Vorbeugung

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Kurzinfo & Tipps

  • Impfschutz gegen Hepatitis A ist empfohlen für Reisende in Risikogebiete sowie Personen, die ein Risiko haben, besonders schwer zu erkranken (z.B. bei chronischen Lebererkrankungen).
  • Bei häufigen Reisen, längeren Tropenaufenthalten und über 50-Jährigen sollte eine Bestimmung von Hepatitis-A-Antikörpern veranlasst werden, da bereits eine Immunität bestehen könnte.
  • Das Hepatitis-B-Erkrankungsrisiko kann durch die Schutzimpfung bei exponierten Personen um 90-95% reduziert werden.
  • Empfohlen wird die Hepatitis-B-Impfung bei Reisen in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis-B-Vorkommen und/oder bei erhöhtem individuellem Infektionsrisiko sowie bei längeren und/oder häufigen Auslandsaufenthalten (> 1 Monat) und bei Arbeiten in medizinischen Einrichtungen oder auf Entwicklungshilfeprojekten.
  • Der Impferfolg für Hepatitis B ist 4-8 Wochen nach der 3. Impfdosis kontrollierbar.
Hepatitis, Impfung iStock/Jodi Jacobson

Wann wird geimpft?


Gegen Hepatitis A und B kann man sich durch Impfung schützen. In einem ärztlichen Gespräch kann durch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung die persönliche Indikation für eine Schutzimpfung besprochen werden.


Hepatitis A

Ein Impfschutz gegen Hepatitis A ist empfohlen für Reisende in Risikogebiete sowie Personen, die ein Risiko haben, besonders schwer zu erkranken (z.B. bei chronischen Lebererkrankungen). Bereits nach der ersten Hepatitis-A-Impfung sind bei mindestens 95% der Geimpften Antikörper gegen die Erkrankung nachweisbar. Der Impfschutz tritt ungefähr 12-15 Tage nach der ersten Impfung ein. Aufgrund der langen Inkubationszeit (ca. 14-50 Tage) und dem schnellen Aufbau des Impfschutzes (12-15 Tage) kann die Impfung auch noch kurz vor der Abreise (z.B. bei „Last-Minute-Reisen“) verabreicht werden. Blutuntersuchung: Bei häufigen Reisen, sowie längeren Tropenaufenthalten und bei über 50-Jährigen sollte eine Bestimmung von Hepatitis-A-Antikörpern veranlasst werden, da bereits eine Immunität bestehen könnte.


Hepatitis B

Das Hepatitis-B-Erkrankungsrisiko kann durch die Schutzimpfung bei exponierten Personen um 90-95% reduziert werden. Empfohlen wird die Hepatitis-B-Impfung bei Reisen in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis-B-Vorkommen und/oder bei erhöhtem individuellem Infektionsrisiko sowie bei längeren und/oder häufigen Auslandsaufenthalten (> 1 Monat) und bei Arbeiten in medizinischen Einrichtungen oder auf Entwicklungshilfeprojekten. Des Weiteren sollte eine Hepatitis-B-Schutzimpfung erfolgen bei Berufstätigen im Gesundheitswesen, Patienten mit häufiger Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen, Nieren- (Dialyse) und Leberkranken, HIV-Positiven und Kindern und Jugendlichen gemäß dem deutschen Impfkalender (STIKO).


Wie lange hält der Impfschutz und wie verträglich ist er?


