Taeniasis (Bandwurmbefall)

Synonyme: Rinderbandwurmbefall, Schweinebandwurmbefall, Schweinefinnenbandwurm, Zystizerkose

tucan
  • Befall des Menschen durch Bandwürmer (Gattung Taeniasis) - v.a. Schweinebandwurm oder Rinderbandwurm.
  • Weltweites Vorkommen
  • Die Mehrzahl der Infizierten sind beim Schweine- bzw. Rinderbandwurmbefall beschwerdefrei.
  • Die Zystizerkose ist die gefährlichste Komplikation beim Schweinebandwurmbefall
  • Die Übertragung erfolgt durch den Verzehr von finnenhaltigem Rinder- oder Schweinefleisch (roh oder ungenügend gekocht).
  • Das Fleisch sollte vor dem Verzehr ausreichend erhitzt bzw. durchgekocht sein.

Vorkommen

  • Die Taeniasis bezeichnet den Befall des Menschen durch Bandwürmer (Gattung Taeniasis) - insbesondere durch den Schweinebandwurm (Taenia solium) oder Rinderbandwurm (Taenia saginata).
  • Das Vorkommen ist weltweit und es sind mehrere Millionen Menschen betroffen
  • Grundsätzlich können im Darm des Menschen unterschiedliche Bandwurmarten parasitieren. Dazu gehören u.a.der Schweinebandwurm,  Rinderbandwurm, Schweinefinnenbandwurm, Fischbandwurm, Zwergbandwurm, Fuchsbandwurm und Hundebandwurm.
  • Der Rinderbandwurm kommt vor allem südlich der Sahara in Afrika und Naher Osten vor.
  • Der Schweinebandwurm tritt v.a. in Mittel- und Südamerika auf, sowie in Afrika, China, Indien und Südostasien.

Beschwerden

  • Die Mehrzahl der Infizierten sind beim Schweine- bzw. Rinderbandwurmbefall beschwerdefrei.
  • In vielen Fällen wird der Bandwurmbefall erst durch den Abgang von Wurmbestandteilen im Stuhl bemerkt.
  • Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Heißhunger, Verdauungsprobleme, Magen- und Darmbeschwerden sowie ein Juckreiz um den After können auftreten.
  • Die Heilungsrate liegt bei erfolgreicher Behandlung annähernd bei 100 %.

Zystizerkose

  • Gefährlichste Komplikation beim Schweinebandwurmbefall
  • Die Larven (Finnen) des Schweinebandwurmes können verschiedene Organe des Menschen befallen.
  • Bei etwa 60 % aller Fälle ist das Gehirn und das zentrale Nervensystem betroffen, was zu gravierenden Funktionsausfällen führen kann.
  • Die Zystizerkose tritt vor allem in einigen Ländern Lateinamerikas (Mexiko), Afrikas und Asiens auf. In Mitteleuropa konnte durch die Fleischbeschau der Schweinefinnenbandwurm eliminiert werden.

Übertragung

  • Durch den Verzehr von finnenhaltigem Rinder- oder Schweinefleisch (roh oder ungenügend gekocht).
  • Bei der Zystizerkose kommt es durch die Aufnahme von Eiern des Schweinebandwurmes die durch einen Schweinefinnenbandwurmträger ausgeschieden werden. In den meisten Fällen werden die Eier über verunreinigtes Trinkwasser aufgenommen, seltener als direkte Schmierinfektion (z.B. Körperkontakte oder verunreinigte Gegenstände bzw. Nahrung). Die Eier können z.B. unter Fingernägeln kleben und unter unhygienischen Zuständen bei der Nahrungszubereitung weitergegeben werden. Ebenso können Fliegen oder andere Insekten die Eier verschleppen und sie z.B. auf Nahrungsmittel übertragen.

Schutz

  • In den Industrieländern verhindert die Fleischbeschau (Untersuchung geschlachteter Rinder und Schweine auf Finnen) das Auftreten von Infektionen. Da es in vielen Reiseländern keine Fleischbeschau gibt und die Schlachtung der Tiere sowie die  Weiterverarbeitung des Fleisches auf unterschiedlichste Weise durchgeführt wird, können hier Infektionsrisiken bestehen.
  • Das Fleisch sollte vor dem Verzehr ausreichend erhitzt bzw. durchgekocht sein.
  • Durch Tiefgefrieren (-20 °C mind. 24 Stunden) des Fleisches können die Finnen abgetötet werden.
  • Pökeln und Räuchern von Schweinefleisch bietet keinen ausreichenden Schutz.
Bandwurm Kopf iStock / Selvanegra Bandwurm lang iStock / Sinhyu Mettbrötchen iStock / Juefraphoto Grillfleisch iStock / Manjurul