Hepatitis B

tucan
  • Hepatitis B ist weltweit verbreitet.
  • Erste Beschwerden können 45 bis 180 Tage nach Infektion auftreten (Inkubationszeit).
  • Chronische Hepatitis-B-Infektionen erhöhen das Leberkrebsrisiko gegenüber der Normalbevölkerung um den Faktor 100.
  • Das Hepatitis B Virus wird über alle Körperflüssigkeiten übertragen, insbesondere über Blut und Sperma.
  • Reisenden wird bei erhöhten Hepatitis B-Infektionsrisiko, z.B. durch längere Auslandsaufenthalte oder häufiges Reisen, eine Hepatitis B-Schutzimpfung empfohlen.

Vorkommen

Die Hepatitis B ist weltweit verbreitet. Ungefähr 400-300 Millionen Menschen sind chronisch mit dem Hepatitis B - Virus infiziert. Davon versterben rund eine Millionen Menschen an den Folgen der Infektion durch Leberkrebs und Leberzirrhose. In Afrika, Asien und in den Pazifischen Regionen stellt der Leberkrebs der durch Hepatitis B-Virus Infektionen verursacht wird, eine der drei häufigsten Krebsursachen dar. Seit 1982 gibt es einen sicheren und wirksamen Impfschutz gegen Hepatitis B. Die WHO empfiehlt eine Integration der Hepatitis-B-Impfung im Routineimpfplan für Kinder aller Länder der Erde. In Deutschland wird der Anteil derer, die sich im Laufe ihres Lebens mit dem Hepatitis B Virus infiziert haben auf ungefähr 6 % geschätzt. In der Allgemeinbevölkerung ermittelte eine Bundesgesundheitsuntersuchung, dass der Anteil der chronisch Hepatitis B-Infizierten bei 0,6 % liegt.

Beschwerden

Die ersten Beschwerden können 45 bis 180 Tage (im Durchschnitt 60-120) nach Infektion auftreten. Die Dauer hängt vor allem von der Erregerdosis ab. Im Anfangsstadium der Erkrankung kann es zu Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Gelenkschmerzen und Schmerzen im rechten Oberbauch kommen. Im Anschluss können, wie im Falle der Hepatitis A, eine Gelbverfärbung der Haut („Ikterus“) und eine Vergrößerung der Leber und Milz auftreten. Diese sogenannte „ikterische Phase“ kann wenige Tage bis Wochen andauern. Bei einem Drittel der Infizierten entwickelt sich eine akute Hepatitis mit Gelbverfärbung der Haut („ikterischer Verlauf“), ein weiteres Drittel erkrankt ohne Gelbverfärbung („anikterischer Verlauf“) und bei einem Drittel verläuft die Infektion ohne Beschwerden („asymptomatisch“). Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität. Bei schätzungsweise 90% aller Erkrankten heilt die Hepatitis B vollständig aus. Bei bis zu 10% entwickelt sie eine chronische Verlaufsform. Bei ungefähr 0,5-1% aller Infektionen kann es zu einem akuten Leberversagen kommen. Eine chronische Hepatitis B kann zu einer Leberzirrhose oder einem Leberzellkarzinom führen. Chronische Hepatitis-B-Infektionen erhöhen das Leberkrebsrisiko gegenüber der Normalbevölkerung um den Faktor 100.

Übertragung

Das Hepatitis B Virus wird über alle Körperflüssigkeiten übertragen, insbesondere über Blut und Sperma. Bei einer hohen Erregeranzahl im Blut kann das Virus auch u.a. im Speichel, Samenflüssigkeit, Vaginalsekret, Muttermilch und Tränenflüssigkeit vorkommen. In den Industrieländern (z.B. Deutschland) erfolgen 60 - 70 % der Neuinfektionen über sexuelle Intimkontakte. Eine Infektion im Zusammenhang mit medizinischen Eingriffen (Operationen, Zahnbehandlungen, Akupunktur, etc.) stellt in den entwickelten Industrieländern ein geringeres, in den unterentwickelten Ländern und somit auch in vielen Reiseländern, ein erhöhtes Risiko dar. Die Wahrscheinlichkeit sich mittels der Gabe von Blut und Blutprodukten in Deutschland zu infizieren, wird aufgrund sorgfältiger Testungen zur Zeit auf 1:50.000 - 1: 200.000 geschätzt. Bei unzureichenden Hygienevorkehrungen können auch beim Tätowieren, Piercing, bei der Pediküre oder Maniküre, so wie bei i.v.-Drogensüchtigen durch verunreinigte Spritzbestecke, Hepatitis B Viren übertragen werden.

Schutz

Reisenden wird bei erhöhten Hepatitis B-Infektionsrisiko, z.B. durch längere Auslandsaufenthalte, häufiges Reisen, Arbeiten in medizinischen Einrichtungen oder auf Entwicklungshilfeprojekten, eine Hepatits-B Schutzimpfung empfohlen.
Weitere Schutzmaßnahmen bestehen im konsequenten Gebrauch von Kondomen, der Vermeidung risikoreicher Sexualpraktiken ("safer sex") sowie der Verwendung von sterilen Injektionsnadeln und -utensilien bei Drogenbenutzern.

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