Es sind gut verträgliche Impfstoffe mit nicht infektiösen Erregerbestandteilen erhältlich, die bereits nach der ersten Impfung einen raschen Schutz aufbauen. Die persönliche Verträglichkeit der Impfung sollte jedoch, wie bei jedem medizinischen Eingriff, vorab mit dem Impfarzt individuell besprochen werden. Modellrechnungen gehen sogar davon aus, dass über einen längeren Zeitraumein Impfschutz bestehen könnte. Eine Kontrolle des Impferfolges ist 4-8 Wochen nach der 3. Impfdosis möglich. Dabei wird untersucht, ob im Blut eine bestimmte Konzentration von Antikörpern (Anti-HBs ≥ 100 IE) erreicht wird. Liegt die Zahl der Antikörper darunter, besteht kein ausreichender Impferfolg bzw. Impfschutz. Die immunologische Reaktion auf die Impfung kann unterschiedlich ausfallen, da sie von unterschiedlichen Faktoren wie u.a. Alter, Geschlecht, bestehender Erkrankung, etc. abhängt. Bei sogenannten Non-Respondern ist keine Immunantwort (keine Antikörper), bei Low-Respondern eine zu geringe Immunantwort (zu wenig Antikörper) gegen Hepatitis B nachweisbar. In beiden Fällen muss nachgeimpft werden. Die dazu aktuellen Impfempfehlungen können beim Robert Koch-Institut eingesehen werden.


Nach erfolgreicher Impfung ist eine Auffrischimpfungen im Allgemeinen nicht mehr nötig
Nach erfolgreicher Impfung, d.h. einer ausreichenden Antikörperbildung (Anti-HBs ≥ 100 IE im Bluttest), ist in der Regel keine Auffrischimpfung mehr erforderlich. Zu diesem Ergebnis kam die STIKO im August 2013 nach Auswertung weltweit geführter Studien und Untersuchungen zur Hepatitis B. Eine Ausnahme bilden Personen, die infolge einer Erkrankung ein geschwächtes Immunsystem haben oder einem sehr hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind (z.B. medizinische Berufe). Hier sollten Blutkontrollen und Auffrischimpfungen durchgeführt werden.


Wie kurzfristig vor der Reise kann ich noch Impfen?


Hepatitis A: Impfung noch am Abreisetag möglich

Eine einzelne Impfdosis genügt, um für die Reise einen Schutz zu haben, auch wenn die Impfung noch am Abreisetag selbst erfolgen würde. Der Impfschutz tritt ungefähr 12-15 Tage nach der ersten Impfung ein. Aufgrund der langen Inkubationszeit der Hepatitis A (ca. 14-50 Tage) und dem schnellen Aufbau des Impfschutzes (12-15 Tage) kann die Impfung noch kurz vor der Abreise (z.B. bei „Last-Minute-Reisen“) verabreicht werden. Nach 6 Monaten erfolgt die zweite Impfung. Damit wird der Langzeitschutz erreicht und die Grundimmunisierung ist vollständig abgeschlossen.


Hepatitis B: Monat (aber mindestens 3 Wochen) vor der Abreise

Um eine ausreichende Schutzwirkung zu erzielen, sind bei der Hepatitis B in der Regel zwei Impfungen im Abstand von einem Monat vor der Abreise erforderlich. Bei kurzfristiger Abreise kann in Ausnahmefällen bei Erwachsenen ein Impfschutz auch innerhalb von drei Wochen mit drei Impfungen erreicht werden. Es stehen Impfstoffe zur Verfügung bei denen eine Immuniserung an den Tagen 0, 7 und 21 zugelassen ist. Bei Anwendung dieses Schemas wird eine vierte Impfung 12 Monate nach der ersten Impfung empfohlen. In beiden Fällen ist jedoch eine weitere Impfung nach 6 bzw. 12 Monaten erforderlich, um die Grundimmunisierung abzuschließen und einen Langzeitschutz zu erzielen.


Welche Verhaltensmaßnahmen schützen vor Hepatitis?


Hepatitis A und E:
In erster Linie eine sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene.

Hepatitis B und C und D:
Schutzmaßnahmen bestehen vor allem im konsequenten Gebrauch von Kondomen, der Vermeidung risikoreicher Sexualpraktiken ("safer sex") sowie der Verwendung von sterilen Injektionsnadeln und -utensilien (z.B. bei Drogenkonsumenten).