurückzuschwimmen. Der Schwimmer sollte versuchen seitwärts – parallel zum Ufer – aus dem meist nur einige hundert Meter langen Strömungsbereich heraus zu schwimmen. Erst wenn der Schwimmer wieder aus dem Strömungsbereich draußen ist, kann er den direkten Weg zurück ans Ufer schwimmen. Die Gefahr der Rip-Strömungen besteht darin, dass der Schwimmer panikt und ermüdet. Dadurch kann eine lebensgefährliche Situation entstehen. Grundsätzlich sollte man beim Schwimmen im Meer darauf achten, Abstand zu halten von Buhnen, Molen, Sandbänken, Halbinseln oder Vertiefungen im Sandboden unter Wasser. Auf alle Fälle ist das Wichtigste Ruhe zu bewahren.