tucan
  • Es gibt aktuell nur mehr drei Polio-Endemieländer: Afghanistan, Pakistan und Nigeria
  • Als poliofrei gelten Australien, Europa, Nord-, Mittel- und Südamerika und viele Länder Asiens und Afrikas.
  • Polio-Risikoländer sind Länder in denen importierte Polioviren oder abgeleitete Impfviren [Lebendimpfstoff] nachgewiesen wurden.
  • Ein Polio-Impfschutz ist für Reisen in Länder mit Polio-Vorkommen (Endemieländer) und Polio-Risikoländer empfohlen.

Vorkommen

  • Die Kinderlähmung (sog. Poliomyelitis) wird durch Viren (sog. Picornaviridae) verursacht.
  • Seit 1988 konnte die Zahl der weltweit registrierten Polio-Fälle stark reduziert werden.
  • Weltweit existieren drei Endemieländer: Afghanistan, Nigeria und Pakistan
  • Aufgrund politischer Unruhen sind die medizinischen Möglichkeiten, so wie die Meldesysteme in den Endemieländern meist eingeschränkt. Immer wieder kommt es durch Unruhen und Krieg zu Unterbrechungen von Impfkampagnen, so dass die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung die zur Ausrottung der Erkrankung erforderlich ist nicht erreicht werden kann.
  • In Risiko-Länder werden importierte Polioviren (z.B. in Abwässern nachgewiesene Polioviren die aus Ländern mit Polio-Vorkommen importiert wurden) oder Impfstoff-abgeleitete Polioviren (Lebendvakzine) nachgewiesen. In Einzelfällen kann es dadurch zu Polio-Erkrankungen kommen. Die Weltgesundheitsorganisation ruft hier zur Vorsicht im internationalen Reiseverkehr auf.
  • Als poliofrei gelten: Australien, Europa, Nord-, Mittel- und Südamerika und viele Länder Asiens und Afrikas.
  • Eine aktuelle Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Beschwerden

  • Die Krankheit kann auf unterschiedliche Art und Weise verlaufen.
  • Zu Beginn der Erkrankung treten zunächst grippeähnliche Beschwerden auf.
  • Im weiteren Verlauf befallen die Viren das Gehirn und Rückenmark, so dass sich in kürzester Zeit (bereits in 24 - 48 Stunden) ein Lähmungsbild ausbreitet. Die Lähmungen können sehr vielfältig sein und zu unterschiedlichen Ausfällen führen. Ebenso kann es zu einer Hirnhautentzündung mit starken Rückenschmerzen und Muskelkrämpfen kommen.
  • Je nach Krankheitsverlauf kommt es zur vollständigen oder aber nur teilweisen Rückbildung der Beschwerden und Lähmungen. Körperliche Überanstrengungen begünstigen das Krankheitsgeschehen.
  • Auch tödliche Verläufe können auftreten.
  • Von schweren Verläufen betroffen sind vor allem Kleinkinder und ältere Personen.
  • Es gibt keine spezifische Behandlung gegen das Poliovirus.

Übertragung

  • Die Ausscheidung des Poliovirus erfolgt mittels Stuhl oder Tröpfchen (Rachenraum) durch Poliokranke oder sogenannte "asymptomatische Träger" (Menschen die durch Polioviren infiziert wurden, aber aufgrund ihrer Immunität nicht an Kinderlähmung erkranken).
  • Die Virusübertragung kann durch Nahrungsmittel (z.B. Muscheln) aber auch durch Trinkwasser erfolgen, die durch virushaltige Stuhlausscheidungen verunreinigt wurden.

Schutz

Polio-Schutzimpfung

  • Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Reisenden die Polio-Schutzimpfung bei Aufenthalt in Ländern mit Polio-Vorkommen (sog. Endemieländer) oder in Polio-Risikoländer (d.h. Länder in denen durch importierte Polioviren aus dem Ausland oder durch abgeleitete Impfviren [Lebendimpfstoff] ein Infektionsrisiko besteht).
  • Die Schutzimpfung dient nicht nur dem persönlichen Schutz sondern soll der weiteren Ausbreitung der Erkrankung vorbeugen.
  • Die Impfung soll in einen international gültigen Impfausweis dokumentiert werden.
  • Sorgfältige persönliche Hygienemaßnahmen (z.B. regelmäßiges Händewaschen), insbesondere bei Kontakten zu Einheimischen in Endemie- und Risikoländern (als mögliche Virusträger "asymptomatische Träger"), z.B. im Rahmen von Hilfseinsätzen und Soziales Arbeit in Einrichtungen mit Kindern und Jugendlichen. 
  • Grundsätzlich Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen