Hepatitis B


Wann wird geimpft?

  • Bei Reisen in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten ( > 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen.

    Die Hepatitis-B-Schutzimpfung soll geimpft werden bei u.a.
  • Kinder, Jugendliche gemäß dem deutschen Impfkalender
  • Personen mit abgeschwächter Abwehr (Immundefizienz bzw- -suppression) bzw. Personen bei denen aufgrund einer vorbestehenden Erkrankung ein schwerer Verlauf einer Hepatitis B-Erkrankung zu erwarten ist, z.B. HIV-Positive, Dialyse-Patienten, Hepatitis C-Positive, Leberkranke.
  • Personen mit erhöhtem nichtberuflichen Risiko durch Wohn-, Familien- oder Sexualkontakt mit Hepatitis B-Infizierten (HBsAg-Träger) z.B. Drogenkonsumenten, Gefängnisinsassen.
  • Personen mit erhöhtem beruflichen Risiko durch Kontakte z.B. in medizinischen Einrichtungen (einschl. Auszubildende, Labor- und Reinigungspersonal), Ersthelfer, Polizisten oder auch Personen in Einrichtungen, in denen ein erhöhtes Hepatitis B-Vorkommen zu erwarten ist (z.B. Gefängnisse, Asylbewerberheime, Behinderteneinrichtungen)
  • Reisende mit entsprechender individueller Gefährdung (Abwägung durch Arzt)

Was erhöht das Risiko?

Intimkontakte mit HBV-Infizierten und/oder gemeinsames Benutzen von infizierten Gegenständen des täglichen Lebens und/oder  medizinische Eingriffe (z.B. bei Unfällen, Krankheit, Zahnbeschwerden) in Risikogebieten.

Grundimmunisierung:

  1. Impfung: Tag 0
  2. Impfung: Tag 28
  3. Impfung: nach > 6 Monaten

Vor der Reise sollten in der Regel 2 Impfungen erfolgt sein, um einen > 85% Hepatitis B-Schutz gewährleisten zu können.

In Ausnahmefällen, wo eine Reise innerhalb eines Monats oder später nach Beginn der Grundimmunisierung gegen Hepatitis B geplant wird, jedoch nicht genügend Zeit zur Vervollständigung der Immunisierung nach dem Schema 0-1-6 Monate zur Verfügung steht, kann bei Erwachsenen ein Schema mit drei Injektionen (i.m.) am Tag 0, 7, 21 angewendet werden. Bei Einsatz dieses Schemas wird eine vierte Dosis 12 Monate nach der ersten Impfung empfohlen.

Auffrischung:

Nach erfolgreicher Impfung, d.h. einer ausreichenden Antikörperbildung (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), ist in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich. Zu diesem Ergebnis kam die STIKO nach Auswertung weltweit geführter aktueller Studien und Untersuchungen zur Hepatitis B. Eine Ausnahme bilden Personen, die infolge einer Erkrankung ein geschwächtes Immunsystem haben oder einem sehr hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Hier sollten Blutkontrollen und Auffrischimpfungen durchgeführt werden. Ist bereits im Säuglingsalter eine vollständige Hepatitis B-Impfserie durchgeführt worden und kommt es zu einem neuen Hepatitis B-Risiko bei den oben genannten Personengruppen, dann sollte eine Auffrischimpfung und anschließend eine Blutuntersuchung zur Kontrolle erfolgen.

Impfstoff:

Totimpfstoff mit in der Regel guter Verträglichkeit

Impfschutz/Impferfolg:

Der Impferfolg ist 4-8 Wochen nach der 3. Impfdosis kontrollierbar 
Dabei wird untersucht, ob im Blut eine bestimmte Konzentration von Antikörpern (Anti-HBs ≥ 100 IE) erreicht wird. Nach erfolgreicher Impfung, d.h. einer ausreichenden Antikörperbildung (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), ist in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich. Liegt die Zahl der Antikörper darunter, besteht kein ausreichender Impferfolg bzw. Impfschutz und es muss nachgeimpft werden. Die immunologische Reaktion auf die Impfung kann unterschiedlich ausfallen, da sie von unterschiedlichen Faktoren wie u.a. Alter, Geschlecht, bestehender Erkrankung, etc. abhängt. Bei sogenannten Non-Respondern ist keine Immunantwort (keine Antikörper), bei Low-Respondern eine zu geringe Immunantwort (zu wenig Antikörper) gegen Hepatitis B nachweisbar. In beiden Fällen muss nachgeimpft werden. Die dazu aktuellen Impfempfehlungen können beim Robert Koch-Institut eingesehen und heruntergeladen werden. 

Nebenwirkungen:

Mögliche Nebenwirkungen richten sich nach dem verwendeten Impfstoff und sollten mit dem Arzt vor jeder Impfung besprochen werden.

Wann darf nicht geimpft werden:

Bei verschiedenen akuten und chronischen Erkrankungen, sowie bei Allergien gegen Impfbestandteile

Wichtige Anmerkung:

Die persönliche Verträglichkeit und Empfehlung der Impfung sollte auf jeden Fall vor jeder Impfung mit dem Impfarzt eingehend besprochen werden.