Meningokokken-Meningitis

tucan
  • Die Meningokokken-Meningitis wird durch Bakterien (sog. Neisserien) verursacht.
  • Es handelt sich bei der Erkrankung um eine eitrige Hirnhautentzündung.
  • Erste Anzeichen: Plötzliches Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
  • Eine "Meningokokken-Sepsis" kann binnen 24 Stunden zum Tode führen.
  • Meningokokken treten weltweit auf.
  • Der "Meningitisgürtel" zieht sich in der Sahelzone Afrikas von Ost nach West und stellt ein Gebiet mit erhöhter Infektionsgefahr dar.
  • Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion.
  • Es gibt Schutzimpfungen gegen verschiedene Meningokokken-Serogruppen.
Krankheit: Die Meningokokken-Meningitis wird durch Bakterien (sog. Neisserien) verursacht. Es handelt sich bei der Erkrankung um eine eitrige Hirnhautentzündung, die vor allem ein Problem für die einheimische Bevölkerung darstellt. Plötzliches Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit und Erbrechen können die ersten Anzeichen sein. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es zu einer lebensgefährlichen Entzündung von Organen (Gehirn, Lunge, Herz) kommen. Die gefürchtete "Meningokokken-Meningitis" sowie die "Meningokokken-Sepsis" können sogar binnen 24 Stunden zum Tode führen. Die Bakterien (Meningokokken) gehören unterschiedlichen Serogruppen an. Insgesamt 13 Serogruppen (A, B, C, D, 29E, H, I, K, L, W-135, X, Y und Z) konnten bislang identifiziert werden (Serogruppe D ist als eigenständige Serogruppe umstritten). Sechs Serogruppen (A, B, C, W135, X und Y) sind für die Mehrzahl aller weltweit gemeldeten Meningokokkeninfektionen verantwortlich.
Vorkommen: In Europa treten überwiegend die Bakteriengruppen B und C, aber auch die Serogruppen W135 und Y auf. Eine Zunahme der Meningokokken der Serogruppe "Y" wurde in den vergangenen Jahren in in verschiedenen europäischen Ländern beobachtet. Besonders in der Schweiz, Norwegen, Finnland und Schweden hat die Serogruppe "Y" zugenommen. Doch auch in Österreich, Frankreich, der Tschechischen Republik, Dänemark, den Niederlanden, Italien, Deutschland und Großbritannien wurde eine deutliche Zunahme registriert. Säuglinge und Kleinkinder in Deutschland tragen ebenfalls ein Risiko einer Infektion mit Meningokokken B. Rund 300 Erkrankungsfälle werden jährlich in Deutschland registriert. Ungefähr jeder Zehnte stirbt und bei ungefähr jedem Fünften kommt es zu bleibenden Schäden wie Behinderungen. Meningokokken treten auch in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika auf. Größere Epidemien in der Vergangenheit traten v.a. in Afrika ("Meningitisgürtel") und Asien auf. Der sogenannte "Meningitisgürtel", der sich in der Sahelzone Afrikas von Ost nach West zieht, stellt ein Gebiet mit erhöhter Infektionsgefahr dar, in dem es in regelmäßigen Abständen - in Abhängigkeit von Trockenzeiten zu Ausbrüchen kommt. Zu den afrikanischen Ländern mit häufigem Auftreten der Meningokokken-Meningitis zählen: Senegal, Mali, Burkina Faso, Gambia, Guinea-Bissau, Guinea, Elfenbeinküste, Niger, Tschad, Nigeria, Ghana, Togo, Benin, Kamerun, Zentralafrika, Sudan, Ägypten, Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Malawi, Mosambik, Sambia, Botsuana, Namibia, Angola, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Gabun und Äthiopien.

Übertragung:

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (mittels Atemluft). Begünstigende Faktoren einer Übertragung sind: Klimatische Verhältnisse (z.B. Trockenzeiten), grosse Menschenmengen (z.B. Pilgerreisen insbesondere Hajj, Großstädte), beengende Wohnverhältnisse (z.B. Slums). Ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht für Reisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. während Trockenzeiten oder Ausbrüchen) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten).

Schutz:

Meningokokken-Meningitis-Schutzimpfung
Für Reisen: Durch das ubiquitäre Auftreten der Meningokokken der Serogruppen A, C W135 und Y empfiehlt sich bei erhöhtem Risiko ein Impfschutz. Zur Verfügung steht ein 4-valenter-Konjugatimpfstoff und ein Polysaccharidimpfstoff der Kleinkinder, Kinder und Erwachsene vor den vier Meningokokken-Serogruppen A, C, W-135 und Y schützen kann. Die STIKO empfiehlt die Impfung mit einem 4-valenten Konjugatimpfstoff, sofern für die Altersgruppe zugelassen. Für Deutschland: Seit 2. Dezember 2013 steht auch ein Impfstoff gegen Meningokokken B zur Verfügung, der Säuglinge und Kleinkinder schützen soll. Die Empfehlung der routinemäßigen Impfung aller Kinder im zweiten Lebensjahr mit einem Konjugatimpfstoff gegen Meningokokken C bleibt unverändert bestehen.

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