Hepatitis A

Vorkommen:

Die Hepatitis A ist weltweit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Anzahl der Hepatitis A - Erkrankungen auf weltweit 1,4 Mio. pro Jahr. Während sie in den Entwicklungsländern gehäuft auftritt, ist sie in den letzten Jahrzehnten in den entwickelten Ländern Europas und Nordamerikas durch den wachsenden Hygienestandard stark zurückgegangen. In Deutschland waren nach dem 2. Weltkrieg nahezu 90 % der Kinder und Jugendliche mit dem Hepatitis A Virus infiziert, was ihnen zu einer lebenslangen Immunität verholfen hat. Durch den wachsenden Hygienestandard der vergangenen Jahrzehnte schätzt man heute die Infektionsrate bei Kindern und Jugendlichen auf ungefähre 5 %. Das hat zur Folge das in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Personen keinen Hepatitis A-Schutz mehr besitzen und bei Aufenthalten in Ländern mit mäßigen bzw. geringem Hygienestandard einem erhöhten Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind.

Laut einer Untersuchung die am Tropeninstitut München im Frühjahr 2004 durchgeführt wurde, konnte in einigen Ländern des Mittelmeerraumes sowie in Osteuropa ein erhöhtes und mittleres Hepatitis-Risiko festgestellt werden. Die Auswertungen zeigten, dass in Ägypten, Marokko, Tunesien und der Türkei ein hohes Infektionsrisiko für Hepatitis A besteht. Ein Abgleich des Infektionsrisikos mit den Fluggastzahlen führte zu der Erkenntnis, dass insbesondere auch die große Zahl der Reisenden in diese Länder eine Quelle für importierte Hepatitis A-Erkrankungen darstellen. Bei Reisen nach Griechenland, Portugal und Süd-Italien wiederum ist das Risiko, sich im Verlauf eines Urlaubs mit Hepatitis A zu infizieren, im Vergleich zu Deutschland zwar nicht extrem, aber doch so stark erhöht, dass eine Impfung gegen Hepatitis A für Reisende erwogen werden kann. Außerdem stehen in küstennahen Gebieten grundsätzlich Meeresfrüchte häufiger auf der Speisekarte. Bei Muscheln aus Süditalien wurde im Jahr 2000 ein Durchseuchungsgrad mit Hepatitis A Virus von 27,4% festgestellt. Es zeigt sich also ein nicht geringes Risiko - durch den Verzehr von unzureichend gekochten oder gar rohen Meeresfrüchten - an Hepatitis A zu erkranken. Eine weitere Untersuchung des italienischen Gesundheitsinstitutes in Rom hat mehrere traditionelle Zubereitungsarten von Meeresfrüchten untersucht und dabei aufgezeigt, dass mit Hepatitis A-Viren infizierte Muscheln und Schalentiere auch nach dem Kochen noch infektiös sein könne. Diese Untersuchungen legen nahe, dass nicht nur bei Fernreisen in tropische Länder, sondern auch bei "nahen" Zielen wie den Mittelmeerländern und Osteuropa noch ein nennenswertes Risiko für eine Infektion mit Hepatitis A vorliegt. 

Beschwerden:

Die ersten Beschwerden können nach 15 bis 50 Tagen (im Durchschnitt 25-30) nach Infektion auftreten. Im Kindesalter können Infektionen ohne besondere Beschwerden erfolgen, während mit zunehmendem Alter die Infektion häufiger zu Beschwerden und schwereren Krankheitsverläufen führen kann. Grundsätzlich gibt es bei der Hepatitis A jedoch keine chronische Verlaufsform und sie verläuft nur in seltenen Fällen tödlich. Im Anfangsstadium von mehreren Tagen kann es zu Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz, Temperaturerhöhung, Verstopfung, Durchfall und Schmerzen im rechten Oberbauch kommen. Im Anschluss kann es bei manchen Patienten zu einer Gelbverfärbung der Haut kommen („Ikterus“) und zu einer Vergrößerung der Leber und Milz. Diese sogenannte „ikterische Phase“ kann wenige Tage bis Wochen dauern. Die Hepatitis A ist eine selbstlimitierende Krankheit, d.h. nach 2-4 Wochen kommt es von selbst zur Ausheilung – in seltenen Fällen kann es mehrere Monate dauern. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht. Die Behandlung besteht in der Therapie von Allgemeinsymptomen und Bettruhe. Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Übertragung:

Die Übertragung der Hepatitis A-Viren erfolgt fäkal-oral durch eine Kontakt- oder Schmierinfektion.

• Verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel
Das bedeutet, dass sowohl durch engen Personenkontakt als auch durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel die Viren übertragen werden können. Ein erhöhtes Risiko stellen fäkaliengedüngtes Gemüse (z.B. Salate) oder auch Meeresfrüchte (z.B. Muscheln, Schalentiere und Austern) dar. Ebenso wird die Übertragung des Hepatitis A-Virus in den letzten Jahren über Gefrierobst (z.B. Beeren) oder Trockengemüse (getrocknete Tomaten) in verschiedenen Ländern Europas und den USA immer häufiger beobachtet.

• Personen die mit dem Hepatitis A-Virus infiziert sind
Personen die mit dem Hepatitis A-Virus infiziert sind, können das Virus, wenn sie nicht oder noch nicht erkrankt sind trotzdem weiterverbreiten und dadurch z.B. Mitglieder ihrer Schulklasse oder Familie anstecken. Da das Virus in Deutschland auf eine Situation trifft, die eine rasche Verbreitung zumindest innerhalb der sozialen Umgebung zulässt, kommt es immer wieder zu kleinen Hepatitis A-Ausbrüchen. Insbesondere da die Virusausscheidung vor Beginn der ersten Erkrankungssymptome ihren Höhepunkt hat, kann sich die soziale Umgebung an einer infizierten Person bereits angesteckt haben, bevor diese Beschwerden bekommt und irgendwelche Verdachtsmomente über eine bestehende Infektiosität bestehen.


Schutz:

Hepatitis-A Schutzimpfung

Sorgfältige Hygienemaßnahmen und gute Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene