Hepatitis

Leber, Mensch, Hepatitis iStock/janulla

Was ist Hepatitis?

Die „Hepatitis“, auch „Gelbsucht“ genannt, ist eine Entzündung der Leber (griech. Hepar), die unterschiedliche Ursachen haben kann. Reisemedizinisch relevant sind vor allem die Leberentzündungen, die durch Viren verursacht werden. Die Hepatitis-Viren A, B, C, D und E können zu einer akuten oder auch chronischen Form der Leberentzündung führen. Je nach Virusinfektion entsteht eine
Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D oder Hepatitis E.

Welche Beschwerden treten auf?

Hepatitis A:
Die ersten Beschwerden können nach 15 bis 50 Tagen (im Durchschnitt 25-30) nach Infektion auftreten. Im Kindesalter können Infektionen ohne besondere Beschwerden erfolgen, während mit zunehmendem Alter die Infektion häufiger zu Beschwerden und schwereren Krankheitsverläufen führen kann. Grundsätzlich gibt es bei der Hepatitis A jedoch keine chronische Verlaufsform und sie verläuft nur in seltenen Fällen tödlich. Im Anfangsstadium von mehreren Tagen kann es zu Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz, Temperaturerhöhung, Verstopfung, Durchfall und Schmerzen im rechten Oberbauch kommen. Im Anschluss kann es bei manchen Patienten zu einer Gelbverfärbung der Haut kommen („Ikterus“) und zu einer Vergrößerung der Leber und Milz. Diese sogenannte „ikterische Phase“ kann wenige Tage bis Wochen dauern. Die Hepatitis A ist eine selbstlimitierende Krankheit, d.h. nach 2-4 Wochen kommt es von selbst zur Ausheilung – in seltenen Fällen kann es mehrere Monate dauern. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht. Die Behandlung besteht in der Therapie von Allgemeinsymptomen und Bettruhe. Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Hepatitis B:
Die ersten Beschwerden können 45 bis 180 Tage (im Durchschnitt 60-120) nach Infektion auftreten. Die Dauer hängt vor allem von der Erregerdosis ab. Im Anfangsstadium der Erkrankung kann es zu Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Gelenkschmerzen und Schmerzen im rechten Oberbauch kommen. Im Anschluss können, wie im Falle der Hepatitis A, eine Gelbverfärbung der Haut („Ikterus“) und eine Vergrößerung der Leber und Milz auftreten. Diese sogenannte „ikterische Phase“ kann wenige Tage bis Wochen andauern. Bei einem Drittel der Infizierten entwickelt sich eine akute Hepatitis mit Gelbverfärbung der Haut („ikterischer Verlauf“), ein weiteres Drittel erkrankt ohne Gelbverfärbung („anikterischer Verlauf“) und bei einem Drittel verläuft die Infektion ohne Beschwerden („asymptomatisch“). Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität. Bei schätzungsweise 90 % aller Erkrankten heilt die Hepatitis B vollständig aus. Bei bis zu 10 % entwickelt sie eine chronische Verlaufsform. Bei ungefähr 0,5-1 % aller Infektionen kann es zu einem akuten Leberversagen kommen. Eine chronische Hepatitis B kann zu einer Leberzirrhose oder einem Leberzellkarzinom führen. Chronische Hepatitis-B-Infektionen erhöhen das Leberkrebsrisiko gegenüber der Normalbevölkerung um den Faktor 100.

Kann eine Hepatitis tödlich sein?

Experten befürchten, dass in den nächsten zehn Jahren rund 5 Millionen Menschen in Süd- und Südostasien  an den Folgen der viralen Leberentzündung (Hepatitis) sterben werden. Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt der Grund dafür in der mangelnden Aufklärung über die Gefahr der Infektionskrankheit und in der Zunahme der Resistenzen bezüglich der Arzneimittel. Die chronische Hepatitis B und C ist laut WHO eine der häufigsten Ursachen vermeidbarer Krankheiten in folgenden asiatischen Ländern: Bangladesch, Bhutan, Myanmar, Ost-Timor, Indien, Indonesien, Malediven, Nepal, Nord-Korea, Sri Lanka und Thailand. Rund 60 % der Infizierten haben keine gesundheitlichen Probleme und sind sich daher ihrer Infektion gar nicht bewusst. Erst wenn die Spätfolgen wie z.B. Leberzirrhose oder Leberkrebs auftreten, bemerken sie die Virusinfektion.

Hepatitis B:
In Afrika, Asien und den Pazifischen Regionen stellt der Leberkrebs, der durch Hepatitis B-Virus-Infektionen verursacht wird, eine der drei häufigsten Krebsursachen dar. Schätzungsweise 600.000 Menschen sterben jährlich an Komplikationen infolge einer Hepatitis-B-Erkrankung bzw. einer durch Hepatitis B verursachten Leberzirrhose oder eines Leberzellkarzinom. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, sowie in Asien und im Pazifischen Raum werden am häufigsten Kinder durch das Hepatitis-B-Virus infiziert. Ungefähr ein Viertel aller Erwachsenen, die sich in der Kindheit mit Hepatitis-B-Viren infizieren, sterben an den Folgen von Leberkrebs oder Leberzirrhose.

Hepatitis A:
Nur bei 0,01-0,1 % der Patienten kommt es zu schweren Krankheitsverläufen. Todesfälle treten ganz überwiegend bei über 50-Jährigen auf (Letalität nach den Meldezahlen 1,3 % bis 2,9 %). Ein besonders erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle besteht bei vorbestehenden chronischen Lebererkrankungen (z.B. bei chronischer Hepatitis B oder C) und/oder Leberschädigungen infolge chronischer Erkrankungen. Obgleich es nur selten zu schweren Krankheitsverläufen bei Hepatitis A kommt, wurden zwischen 1991 und 2001 in der Todesursachenstatistik jährlich zwischen 9 und 19 Todesfälle an Hepatitis A erfasst.