Tollwut

Synonym: Lyssa

tucan
  • Die Weltgesundheitsorganisation schätzt jährlich eine Gesamtzahl von 59.000 Tollwut-Todesfällen.
  • Die meisten Erkrankungen werden aus Asien und Afrika gemeldet.
  • Die Erkrankung verläuft - ohne rechtzeitige medizinische Hilfe - in nahezu 100% der Fälle tödlich.
  • Es gibt eine wirksame Schutzimpfung gegen Tollwut.
Die Tollwut, auch Rabies oder Lyssa genannt, wird durch Viren (sog. Rabiesviren) verursacht. Im Zeitraum von 3 Wochen bis 3 Monaten (in Ausnahmefällen sogar bis zu einem Jahr) nach der Bissverletzung kommt es zur Rötung mit einem Kribbeln der Bissnarbe, im weiteren Verlauf zu Krämpfen der Schlund-, Kehlkopf- und Atemmuskulatur mit Erstickungsgefühl, Atemnot, Erregungszuständen und Herzlähmungen mit Todesfolge. Die Erkrankung verläuft - ohne rechtzeitige medizinische Hilfe - in nahezu 100% der Fälle tödlich.

Die Tollwut ist weltweit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt jährlich eine Gesamtzahl von 59.000 Tollwut-Todesfällen – darunter mehr als 35.000 Kinder jünger als 15 Jahre (Quelle: Welttollwuttag 2016). Die meisten Erkrankungen werden aus Asien und Afrika gemeldet. Experten gehen sogar von einer Unterfassung der Datenlage und von wesentlich mehr Erkrankungen aus, da viele Erkrankungen sich in abgelegenen Regionen von afrikanischen oder asiatischen Ländern befinden und gar nicht vollständig erfasst werden können. In Amerika sind es meist Wildtiere wie Waschbären, Füchse, Stinktiere oder Fledermäuse die Tollwut übertragen. In Deutschland konnte durch systematische Bekämpfungsmaßnahmen (z.B. durch die Immunisierung der Füchse) die Erkrankung bei Wild- und Haustieren nahezu eliminiert werden. Dadurch besteht das Tollwutinfektionsrisiko für Menschen in Deutschland fast ausschließlich bei Reisen in Länder mit erhöhten Tollwutinfektionsrisiko. Nach Bissverletzung muss immer umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

In den Jahren 1977 bis 2014 wurden insgesamt 1.085 Fledermaus-Tollwutfälle in Europa registriert. Rund 90% aller tollwütigen Fledermäuse wurden in den Niederlanden (351), Dänemark (226) und Deutschland (259) registriert. Weitere kranke Tiere wurden in Polen (97), Frankreich (75), Spanien (28) und der Ukraine (16) beobachtet. Einzelne tollwütige Fledermäuse wurden desweiteren auch in der Schweiz, Tschechischen Republik, Slowakei, Ungarn, Weißrussland und Russland gemeldet.  Auch wenn das Risiko der Tollwutübertragung durch Fledermäuse auf den Menschen in Europa sehr gering ist, ist es dennoch möglich.

Übertragung:

Die Tollwutviren werden hauptsächlich durch Tierbisse in über 90% durch Hunde, aber auch durch Wildtiere (Waschbären, Stinktiere, Füchse), Katzen oder Fledermäuse auf den Menschen übertragen. Ebenso können die Tollwut-Viren über Hautverletzungen oder direkten Kontakt des infektiösen Tierspeichels mit der menschlichen Schleimhaut übertragen werden.

Schutz:

Tollwut-Schutzimpfung

Eine aktive Schutzimpfung kann gegen eine Tollwuterkrankung vorbeugen. Zu dem Personenkreis mit erhöhtem Tollwutrisiko gehören "Rucksackreisende", Camper, Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und Personen mit häufigen Tierkontakt. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Dieser sollte neben der Wundversorgung eine aktive und passive Immunisierung gegen Tollwut durchführen. Es sollte jedoch bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v.a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, so dass im Notfall u.U. nicht die richtigen Medikamente oder medizinischen Einrichtungen in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen. Tragische Erkrankungsfälle bekräftigen die Tollwut-Impfempfehlung für Reisende vor allem bei Langzeitreisen in Länder mit erhöhtem Tollwutvorkommen.

Für Reisende gilt: Grundsätzlich sollten, insbesondere in den Tropen und Subtropen, freilaufende Tiere (v.a. Hunde) nie gestreichelt oder berührt werden.

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