Cholera

tucan
  • Cholera ist eine akute Durchfall-Erkrankung die - ohne richtige medizinische Behandlung - innerhalb weniger Stunden tödlich verlaufen kann.
  • Nach Schätzungen der WHO erkranken jährlich zwischen 1,4 - 4,3 Mio. Menschen an Cholera. Zwischen 28.000 - 142.000 sterben an den Folgen der Erkrankung.
  • Cholera-Ausbrüche werden in vielen Ländern (v.a. Afrika) weltweit beobachtet und betreffen meist  die einheimische Bevölkerung, die unter mangelhaften hygienischen Verhältnissen mit unzureichenden sanitären Einrichtungen lebt.
  • Unter den Rückreisenden in Deutschland wurden in den vergangenen 10 Jahren  (bis 2000) zwischen 0 und 3 Erkrankungsfälle pro Jahr registriert.
  • Durch die strukturelle und immunologische Ähnlichkeit der Gifte von Cholerabakterien und sog. ETEC (enterotoxische E. coli), verleiht die Impfung einen eingeschränkten Schutz gegen ETEC (enterotoxische E. coli), einem häufigen Erreger des Reisedurchfalls. Insgesamt errechnet sich nach bisheriger Datenlage für den nicht differenzierten "Reisedurchfall" eine Schutzwirkung von unter 30% (DTG, 2016).
Wasserloch interMEDIS Die Cholera wird durch Bakterien (sog. Vibrio cholerae) verursacht. Diese Bakterien produzieren ein Gift, daß zu einem massiven Flüssigkeits- und Elektrolytverlust mittels starker wässriger, nicht blutiger Durchfälle (sog. Reiswasserstuhl) führt. Ungefähr ein Liter Flüssigkeit kann auf diese Weise pro Stunde verloren gehen und dadurch in kürzester Zeit, d.h. in wenigen Stunden zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufversagen bzw. zum Tod führen. Ein rechtzeitiger, gezielter Flüssigkeits- und Elektrolytersatz ist für eine erfolgreiche Behandlung die wichtigste Maßnahme.

Cholera-Ausbrüche werden in vielen Ländern (v.a. Afrika) weltweit beobachtet. Im Jahr 2014, traten 55% aller gemeldeten Fälle in Afrika auf, 30% in Asien und 15% in Lateinamerika. Betroffen ist in erster Linie die einheimische Bevölkerung bzw. diejenigen die unter mangelhaften hygienischen Verhältnissen ohne angemessene sanitäre Einrichtungen leben. Nach Schätzungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) erkranken jährlich zwischen 1,4 - 4,3 Mio. Menschen an Cholera, 28.000 - 142.000 sterben an den Folgen der Krankheit. Bei rund 80% aller Infizierten treten keine Beschwerden auf. Sie können die Bakterien jedoch durch ihren Stuhl rund 10 Tage lang ausscheiden. Die 20% der Infizierten die Beschwerden entwickeln zeigen zu rund 80% nur milde bis mittelstarke Symptome. Nur die verbleibenden rund 20% entwickeln schwere Durchfälle die lebensgefährliche Folgen haben können. Bei den Erkrankten handelt es sich oft um Kinder oder um körperlich geschwächte oder auch vorerkrankte Personen. Die Wahrscheinlichkeit eines Reisenden an Cholera zu erkranken ist sehr gering und tritt nur in Einzelfällen auf. Unter den Rückreisenden in Deutschland wurden in den vergangenen 10 Jahren  (bis 2000) zwischen 0 und 3 Erkrankungsfälle pro Jahr registriert.


Übertragung:

Die Choleraerreger werden meistens über Trinkwasser aber auch über verunreinigte Lebensmittel, u.a. Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte übertragen. Vor allem unterernährte, vorerkrankte Menschen mit geschwächtem körperlichem Abwehrsystem die in Regionen mit mangelnder medizinischer Betreuung leben, sind von der Cholera betroffen. Bei Choleraausbrüchen fällt die Inkubationszeit mit nur zwei Stunden bis fünf Tagen in der Regel meist sehr kurz aus. 

Schutz:

Die Cholera-Impfung ist für den Reisenden in Gebiete mit aktuellen Ausbrüchen und bei besonderer Exposition im Gastland (Erhöhtes Infektionsrisiko durch z.B. Hilfseinsätze oder Trekkingreisen) empfehlenswert. Sie ersetzt jedoch nicht die gebotenen Maßnahmen zur Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. Sorgfältige Hygienemaßnahmen sind immer und für jeden Reisenden empfohlen. Diese Schutzmaßnahmen dienen nicht nur dem Schutz vor den Choleraerregern, sondern auch anderen häufiger auftretenden Magen-Darm-Infektionskrankheiten die in tropischen und subtropischen Ländern vorkommen.

Durch die strukturelle und immunologische Ähnlichkeit der Gifte von Cholerabakterien und sog. ETEC (enterotoxische E. coli), verleiht die Impfung einen eingeschränkten Schutz gegen ETEC (enterotoxische E. coli), einem häufigen Erreger des Reisedurchfalls. Insgesamt errechnet sich nach bisheriger Datenlage für den nicht differenzierten "Reisedurchfall" eine Schutzwirkung von unter 30% (DTG, 2016). Bei Personen mit bestimmten Vorerkranken (v.a. Magen-Darm) oder auch Personen mit der Gefahr schwerer Krankheitsverläufe kann die Impfung, in Betracht gezogen werden (eine ärztliche Beratung ist hier empfohlen).

Die Impfung kann im Ausnahmefall auf Verlangen des Ziellandes durchgeführt werden (aktuelle Bestimmungen sind bei der Botschaft zu erfragen!). Eine allgemeine WHO-Empfehlung für Cholera besteht allerdings nicht. Für Personen, die sich aus beruflichen oder sonstigen Gründen längere Zeit in einem Cholera-Gebiet aufhalten, kann die Impfung jedoch nach individueller Nutzen-Risikoabwägung unter Umständen sinnvoll sein.