tucan
  • Der Hundebandwurm ist weltweit verbreitet, der Fuchbandwurm weitestgehend in der nördlichen Hemisphäre.
  • Der Fuchsbandwurm kann eine alveoläre Echinokokkose, der Hundebandwurm eine zystische Echinokokkose verursachen.
  • Es handelt sich um schwerwiegende Erkrankungen, die oft erst spät - nach Jahren - entdeckt werden.
  • Sorgfältige, persönliche Hygienemaßnahmen sind daher empfohlen.

Vorkommen

  • Die Echinokokkose wird durch den Befall des Hundebandwurmes (Echinococcus granulosus) und des Fuchsbandwurmes (Echinococcus multilocularis) hervorgerufen.
  • Der Hundebandwurm ist weltweit verbreitet und kommt in Europa vor allem in Mittelmeerländern und auf dem Balkan vor (Schafhaltung). Außerhalb Europas wird er v.a. aus Russland, dem Nahen Osten, Zentral- und Südostasien, China, Nordafrika (Tunesien, Marokko, Algerien), Ostafrika (u.a. Kenia), Australien, Neuseeland, sowie Südamerika (Uruguay, Peru, Chile, Argentinien) berichtet.
  • Importierte Erkrankungsfälle beim Hundebandwurm (deutsche Touristen) stammen vor allem aus den südlichen Ländern des Mittelmeerraumes.
  • Der Fuchbandwurm ist auf der nördlichen Hemisphäre verbreitet. Man findet ihn in Nordchina, Nordjapan (Hokkaido), Sibirien und Europa. In Europa tritt er verstärkt auf in Süddeutschland (Baden-Württemberg, Bayern, Schwäbische Alb), der Nordschweiz, Westösterreich und Ostfrankreich.
  • Dadurch das Füchse sich zunehmend mehr in der Nähe von Städten und bewohnten Gebieten aufhalten, können die Eier des kleinen Fuchsbandwurms durch die Ausscheidung der Füchse auch in das städtische Umfeld des Menschen gelangen.

Beschwerden

Alveoläre Echinokokkose

  • Wird durch den Fuchsbandwurm verursacht.
  • Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Symptombeginn) beträgt 5 - 15 Jahre
  • Die Finnen (Larven des Bandwurmes) befallen und infliltrieren die Körperorgane.
  • Über das Blut und das Lymphsystem kann sich die Infektion auf andere Organe ausbreiten.
  • Die Krankheit endet unbehandelt innerhalb von zehn Jahren in über 90 % der Fälle tödlich.
  • Zu Beginn der Infektion treten kaum Beschwerden auf.
  • Nach vielen Jahren kann es zu unspezifischen Symptomen kommen, wie Abgeschlagenheit, Bauchbeschwerden oder auch Gelbsucht.
  • Der Parasitenbefall wird oft erst Jahre nach der Infektion entdeckt und ist dann bei vielen Patienten bereits inoperabel.
  • Nur eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann im besten Fall zu einer vollständigen Heilung führen. Bei einer langjährigen Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt bzw. und weitere Organschäden - je nach betroffenen Organ und vorliegenden Schaden - verhindert werden.

Zystische Echinokokkose

  • Wird durch den Hundebandwurm verursacht.
  • Diese Würmer verursachen eine Zystenbildung im Körper, vor allem in der Leber (50-70%) und Lunge (15-30%), aber auch andere Organe z.B. Gehirn, Milz und Nieren.
  • Die Zysten bewirken insbesondere durch die Größenzunahme häufig ein Druck- und Schmerzgefühl in der Körperregion des betroffenen Organes.
  • Je nachdem welches Organ befallen ist können sich Beschwerden wie Schmerzen, Husten, Atembeschwerden und neurologische Ausfälle zeigen.
  • Beim Einreißen der Zysten kann es zu schweren Funktionsstörungen des betroffenen Organes, sowie in der Folge zu starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen und zum allergischen Schock kommen.
  • Erste Beschwerden treten sehr unterschiedlich auf (Monate bis Jahre).
  • Die Echinokokkose ist eine schwerwiegende Erkrankung.
  • Je nachdem welches Organ befallen ist und wie stark die gesundheitliche Beeinträchtigung ausfällt, bestimmt über die Heilungsrate bzw. Überlebenszeit.

Übertragung

  • Der Hundebandwurmbefall wird durch Kontaktinfektion bzw. Schmierinfektion durch das Verschlucken von Hundebandwurmeiern die direkt vom Hund ausgeschieden werden (Kot), verursacht. Das Fell oder die Schnauze des Hundes kann mit Eiern des Bandwurmes verunreinigt sein und beim Streicheln über die Hände des Menschen zum Mund gelangen.
  • Die Eier des Hundebandwurms können auch durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser aufgenommen werden.
  • Der Fuchsbandwurm kann durch den Verzehr verunreinigten und ungekochten, wild wachsenden Waldbeeren oder Pilzen übertragen werden.
  • Auch Gemüse und Fallobst kann durch eine Fuchslosung verunreinigt sein (wachsende Anzahl von infizierten Füchsen in Stadtnahen Umgebungen).

Schutz

  • Sorgfältige, persönliche Hygienemaßnahmen (Händewaschen nach Tierkontakt, regelmäßige Entwurmung von Hunden und Katzen).
  • Gründliche Nahrungsmittelhygiene (insbesondere bei Waldbeeren und Pilzen).
  • Auf ein mögliches Infektionsrisiko auf Spiel-, Grill- oder Golfplätzen vorbereitet sein und eine entsprechend sorgfältige Lebensmittelhygiene beim Verzehr von Nahrung in der Natur durchführen.
  • Sorgfältige Hygienemaßnahmen sind vor allem bei Haustieren angesagt, die auf Reisen in Mittelmeerländer mitgenommen werden.
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