Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

tucan
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) tritt in vielen europäischen Ländern und in Asien auf.
  • FSME-Viren werden durch Zecken übertragen.
  • Größere FSME-Risikogebiete befinden sich v.a. in den baltischen Ländern.
  • In Deutschland weisen 1-5% der Zecken den gefährlichen FSME-Virus auf.
  • Südwesten und Südosten Deutschlands: FSME-Viren werden geschätzt bei jedem 25. - 1000. Zeckenstich übertragen.
  • Bei 1-2 % der Patienten endet die Erkrankung tödlich.
  • Es gibt eine wirksame Schutzimpfung gegen FSME

Die FSME-Erkrankung (Frühsommer-Meningoenzephalitis) tritt in vielen europäischen Ländern und in Asien auf. Die wesentlichen Verbreitungsgebiete Deutschlands liegen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen und Sachsen sowie einzelne Risikogebiete im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Es gibt noch weitere Gebiete innerhalb Deutschlands in denen FSME-Einzelerkrankungen aufgetreten sind, die jedoch aufgrund des sporadischen Auftretens nicht als FSME-Risikogebiete deklariert werden. Die aktuellen Endemiegebiete in Europa und Deutschland können der FFT-Karte entnommen werden bzw. sind in der Länderinformation namentlich genannt. Größere FSME-Risikogebiete befinden sich v.a. in den baltischen Ländern, als auch in der Schweiz, Österreich, Russland, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Südschweden, Slowenien und Albanien. Ein geringes Risiko besteht in Frankreich, Italien, Griechenland und Dänemark. Bei der Erkrankung kommt es zunächst zu grippeähnlichen Beschwerden und Fieber. Im weiteren Verlauf entwickeln ca. 10 % der Patienten eine Entzündung der Gehirnhaut und der Gehirnzellen mit Fieber und Erbrechen, die im weiteren Verlauf zu neurologischen Ausfällen, bis hin zum Koma und Tod führen kann. In den meisten Fällen tritt jedoch eine völlige Heilung (oft erst nach Monaten) ein. Bei 1-2 % der Patienten endet die Erkrankung tödlich.

In Deutschland wurden im Jahr 2018 insgesamt 583 FSME-Erkrankungen (2017: 485) gemeldet. Bei den Erkrankungsfällen 2018 infizierten sich in Deutschland die meisten Personen in Baden-Württemberg (47 %) und in Bayern (40 %). Die außerhalb Deutschlands erworbenen FSME-Infektionen ereigneten sich in den vergangenen Jahren u.a. in Österreich, Italien, Finnland, Slowenien, Schweden, Schweiz, Kroatien, Mazedonien, Spanien, Tschechien, Frankreich, Lettland, Polen und Russland.

Übertragung:

Die Virus-Übertagung erfolgt in der Regel durch Zeckenstich. Rund 90 % der Infektionen werden während Freizeitaktivitäten erworben (nach einem "Tag im Grünen"), während nur 10 % durch eine berufliche Exposition in der Natur hervorgerufen werden (z.B. Forstarbeiter, Landwirte). In seltenen Fällen kann die Virus-Übertragung auch durch Ziegen-, Schaf- oder Kuhmilch erfolgen. Eine Infektion von Mensch zu Mensch gibt es nicht d.h. auch, dass Erkrankte nicht ansteckend sind. Der Lebensraum der Zecken befindet sich bevorzugt in Wäldern, hohem Gras, Sträuchern, Gebüsch und Laub. In Höhen über 1.500 m kommen keine Zecken mehr vor.  Im 1-5% der Zecken in Deutschland weisen den gefährlichen FSME-Virus auf. Im Südwesten und Südosten Deutschlands werden die FSME-Viren schätzungsweise bei jedem 25.-1000. Zeckenstich (abhängig vom FSME-Risikogebiet) übertragen. Nach erfolgter Infektion erkranken in Deutschland rund 30-50 % der Betroffenen.

Schutz:

Informieren Sie sich rechtzeitig ob Ihr Urlaubsort in einem FSME-Risikogebiet liegt. Sollten Sie in ein FSME-Risikogebiet reisen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt ob Sie eine Impfung gegen FSME als vorbeugende Schutzmaßnahme treffen sollten. Ein genereller Schutz vor Zecken ist immer angebracht. Dazu gehören das Vermeiden von Wanderungen durch Sträucher oder hohes Gras. Auch beim Beerensuchen kann es gelegentlich zur Zeckenübertragung kommen. Durch das Tragen heller - und am besten langärmeliger - Kleidung können die kleinen Zecken am besten erkannt werden. Die freien Körperstellen sollten mit Insektenabweisenden Cremes bzw. Lotionen (die auch zum Mückenschutz verwendet werden) eingerieben werden und gewähren somit zumindest zeitlich einen begrenzten Schutz. Nach einem "Tag im Grünen" sollte, der ganze Körper v.a. bei Kindern, nach Zecken abgesucht werden. Bei Zeckenbefall muss die Zecke umgehend entfernt werden. Am besten mit einer Zeckenpinzette. Vermeiden Sie ein Quetschen und Drücken des Zeckenkörpers, da auf diese Art und Weise die Krankheitserreger vermehrt in den Menschen gelangen. Aus gleichem Grund sollte Klebstoff, Öl, etc. keine Verwendung finden. Die Einstichstelle ist nach entfernen der Zecke mit Alkohol zu desinfizieren und sollte beobachtet werden. Beim Auftreten von Beschwerden ist sofort ein Arzt aufzusuchen.


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