Hepatitis B

tucan
  • Hepatitis B ist weltweit verbreitet.
  • Erste Beschwerden können 45 bis 180 Tage nach Infektion auftreten (Inkubationszeit).
  • Chronische Hepatitis-B-Infektionen erhöhen das Leberkrebsrisiko gegenüber der Normalbevölkerung um den Faktor 100.
  • Das Hepatitis-B-Virus wird über alle Körperflüssigkeiten übertragen, insbesondere über Blut und Sperma.
  • Reisenden wird bei erhöhtem Hepatitis-B-Infektionsrisiko, z.B. durch längere Auslandsaufenthalte oder häufiges Reisen, eine Hepatitis-B-Schutzimpfung empfohlen.

Vorkommen

  • Durch die weltweite Verbreitung ist die Hepatitis B eine der häufigsten Infektionskrankheiten
  • Hohe Erkrankungszahlen finden sich v.a. in Afrika und im Westlichen Pazifischen Raum aber auch in der Östlichen Mediterranen Region, Europäischen Region und Südostasien (WHO).
  • Rund 257 Millionen Menschen leben mit einer chronischen Hepatitis-B-Infektion (WHO 2015).
  • Rund 887.000 Menschen verstarben 2015 an den Folgen einer Hepatitis B, meist durch eine Leberzirrhose oder Leberkrebs.
  • Verbesserter Impfschutz in der Bevölkerung führt zu ein Rücklauf der Hepatitis-B
  • Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 6.386 Hepatitis-B-Fälle registriert. Der Anteil derer, die sich im Laufe ihres Lebens mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert haben, auf ungefähr 6 % geschätzt.

Beschwerden

  • Erste Beschwerden nach ca. 45 bis 180 Tagen (Durchschnitt 60-120) nach Infektion
  • Im Anfangsstadium kann es zu Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Gelenkschmerzen und Schmerzen im rechten Oberbauch kommen; anschließend zu einer Gelbverfärbung der Haut und einer Vergrößerung der Leber und Milz.
  • Bei mehr als 90% aller Erkrankten heilt die Hepatitis B vollständig aus und hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Chronische Hepatitis-B erhöht das Leberkrebsrisiko

  • Bei bis zu 10% entwickelt sie eine chronische Verlaufsform.
  • Eine chronische Hepatitis B kann zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.
  • Die chronische Hepatitis-B-Infektion erhöht das Leberkrebsrisiko gegenüber der Normalbevölkerung um den Faktor 100.
  • Bei ungefähr 0,5-1% aller Infektionen kann es zu einem akuten Leberversagen kommen.

Übertragung

  • Das Hepatitis B-Virus wird über alle Körperflüssigkeiten übertragen, insbesondere über Blut und Sperma. Bei einer hohen Erregeranzahl im Blut können auch Speichel, Samenflüssigkeit, Vaginalsekret, Muttermilch und Tränenflüssigkeit infektiös sein.
  • Eine gefährliche Infektionsquelle stellen Personen dar, die mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind, sich aber ihrer Infektion nicht bewusst sind, da sie keinerlei oder nur geringe gesundheitliche Beschwerden haben. Sie können das Virus durch Körperflüssigkeiten auf Kontaktpersonen übertragen.
  • Die Übertragung von Hepatitis B-Viren erfolgt in Deutschland, meistens durch ungeschützte sexuelle Intimkontakte (ca. 50%). Zweit- und dritthäufigster Übertragungsweg sind i.v.-Drogenkonsum (z.B. „needle sharing“, verunreinigten Gegenständen für den intranasalen Drogenkonsum) und Wohngemeinschaften mit Hepatitis B-Virusträgern (z.B. durch verunreinigte Gegenständen des täglichen Lebens).
  • Das Hepatitis-B-Virus ist umweltstabil und 50 bis 100 Mal ansteckender als HIV (AIDS).
Reiserisiken für Hepatitis B
  • In vielen Reiseländern mit geringen medizinischen und hygienischen Standards stellen unerwartete medizinische Eingriffe (z.B. Unfall, akute Zahnprobleme, Blinddarmentzündung, etc.), ein erhöhtes Risiko für eine Hepatitis B-Infektion dar (z.B. durch verunreinigte Spritz- od. OP-Bestecke, Nadeln, medizinische Geräte, Bluttransfusionen etc.)
  • Sexuelle ungeschützte Intimkontakte,  sowie risikoreiche Sexualpraktiken insbesondere mit Einheimischen in Ländern mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen oder Männer die mit Männern sexuelle Kontakte  haben (MSM)
  • Kosmetische Eingriffe (z.B. Tätowierungen, Piercing, Pediküre, Maniküre) in Hepatitis B-Risikogebieten erhöhen durch verunreinigte Nadeln das Infektionsrisiko.

Schutz

  • Das Hepatitis-B-Erkrankungsrisiko kann durch die Schutzimpfung um 90-95% reduziert werden.
  • Nach erfolgreicher Impfung (d.h. bei ausreichender Antikörperbildung Anti-HBs ≥ 100 IE/l), ist in der Regel für Reisende keine Auffrischimpfung mehr erforderlich. Eine Ausnahme bilden Personen mit Immundefizienz oder Personen mit besonders hohem individuellen Expositionsrisiko (mit dem Arzt klären).
  • Für eine kurzfristig ausreichende Schutzwirkung sind in der Regel zwei Impfungen im Abstand von einem Monat erforderlich.
  • Für den Langzeitschutz braucht es eine Auffrischimpfung nach 6-12 Monaten
  • Bei kurzfristiger Abreise kann innerhalb von drei Wochen mit drei Impfungen ein Impfschutz erreicht werden.
  • Der Impferfolg für Hepatitis B ist 4-8 Wochen nach der 3. Impfdosis kontrollierbar.
  • Die Hepatitis B-Impfung ist Kindern und Jugendlichen im deutschen Impfkalender empfohlen (STIKO).

Eine Impfung ist Reisenden empfohlen bei

  • Reisen in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis-B-Vorkommen
  • längeren und/oder häufigen Auslandsaufenthalt
  • bei erhöhtem individuellen Infektionsrisiko (mit dem Arzt klären)
  • für Risikopersonen, d.h. Personen, die ein Risiko haben, besonders schwer zu erkranken
  • Arbeiten in medizinischen Einrichtungen oder auf Entwicklungshilfeprojekten

Weitere Schutzmaßnahmen

  • Konsequenter Gebrauch von Kondomen
  • Vermeidung risikoreicher Sexualpraktiken ("safer sex")
  • Verwendung von sterilen Injektionsnadeln und -utensilien (z.B. bei Drogenbenutzern oder in Piercing- und Tattoostudios)

Spritzbesteck iStock / Stas_V Krankenhaus interMEDIS / Pechel Hepatitis, Paar, Meer iStock/Miramiska Kondome iSTock / K_attapon Impfung und Pass iStock / Sven Hoppe